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Hochschule der Medien

Studie: Medienpräferenzen

Stirbt der gedruckte Reiseführer aus?

Bleibt Geiz weiterhin geil, so könnten günstigere, digitale Apps den gedruckten Reiseführer verdrängen. Müssen Reiseführer-Verlage zukünftig um ihre Druckerzeugnisse bangen? Mit dieser Frage beschäftigten sich Studenten der HdM im Rahmen eines Projekts bei Prof. Dr. Okke Schlüter. Die Antworten überraschten den Professor im Studiengang Mediapublishing.

Crossmediale Reiseführer-Angebote sind die Zukunft. Foto: Mairdumont

Crossmediale Reiseführer-Angebote sind die Zukunft. Foto: Mairdumont

Die bundesweite Umfrage entstand in Zusammenarbeit mit Mairdumont, Prof. Dr. Okke Schlüter hatte sich vor allem die Frage gestellt, wie sich die Medienpräferenzen bei Hinzunahme der Zahlungsbereitschaft ändern. Eine Antwort darauf lautet: "Wir können jetzt erstmals empirisch die Medienpräferenzen für einen bestimmten Content darstellen." Der dominierende Einfluss des Preises auf die Mediennutzung hat ihn besonders überrascht: "Verschiedene Preisszenarien zeigen deutlich, dass der Preis die isoliert erhobenen Medienpräferenzen sofort relativiert."

Gedruckter Reiseführer hat den größten Nutzen

Die Befragten gaben an, dass der gedruckte Reiseführer den größten Nutzen als Reiseinformationsmedium bei gleichen Preisen bietet. Diese Nutzungspräferenzen variieren jedoch, wenn man die Faktoren Preis und Zeitpunkt miteinbezieht. In der Inspirations- und Planungsphase der Reisenden dominiert, neben dem Printmedium, auch das Internet, denn kostenlose Informationen zu den Unterkünften werden gerne über Internetseiten eingeholt. Am Reiseziel angekommen, liegen kostenlose, mobile Apps auf Platz zwei hinter dem gedruckten Reiseführer. Wenn die Reisenden wieder zuhause angekommen sind, dominiert das frei verfügbare Internet.

"Wegen dieser schwachen Zahlungsbereitschaft für digitale Angebote werden crossmediale Reiseführer nach gegenwärtigem Stand aber nur Erfolg haben können, wenn sie als 'Paketpreis' angeboten werden," unterstreicht Schlüter. Der hohe Nutzen von Printmedien begünstigt das Umsatzplus von Reiseführer-Anbietern, wie es die Praxis derzeit zeigt. Für Dr. Stephanie Mair-Huydts, Verlegerin und Sprecherin der Geschäftsführung von Mairdumont, zeigt sich folgender Trend: "Alle Medien werden genutzt, und zwar alle mehr als früher. Es findet kein 'entweder - oder' statt."

Kampagne zur Stärkung der Zahlungsbereitschaft

Der Professor für Mediapublishing weist aber auch auf Herausforderungen hin: "Verlage müssen sich um ihrer Existenz willen auch darauf vorbereiten, dass die Zahlungsbereitschaft niedrig bleibt, und durch Mischkalkulationen dafür sorgen, dass sie eine Palette von Produkten anbieten können, auch wenn einige davon mittelfristig nicht einmal ihre Kosten einspielen können." Bei einer Keynote auf der E:PUBLISH am 7.11.2014 schlug Prof. Dr. Okke Schlüter ganz in diesem Sinne eine Kampagne der Buchbranche zur Stärkung der Zahlungsbereitschaft vor. Mit einem Motto wie "Content inside" oder "Fair Content" solle auf den Wert von professionell geprüften Inhalte hingewiesen werden.

Die Durchführung der Studie

Die Studie "Medienpräferenzen im Reiseführerbereich" wurde von Prof. Dr. Okke Schlüter und Studierenden des "Print & Publishing"-Masters an der Hochschule der Medien durchgeführt. Die 1.000 Befragten waren zwischen 30 und 49 Jahre alt. Die Studie wurde Online, am Point of Sale sowie in Form von qualitativen Experteninterviews im Verlag Mairdumont und im Buchhandel durchgeführt.

Quellen:
Buchreport.de
Mairdumont.de
Boersenblatt.net

 

Ann-Katrin Wieland

VERÖFFENTLICHT AM

12. November 2014

KONTAKT

Prof. Dr. Okke Schlüter

Mediapublishing

Telefon: 0711 8923-2978

E-Mail: schlueter@hdm-stuttgart.de

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