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Pulitzer-Preis 2016

100. Verleihung des wichtigsten Journalistenpreises

Er ist der Oscar der US-amerikanischen Journalismus- und Medienwelt: Der Pulitzer-Preis. Seit 1917 wird dieser jährlich für herausragenden Journalismus vergeben. Am 18. April 2016 wurden die Preisträger zum 100. Mal bekannt gegeben.

Die goldene Medaille wird in der Kategorie "Verdienst an der Öffentlichkeit" vergeben. (Bild: via www.pulitzer.org)

Die goldene Medaille wird in der Kategorie "Verdienst an der Öffentlichkeit" vergeben. (Bild: via www.pulitzer.org)

Die diesjährigen Gewinner des renommiertesten Journalistenpreises der Welt stehen fest. In 21 Kategorien - 14 journalistischen und sieben im Bereich Literatur, Theater und Musik - hat die Jury sich unter fast 3000 eingereichten Arbeiten für die besten Leistungen entschieden. Bis die Preisträger das Preisgeld in Höhe von 10.000 US-Dollar entgegennehmen dürfen, müssen sie sich jedoch noch ein wenig gedulden: Während die Verleihung bisher immer im Mai in der Columbia Universität, New York, stattfand, wird es anlässlich des 100. Jubiläums eine Veranstaltung mit allen noch lebenden Pulitzerpreisträgern im Oktober 2016 geben.

Auszeichnung für Nachrichtenagentur AP

Die Nachrichtenagentur "Associated Press" (AP) wurde in der wichtigsten Kategorie "Dienst an der Öffentlichkeit" für ihre umfangreiche Dokumentation über Sklavenarbeiter in der Fischerei in Südostasien ausgezeichnet. Die Recherche der vier AP-Journalistinnen dauerte 18 Monate: Sie zeigten die sklavenähnlichen, unmenschlichen Arbeitsbedingungen, denen Männern aus Myanmar und anderen Ländern auf einer indonesischen Insel ausgesetzt sind. Nach der Veröffentlichung wurden mehr als 2000 Arbeiter freigelassen. Neben dem Preisgeld erhalten die Preisträger die begehrte Pulitzer-Goldmedaille, die nur in dieser Kategorie verliehen wird.

Zustände in Psychatrien und Amoklauf

Der Preis für die beste investigative Recherche geht an die beiden US-Zeitungen "Tampa Bay Times" und "Sarasota Herald Tribune", die im US-Bundestaat Florida ansässig sind. In jahrelanger Recherche belegten die Journalisten die katastrophalen Zustände in psychatrischen Kliniken, die sie in einer fünftteiligen Serie im Herbst 2015 veröffentlichten.

In der Kategorie "Breaking News" gewann die "Los Angeles Times" für ihre Berichterstattung über den Amoklauf des islamistischen Extremisten-Ehepaars im kalifornischen San Bernadino, bei dem im Dezember 2015 14 Menschen ums Leben kamen.

Bericht über Polizeigewalt ausgezeichnet

Die "Washington Post" konnte in der Kategorie "Nationale Berichterstattung" überzeugen: Deren Redakteure analysierten mithilfe einer nationalen Datenbank, wie häufig und warum Polizisten in der Vergangenheit zur Schusswaffe griffen und dabei töteten. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass 2015 die Zahl der durch Polizieiwaffen zu Tode gekommenen Opfer bei 990 lag. Darüber hinaus ergaben ihre Recherchen, dass die Wahrscheinlichkeit als Afroamerikaner durch Polizeigewalt zu sterben, sieben Mal höher ist denn als Weißer.

Der renommierteste Journalistenpreis in den USA

Der Pulitzer-Preis ist der wichtigste Journalistenpreis der Welt. Joseph Pulitzer, der 1847 in Ungarn geboren wurde und in Amerika als Zeitungsverleger reich wurde, hat den Preis ins Leben gerufen. Er zeichnete an der New Yorker Columbia Universität für die erste journalistische Hochschulausbildung der Welt verantwortlich. Als der erste Pulitzer-Preis 1917 verliehen wurde, war sein Namensgeber allerdings schon sechs Jahre tot . In seinem Testament hatte er jedoch über die Vergabe von renommierten Preisen für journalistische und andere kulturelle Arbeiten in seinem Namen verfügt. Er legte sieben Urkategorien, wie zum Beispiel Reportage, Leitartikel oder Dienst an der Öffentlichkeit, testamentarisch fest. Im Laufe der Zeit wurden die Kategorien immer weiter ergänzt. Das Preisgeld beträgt je Kategorie 10.000 US-Dollar. Der Pulitzer-Preis ist außerdem der wichtigste US-amerikanische Literaturpreis.

Quellen:

spiegel.de
welt.de
tagesschau.de

Isabell Meurers

VERÖFFENTLICHT AM

19. April 2016

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