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Hochschule der Medien

Die Alumni der HdM, Teil 53

Über die Bachelorthesis zum Arbeitsplatz

Nils Dampz hat seinen Bachelor im Studiengang Medienwirtschaft im Jahr 2009 an der Hochschule der Medien (HdM) abgeschlossen. In seiner Abschlussarbeit hat er sich intensiv mit der Markenführung des Südwestrundfunks (SWR) auseinandergesetzt. Auch nach seinem Studium hat er sich wieder für die Arbeit bei dem Sender entschieden: Er arbeitet jetzt als Journalist für SWR3.

HdM-Alumnus Nils Dampz, Foto: SWR3

HdM-Alumnus Nils Dampz, Foto: SWR3

Neben der finanziellen Not war auch sein Wunsch, schnell nach dem Studium zu arbeiten, groß. Einen Tag nach seinem Studienabschluss befand sich Nils Dampz schon in der Arbeitswelt. Zunächst arbeitete er bei einem Jugendsender und absolvierte anschließend ein Volontariat beim Südwestrundfunk. Mittlerweile beschäftigt er sich Tag für Tag mit unterschiedlichen Themen und bereitet diese für verschiedene Online-Kanäle und das Radio auf. Um dem digitalen Wandel, den auch er in der Redaktion mitbekommt, standzuhalten, versucht er sich persönlich weiterzuentwickeln und neue Fähigkeiten zu erlernen.

Alumni-Sprechstunde mit ...
Name: Nils Dampz
Alter: 35
Studiengang an der HdM: Medienwirtschaft (Bachelor)
Jahr des Studienabschlusses: 2009
Thema der Abschlussarbeit:
Markenführung im SWR
Stationen nach der HdM: DASDING, SWR-Volontariat, DASDING, SWR3
Heutige Berufsbezeichnung: Journalist (Redakteur + Reporter)

HdM: Wie war Ihr letzter Tag als HdM-Student?
Nils Dampz: Nüchtern. Die großen Partys waren da schon rum. Es war ein sehr gemütliches Treffen, unspektakulär aber freundlich und fast familiär. Und ich war froh, keinen schwarzen, eckigen Hut tragen zu müssen.

HdM: Wie war der erste Tag nach dem Abschluss?
Nils Dampz: Ich war total pleite. Ich musste und wollte schnell arbeiten. Ich hatte immer Angst, irgendwie den Anschluss im Job zu verpassen - den ich praktisch schon immer parallel zum Studium hatte.

HdM: Wo haben Sie in der HdM am liebsten studiert?
Nils Dampz: Ich mochte die netten Seminarräume im damaligen Neubau in der Nobelstraße 10. Für mich war es ein großes Glück an der HdM zu studieren - alles war so übersichtlich. Bildungs-Legebatterien, also diese unpersönlichen und mutmaßlich immer krass überfüllten Riesensäle an irgendwelchen Unis, hätten mich wohl überfordert.

HdM: Wie sieht ihr heutiger Arbeitsplatz aus?
Nils Dampz: Entweder ist das ein Großraumbüro, die Redaktion oder ein Multimedia-Studio in Baden-Baden. Das Schöne an meinem Job ist: Wir arbeiten ganz oft auch auf irgendwelchen Events oder an sonstigen, berichtenswerten Orten. Das reicht vom Kreuzfahrtschiff bis zur Autobahnbrücke. Es ist selten langweilig.

HdM: Wie fing ein typischer HdM-Tag bei Ihnen an?
Nils Dampz: Mit der Suche nach einer Ausrede, warum ich schon wieder zu spät war. Oft war mein Motorroller der Sündenbock.

HdM: Was machen Sie heute zuerst, wenn Sie anfangen zu arbeiten?
Nils Dampz: Es ist ein Klischee, aber ja, es ist wirklich der Gang zum Kaffeeautomaten. Wer beim SWR kein Kleingeld hat, wird nicht lange überleben.

HdM: Wer war Ihr Lieblingsprof an der HdM und warum?
Nils Dampz: Einen einzigen Namen zu nennen würde den vielen Originalen der HdM nicht gerecht. Ich mochte die Business Art von Prof. Harald Eichsteller, die klugen Sätze von Prof. Dr. Lutz Lichtenau, die Denkanstöße von Prof. Dr. Petra Grimm und die Hilfsbereitschaft von Karla Neef. Das waren bzw. sind alles gute Leute.

HdM: Welche Vorlesung ist Ihnen am meisten hängen geblieben und warum?
Nils Dampz: Grundlagen der Audiotechnik bei Prof. Jens-Helge Hergesell. Die ist aus irgendwelchen Gründen bis ins letzte Semester mitgerutscht. Alle sonstigen Klausuren waren bestanden, die Bachelorarbeit praktisch fertig. Ich hatte diese Arbeit beim ersten Mal versemmelt. Es war schon ein bisschen dramatisch - von diesen 60 Minuten hing plötzlich mein ganzes Studium ab. Die Aufregung war groß, ich habe die ganze Nacht durchgelernt und musste meine rechte Schreibhand mit der linken Hand festhalten, weil sie so gezittert hat. Es hat irgendwie geklappt, aber das alles hat mich mindestens zwei Lebensjahre gekostet.

HdM: Was würden Sie anders machen, wenn Sie noch einmal Student wären?
Nils Dampz: Auf jeden Fall ein oder zwei Auslandssemester einschieben. Es war einfach zu dumm und zu bequem, nicht mal das Praxissemester im Ausland zu absolvieren. Wer auch immer das liest - macht es einfach, der Job rennt schon nicht weg.

HdM: Woran arbeiten Sie gerade?
Nils Dampz: Ich arbeite täglich an zig verschiedenen Themen; Radio- und Onlinemedien sind nicht unbedingt der Ort für den unendlichen Tiefgang. Es geht um die (Tages-) Aktualität, Stimmungen und Befindlichkeiten. Das ganz große Projekt - nicht nur bei SWR3, sondern im ganzen Haus, oder besser der ganzen ARD - ist die Ein- und Umstellung auf den digitalen Wandel. Das hat speziell in diesem Jahr gewaltig an Fahrt aufgenommen. Das komplette Haus wird umgebaut. Es entstehen neue Redaktionen, Direktionen werden umstrukturiert, neue Fähigkeiten sind gefragt. Sogar die Gebäude werden um- und/oder neu gebaut, um den neuen Aufgaben gerecht zu werden. Wir müssen unsere Art des Arbeitens auf die neuen Gegebenheiten einstellen. Deshalb arbeite ich persönlich daran, überhaupt erst mal den Überblick zu behalten, mich und meine Fähigkeiten zu hinterfragen, um mittel- und langfristig auch in der "neuen Welt" gute und - trotz aller aktuellen Hetze - nachhaltige Arbeit abliefern zu können.

 

VERÖFFENTLICHT AM

15. November 2017

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