DE

| EN

Studieren. Wissen. Machen.

Hochschule der Medien

Krisen-PR

Burger King meistert Skandal professionell

Rund einen Monat nach den skandalösen Entdeckungen des TV-Formats "Team Wallraff" über Burger King steht der Fastfood-Riese wieder ganz gut da. Der Grund dafür sei die professionelle Steuerung der Krisen-PR über die klassischen Medien hinaus, erklärt Prof. Dr. Franco Rota.

 

Zur Detailansicht
Die Chronik der Burger King Krisenkommunikation, Quelle: www.wuv.de, Darstellung: Anna Ebner
Große Hygienemängel und schlechte Arbeitsbedingungen bei Burger King prägten die Schlagzeilen nach der Veröffentlichung des Investigativformats "Team Wallraff" am 28. April 2014. Der Fastfood-Konzern ging direkt danach in die Offensive: Anzeigen in reichweitenstarken Tageszeitungen, Video-Botschaften auf Facebook sowie ein 60 Sekunden TV-Spot, in dem sich Deutschland-Chef Andreas Bork in der Prime-Time öffentlich entschuldigt und Besserung verspricht. Der Spot ist die Speerspitze einer ausgeklügelten PR-Kampagne, um einen größeren Imageschaden zu verhindern - und dies mit Erfolg. Die Berliner Agentur "Heimat" begleitet Burger King bei der Krisenkommunikation.

Die PR-Strategie

Im Mittelpunkt aller Maßnahmen steht immer Deutschland-Chef Bork. "Man braucht das Gesicht einer Person, die Verantwortung übernimmt und für das Problem einsteht", erklärt Professor Dr. Franco Rota, Prorektor an der Hochschule der Medien (HdM). Bork zeigt in Video-Botschaften und Interviews, dass er die Kritik annimmt und etwas verändern will. Transparenz ist dabei ein zentrales Thema: In einem Interview der RTL-Sendung "Extra" stellt sich der Burger King-Manager den Fragen derer, die die Missstände veröffentlicht haben. Bork gibt sich geläutert, verspricht Besserung und zeigt, was sich schon verändert hat. Seine Kunden lädt er ein, die Küchen der Restaurants zu begutachten. Außerdem ist Bork nicht nur offen für die Fragen von Journalisten, sondern auch für die Fragen der Burger King-Kunden. In einer "Bürgersprechstunde" auf der Facebook stellt sich der Deutschland-Chef der Kritik der Konsumenten. In Video-Botschaften beantwortet Bork die Fragen der Nutzer unter Einbezug deren Nutzernamen. Ein Grund, warum Rota die Kampagne für gelungen hält: "Die Kunden wurden von der PR-Kampagne direkt angesprochen und einbezogen."

Ein Glücksfall

Obwohl Burger Kings Krisenkommunikation professionell geplant war, gibt Rota zu bedenken, dass auch Glück ein entscheidender Faktor im Fall Burger King ist. Denn auch die besten Profis könnten nicht alles steuern. So kam es zum Beispiel Burger King zu Gute, dass kurz nach den verheerenden Enthüllungen Günter Wallraff, der Kopf des "Team Wallraff", in der Kritik stand. Wallraff habe laut "Spiegel" im Jahr 2010 von Konkurrent McDonald Honorar für Vorträge erhalten. Der Skandal um Burger King verlor so an Glaubwürdigkeit. Eines wird laut Rota am Beispiel Burger King besonders deutlich: "Man braucht PR- und Kommunikationsprofis."

Quellen:
www.wuv.de
www.horizont.net
www.rtl.de

Anna Ebner

VERÖFFENTLICHT AM

03. Juni 2014

ARCHIV

Medienwelt
WAS DENKEN SIE DARÜBER?


Verstanden

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren