DE

| EN

Studieren. Wissen. Machen.

Hochschule der Medien

Filmprojekt

Liebeserklärung an die Oma

Alexandra Staib, Alumna des Studiengangs Medienwirtschaft der Stuttgarter Hochschule der Medien (HdM), hat ihrer Großmutter mit dem Dokumentarfilm "Serenade für Fanny" eine wunderschöne Liebeserklärung gemacht. Nach einer erfolgreichen Premiere bei der 23. Filmschau Baden-Württemberg Anfang Dezember 2017 ist der Film vor seiner Festivaltour noch in Fellbach im Kino zu sehen.

Zur Detailansicht
Das Filmplakat zu "Serenade für Fanny", Foto: Hella Fakete
"Serenade für Fanny" ist ein Film über starke Frauen, über eine neue Heimat in der Fremde und über den Wert von Familie. Der Film, dessen Dreharbeiten bereits 2014 begonnen hatten, handelt vom Traum Staibs, den Studenten-Oscar in einem selbst geschneiderten Kleid der Oma entgegenzunehmen. Und vom Traum ihrer 93-jährigen Oma Franziska "Fanny" Salland, die Sängerin Helene Fischer zum Geburtstagskaffee in ihr Haus nach Fellbach einzuladen. "Die Idee zum Film ist aus dieser Einladung an Helene Fischer entstanden", erzählt Alexandra Staib bei der Fragerunde nach der Filmvorführung. Mitmachen war für ihre Oma Fanny eine Selbstverständlichkeit, obwohl sie lange dachte, der Film wird nur im kleinen Familienkreis gezeigt. Deshalb sind die Szenen, in denen Fanny Salland und Alexandra Staib zusammen zu sehen sind, immer dann am besten, wenn Oma Fanny denkt, die Kamera laufe nicht. Dann wird schon mal Klartext gesprochen und so dem Zuschauer ein Lächeln oder auch herzhaftes Lachen entlockt. In 90 sehr kurzweiligen, spannenden, lustigen und berührenden Minuten wird dokumentarisch erzählt, wie die damals 17-jährige Fanny im Zweiten Weltkrieg aus Kroatien ins Ländle kam und sich in die schönen blauen Augen und das blonde Haar von Herbert Salland verliebte, dem späteren Vater ihrer beiden Töchter. Trotz früher Heirat und Kinder wollte Salland immer selbstständig sein - sie machte ihren Meister als Schneiderin, ihren großen Traum als Modedesignerin zu arbeiten konnte sie sich aber wegen ihrer Familie und des starren Rollenbilds der Frau nie verwirklichen. Trotzdem hat sie viel genäht und geschneidert, und ihre Augen strahlen, wenn sie mit ihrer Enkelin oder alleine an der Nähmaschine sitzt, festliche Kleider in der Hand hält und aus ihrem Leben erzählt.

Familienzusammenhalt im Film rüberbringen

Zur Detailansicht
Alexandra Staib mit ihrer Großmutter Fanny Salland und Monique Marmodée (von rechts), Foto: privat
Besonders wichtig war es den Machern um Alexandra Staib - Regie führte Monique Marmodée, Produzentin ist Frauke Kolbmüller, für die Kamera war Monika Plura verantwortlich und für die Montage Daniel Kundrat -  einen Film mit großem Identifikationspotenzial zu schaffen und durch die persönlich geschilderte, aber universell geltende Enkel-Großeltern-Beziehung die Wichtigkeit der Familie in den Mittelpunkt zu stellen. "Wenn der Film dazu beiträgt, dass man nach dem Anschauen das Bedürfnis hat, sich bei seiner Familie zu melden, dann haben wir unser Ziel erfüllt", so Staib. Im nächsten Jahr ist für den Film eine große Festivaltour geplant und auch zwei Fernsehsender haben schon Interesse an einer Fernsehausstrahlung bekundet.

Liebe zur Kamera von Kindesbeinen an

Schon seit ihrer Kindheit hat Alexandra Staib ein Faible für den Film und für das Geschichtenerzählen - sie stand für die ARD Kinder- und Jugendserie Serie "fabrixx" vor der Kamera und gründete während ihrer Schulzeit eine Musical-AG, für die sie Stücke schrieb, inszenierte und mitspielte. Nach dem Abitur folgten mehrere Praktika, etwa beim SWR Baden-Baden oder bei der Maran Film, bevor sie sich entschloss, an der HdM Medienwirtschaft zu studieren. Nach ihrem Bachelorabschluss 2010 war Alexandra Staib bis 2012 bei der MFG Filmförderung Baden-Württemberg in der Produktionsförderung und Produzentenberatung tätig, bevor sie nach Hamburg ging, um an der Hamburg Media School ihren Master in "Creative Producing" zu machen. 2015 bekamen ihr Team und sie für ihren Abschlussfilm "Sadakat // fidelity" den Studenten-Oscar. Mittlerweile ist Staib als Redakteurin beim ZDF in Mainz tätig.

"Serenade für Fanny" ist am Mittwoch, den 20. Dezember 2017  um 17:30 Uhr sowie am Donnerstag, den 21. Dezember 2017 um 20:00 Uhr im Orfeo Kino in Fellbach-Schmiden zu sehen. 

Kristina Simic

VERÖFFENTLICHT AM

12. Dezember 2017

Lesen Sie auch

ARCHIV

Netzwerk
WAS DENKEN SIE DARÜBER?


Adolf Graf

am 05.05.2018 um 12:05 Uhr

Der Film "Liebeserklärung an die Oma", von dem ich gehört hatte, weckte mein Interesse und ich begegnete Alexandra Staib ganz zufällig. Dabei hatte ich ein angenehmes Gespräch mit ihr. Ich hoffe, den Film bei einer nächsten Aufführung sehen zu können.

Verstanden

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren