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ELSI-SAT - Eine Software für am Menschen orientierte Technikgestaltung

ELSI-SAT - Eine Software für am Menschen orientierte Technikgestaltung

Welche ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekte sind in Forschungsprojekten zur Mensch-Technik-Interaktion (MTI) zu berücksichtigen? Ausgehend von dieser Frage wurde im Forschungsprojekt "ELSI-SAT" eine Software entwickelt, die Forschungsteams für ethische, juristische und sozialwissenschaftliche Fragen in ihren Forschungsvorhaben sensibilisiert und als Orientierungshilfe für bislang unberücksichtigte Forschungsaspekte dient.

 

Bei der Software handelt es sich um ein automatisiertes Screening- und Assessment-Tools (SAT), das Antragstellende von MTI-Forschungsprojekten für ethische, rechtliche und soziale Implikationen (ELSI) sensibilisiert. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) förderte das interdisziplinäre Projekt, das an der Hochschule der Medien (HdM) von April 2019 bis Oktober 2020 in einem Forschungsteam aus Ethikern, Juristen und Informatikern umgesetzt wurde. Die Bereiche "Ethik und Recht" übernahmen die Professoren Dr. Petra Grimm und Dr. Tobias O. Keber, die beide im Leitungsgremium des Instituts für Digitale Ethik an der HdM tätig sind. Für die technische Umsetzung war Prof. Dr. Simon Wiest der HdM verantwortlich. Die Software wurde als plattformunabhängige Desktopanwendung entwickelt und kann auf der Projektwebseite (www.elsi-sat.de) kostenlos heruntergeladen werden.

 

 

 

Eine Orientierungshilfe für ELSI

 

Die ELSI-SAT-Software enthält einen umfangreichen Fragenkatalog inklusive Begriffsglossar, der die Fragen je nach Projektkontext mithilfe einer automatisierten Filterfunktion anpasst. Zwischenstände des Fragebogens können die verschiedenen Parteien einfach durch die Export- und Importfunktion der Software austauschen. Zur Gewährleistung von Datensicherheit erfolgt die Datenerhaltung stets lokal. Nach der Beantwortung aller Fragen generiert die Software auf Grundlage der gewählten Multiple-Choice-Antworten Grafiken, die auf Risiken hinweisen und einen sogenannten ELSI-Score ermitteln. Letzterer verrechnet Risiken mit bislang vorgesehenen Maßnahmen zur Risikoadressierung und dient damit Forschenden als Richtwert. Die Ergebnisgrafiken und beantworteten Fragen lassen sich als pdf-Datei exportieren und können Forschungsprojektanträgen beigelegt werden.

 

 

 

Modulare Erweiterungen in Planung

 

Aufgrund mehrerer Nutzungsanfragen, die bereits während der Projektphase von ELSI-SAT aus unterschiedlichen Forschungsdisziplinen eingegangen sind, sind modulare Erweiterungen der Software geplant. Dadurch sollen interaktive Technologien, die in die Themenfelder "Gesundheit", "Zivile Sicherheit" und "Mobilität" fallen, mit ihren spezifischen ethischen Herausforderungen und Rechtsvorschriften in den Fragenkatalog integriert werden. Angesichts der aktuellen Corona-Pandemie sind insbesondere Forschungsaspekte zu Technologien im Gesundheitswesen, wie der Corona-Warn-App, smarten Diktiersystemen für Pflegekräften oder intelligente Algorithmen zur Entscheidungsunterstützung von Ärzten, von zentraler Bedeutung. Neben der geplanten inhaltlichen Erweiterung soll auch eine technische erfolgen. Unter anderem soll die Software durch ein Redaktionssystem vom User angepasst werden können, wodurch die Bedienung individuell feinjustiert werden kann.

 

Weitere Informationen zur ELSI-SAT-Software sind unter anderem auf der Webseite zum Forschungsprojekt ELSI-SAT (www.elsi-sat.de) verfügbar.

 

Kontakt

Prof. Dr. Petra Grimm

Telefon: 0711 8923-2202

E-Mail: grimm@hdm-stuttgart.de

Prof. Dr. Tobias O. Keber

Medienwirtschaft

Telefon: 0711 8923-2718

E-Mail: keber@hdm-stuttgart.de

Prof. Dr. Simon Wiest

Telefon: 0711 8923-2253

E-Mail: wiest@hdm-stuttgart.de

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