»Der Tagesspiegel« und seine Innovationen

Der Tagesspiegel - eine traditionsreiche Zeitung in Berlin (Fotos: sk273)
Der Tagesspiegel - eine traditionsreiche Zeitung in Berlin (Fotos: sk273)

Am Vormittag des dritten Exkursionstages wurde eine Gruppe der Mediapublisher sehr freundlich beim Verlag »Der Tagesspiegel« von Eventmanager Harry Neitzel empfangen, der über langjährige Erfahrungen in verschiedenen Funktionen des Verlags verfügt. Während der nächsten zwei Stunden stellte er den Studierenden ausführlich den Verlag, seine Produkte und die neuesten Entwicklungen vor.

Traditionen und Herausforderungen

»Der Tagesspiegel« ist neben der »Berliner Zeitung« die größte Berliner Zeitung. Während letztere - wie schon vor dem Fall der Mauer - ihr Hauptverbreitungsgebiet vor allem in Ost-Berlin hat, finden sich die meisten Abonnenenten von »Der Tagesspiegel« traditionell im Westen Berlins, wo 1945 die Zeitungsgründung erfolgte. Wie viele andere Pressehäuser stellt der digitale Wandel auch den »Tagesspiegel« vor vielfältige Herausforderungen. Dabei gelte das Motto, so Neitzel, nicht alles neu zu machen, aber vieles auszuprobieren. Im Vordergrund stehe dabei stets die Qualität. In Zeiten von Facebook, Twitter & Co., in denen im Sekundentakt Nachrichten und Sensationen verbreitet würden, sei es besonders wichtig, dem Leser mittels gründlicher Recherchen und guten Hintergrundinformationen Orientierung zu geben. Nachrichtenmeldungen müssten daher durch mindestens zwei unabhängige Quellen bestätigt sein.

Leitmedium der Hauptstadt Berlin

Eine besondere Bedeutung komme der Glaubwürdigkeit der Marke „Der Tagesspiegel« zu. Seit einigen Jahren richte der Verlag seine Produkte bewusst auch auf die sog. »Entscheider« aus Politik, Wirtschaft, Medien und Wissenschaft aus, von denen der »Tagesspiegel« auf dem Berliner Zeitungsmarkt mit ca. 50 Prozent den größten Anteil erreiche. Für die Hauptstadt Berlin sehe sich »Der Tagesspiegel« daher als Leitmedium an. Diese Stellung nutzt der Verlag für neue maßgeschneiderte Produkte und Dienstleistungen.

Ein spezielles Angebot stelle z. B. die »Tagesspiegel Agenda« dar, die Nachrichten und Hintergrundinformationen für Entscheider in Parteien, Behörden, Verbänden und in der Wissenschaft sowie für alle politisch Interessierten aufbereite. Zudem biete der Verlag mit der «Tagesspiegel Morgenlage« einen täglichen Informationsdienst, der - unmittelbar nach Redaktionsschluss um fünf Uhr morgens - auf digitale Empfangsgeräte versendet werde. Unter »Tagesspiegel Causa» sollen sich Nutzer Debatten, Standpunkte und Zusammenhänge zu aktuellen Themen mit Hilfe von virtuellen und interaktiven Landkarten schnell selbst erschließen und sich an Debatten beteiligen können.

Mit »Tagesspiegel Köpfe« habe der Verlag ferner ein unabhängiges Wirtschaftsmagazin für die Hauptstadt Berlin aufgelegt, indem z. B. über Themen wie Design oder Immobilien sowie über relevante Macher berichtet werde. Junge Leser werden speziell mit dem unregelmäßig erscheinenden Magazin »Tagesspiegel Berliner« angesprochen, der das Berliner Lebensgefühl widerspiegele.

Mehr als ein Verlag

Für seine Zielgruppen möchte »Der Tagesspiegel« außerdem mehr sein als ein Verlag. Ergänzend zu den Presseprodukten organisiere der Verlag regelmäßig und zunehmend Konferenzen und Fachveranstaltungen an, um dort wichtige Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Medien und Wissenschaften zu aktuellen und übergreifenden Themen zusammenzuführen. Zu nennen sind beispielsweise die 2016 anlässlich des 75. Jahrestags der Vorstellung des ersten Computers »Z3« von Konrad Zuse durchführte Konferenz »The Digital Future« sowie der sechste »eMobility Summit« zum Thema Elektromobilität.

Abschließender Besuch im Newsroom

Im Rundgang durch das Verlagshaus, einem alten Siemens-Gebäude am Askanischen Platz im kulturell belebten Stadtteil Kreuzberg, durften die Mediapublisher schließlich noch einen Blick auf die Redaktionsarbeit im Newsroom werfen. Der Besuch hat den teilnehmenden Mediapublishern einmal mehr bewusstgemacht, dass vor allem die Presseverlage durch die Digitalisierung stark gefordert sind, ihre Informationsangebote und Dienstleistungen ständig weiterzuentwickeln. »Der Tagesspiegel«, der den Mediapublishern einen tollen Einblick in diese spannenden Aktivitäten gegeben hat, machte den Eindruck, diesen Herausforderungen in sinnvoller Weise gerecht zu werden.

(nk083)

 

14. Juli 2017