HdM-Absolvent erhält Ruf nach Frankfurt

Ehemaliger MI-Student Valentin Schwind wird als Professor an die FH in Frankfurt berufen.
Ehemaliger MI-Student Valentin Schwind wird als Professor an die FH in Frankfurt berufen.

Valentin Schwind beendete sein Studium der Medieninformatik 2009. Nach Stationen unter anderem an der Universität Stuttgart, einer zeitweiligen Rückkehr an die HdM als Lehrbeauftragter und einem Forschungspraktikum in den USA bei Facebook, wird er nun als Professor an die FH in Frankfurt berufen.

 

Nachdem Valentin Schwind das Studium der Medieninformatik mit seinem Diplom abschloss, begann er unter anderem an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg zu lehren. Neben der akademischen Welt fasste er durch seine Mitarbeit als Grafiker und Programmierer auch in der Spieleindustrie Fuß. Ganz von seiner ehemaligen Hochschule losgekommen ist Valentin Schwind aber nicht, denn später kehrte er als Lehrbeauftragter und Akademischer Mitarbeiter an die HdM zurück. Danach promovierte er im kooperativen Promotionskolleg „Digital Media“ an der Universität Stuttgart, wo er sich mit der Wahrnehmung von virtuellen Charakteren in der Mensch-Computer-Interaktion und in der virtuellen Realität befasste. Als Postdoc arbeitete er an der Universität Regensburg und wird jetzt auf eine Professur für Human-Computer-Interaction an der FH in Frankfurt berufen.

 

Alumni-Sprechstunde mit… 

 

Name: Valentin Schwind

Alter: 37

Studiengang an der HdM: Medieninformatik 

Jahr des Studienabschlusses: 2009

Thema der Abschlussarbeit: „Darstellung und Animierung virtueller 3D-Charaktere“

Thema der Dissertation: “Implications of the Uncanny Valley of Avatars and Virtual Characters for Human-Computer Interaction”

Stationen nach der HdM: 

- Lehrbeauftragter an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und an der Hochschule der Medien

- Grafiker/Programmierer für Computerspiele bei KORION GmbH

- CG-Artist/Technical Director bei Industrial Motion Art

- Akademischer Mitarbeiter an der Hochschule der Medien

- Promotion im kooperativen Promotionskolleg „Digital Media“ an der Uni Stuttgart

- Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Stuttgart

- Forschungspraktikum bei Facebook/Oculus im Bereich VR in Redmond

- Akademischer Rat/Postdoc an der Uni Regensburg

 

Berufsbezeichnung: Professor für Human-Computer-Interaction

 

HdM: Wie war Ihr letzter Tag als HdM-Student?

Valentin Schwind: Ich war ein bisschen traurig, da ich zu den Kommilitonen, Mitarbeitern und Professoren ein gutes Verhältnis hatte. Das war wirklich einzigartig. Ich habe am letzten Tag mein Zeugnis abgeholt und musste meine Schlüssel und Bücher zurückgeben, die ich als HiWi noch ausgeliehen hatte. Wirklich „Student“ war ich während der Zeugnisübergabe nämlich nicht mehr, da wir während der Diplomarbeit nicht mehr immatrikuliert sein durften. Trotzdem betrachte ich den Tag als mein letzten in meinem Studium und als etwas ganz Besonderes. Habe mit Freunden am Abend natürlich gefeiert.

 

HdM: Wie war der erste Tag nach dem Abschluss?

Valentin Schwind: Ich war sehr beschäftigt in der Zeit. Ich bin von Zuhause ausgezogen, habe relativ viele Aufträge angenommen und als Selbstständiger Geld verdient. Ich bin jedenfalls in kein tiefes „Loch“ gefallen, sondern hatte allerhand Dinge zu tun. Die Zeit war sehr aufregend.

 

HdM: Wo haben Sie in der HdM am liebsten studiert?

Valentin Schwind: Die meiste Zeit war ich im CA-Labor der Medieninformatiker - Raum 132. Studenten, die ich betreut habe, haben später sogar ihre Firma nach dem Raum benannt. Tatsächlich verbinde ich mit dem Raum großartige Erinnerungen und eine aufregende (aber auch anstrengende) Zeit. Beate Schlitter und jeder CG-ler weiß wovon ich rede ;)

 

HdM: Wie sieht ihr heutiger Arbeitsplatz aus? Bitte beschreiben Sie ihn in wenigen Worten.

Valentin Schwind: Als Doktorand und Postdoc verbrachte ich sehr viel Zeit in VR- und Motion-Capturing-Laboren. Heute reise ich viel zu Gaming- und HCI-Konferenzen, gebe Vorträge und arbeite mit Studenten an spannenden VR-/3D-Projekten. In Zukunft wird mein Arbeitsplatz natürlich wieder der Hörsaal sein.

 

HdM: Wie fing ein typischer HdM-Tag bei Ihnen an?

Valentin Schwind: Meine erste (und letzte) Station war das CA-Labor. Ich besuchte dazwischen meist Veranstaltungen der Medieninformatiker und aus Audiovisuelle Medien. Gegen Ende des Studiums wurden die Abende bzw. Nächte an der HdM immer länger, da ich viele Projekte hatte. Teilweise übernachtete ich auf dem Sofa im CA-Labor, wenn Renderings einfach nicht so ausgesehen haben, wie sie sollten. So kam es vor, dass mich am nächsten Morgen der ein oder andere Prof im Bademantel angetroffen hat, wenn ich zurück aus der Dusche kam (diese war ein echter Insider).

 

HdM: Was machen Sie heute zuerst, wenn Sie anfangen zu arbeiten?

Valentin Schwind: Ich trinke zwei Espressi, checke währenddessen die neuesten Trends und Nachrichten und bereite mich auf Ereignisse des Tages vor. Meistens bekomme ich noch lustige (Katzen)Video zugeschickt. Dann beginnen die ersten Meetings oder sonstige Sprechstundentermine.

 

HdM: Welche Vorlesung ist Ihnen am meisten hängen geblieben und warum?

Valentin Schwind: Das ist schwierig zu sagen. Die HdM hat viele tolle Veranstaltungen. Im Nachhinein blieben mir Vorlesungen wie Computergrafik 1 und 2 bei Herrn Hahn, Sounddesign bei Herrn Curdt, aber auch Theoretische Informatik bei Herrn Ihler hängen. Auch auf Pflichtveranstaltungen, die mir damals eher nicht so gelegen haben, würde ich heute nicht mehr verzichten wollen. Im Nachhinein bleiben nämlich auch Inhalte aus den Vorlesungen hängen, von denen man im ersten Moment nicht glauben konnte, sie jemals wieder brauchen zu müssen. Rückblickend betrachtet waren alle Veranstaltungen auf ihre Art eine Bereicherung fürs Leben.

 

HdM: Was würden Sie anders machen, wenn Sie noch einmal Student wären?

Valentin Schwind: Eigentlich nichts. Alles wofür ich mich entschieden hatte, würde ich wieder so machen, denn sonst wäre ich jetzt nicht da, wo ich heute bin. Während dem Studium hat man eher Selbstzweifel, und viele Hürden sind zu überwinden. Wenn man aber seinen Weg geht und seiner Sache treu bleibt, dann wissen andere später wofür man steht und man selbst weiß besser, wer man ist und was man alles kann. Ganz besonders schwierig wird es, wenn man neue Wege geht. Dann braucht man die richtigen Leute zur richtigen Zeit. An der der HdM gibt es die. In meinem Fall waren es Herr Hahn, Herr Kriha und Herr Eberhardt.

 

HdM: An was arbeiten Sie gerade?

Valentin Schwind: An mehreren wissenschaftlichen Artikeln über die Wahrnehmung in der virtuellen Realität. Ich arbeite mit Neuropsychologen der Universität Regensburg an einem explorativen VR Projekt zu affektivem Verhalten. Dabei werden Scans des Gehirns angefertigt, während ein virtueller Charakter entgegen seines Gesichtsausdrucks beispielsweise zuschlägt oder nur die Hand geben will. Mit meinen Studenten arbeite ich gerade an einem Projekt über vorhergesagte Bewegungen des eigenen Körpers in der VR mittels Machine Learning. Was passiert, wenn mein Körper schneller reagiert, als in der Wirklichkeit? In einem anderen Projekt verirren sich unsere Probanden in einem riesigen Museum, sodass wir sehen, welche Beförderungsmöglichkeiten Nutzer in der VR auf dem eigentlich kleineren Raum in der wirklichen Welt bevorzugen. Viele Studien sind jetzt fertig geworden und wollen publiziert werden. Deswegen schreibe ich gerade an einigen wissenschaftlichen Konferenzartikeln. Natürliche bereite ich mich auch auf die Vorlesungen in Frankfurt vor.



Kontakt:
Mona Weingart
Telefon: +4971189232664
E-Mail: weingart@hdm-stuttgart.de

13. März 2020