Mediapublisherinnen auf der Suche nach der Zeitung von morgen

Spannende Lektüre im Foyer der F.A.Z.
Spannende Lektüre im Foyer der F.A.Z.
Prof. Christof Seeger mit F.A.Z.-Online-Redakteur Fridtjof Küchemann (v.l.; Fotos: uhu)
Prof. Christof Seeger mit F.A.Z.-Online-Redakteur Fridtjof Küchemann (v.l.; Fotos: uhu)

Im Rahmen der Studiengangsexkursion nach Frankfurt am Main durften 20 Studierende des Studiengangs Mediapublishing einen Blick hinter die Kulissen der Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) werfen. Ein zehnminütiger Imagefilm stimmte die Studierenden auf die anschließende Gesprächsrunde mit Fridtjof Küchemann ein.

 

Qualität und erstklassiger Journalismus
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung zählt zu den führenden überregionalen Tageszeitungen Deutschlands – und der Welt. Sie hat sich Qualitätsjournalismus und Wahrhaftigkeit in der Berichterstattung zum Ziel gesetzt. Dafür sorgen mehr als 300 Redakteure und 90 In- und Auslandskorrespondenten. Die F.A.Z. erscheint von Montag bis Samstag mit einer Auflage von über 250 000 Exemplaren und erreicht mehr als eine Millionen Leser. Seit 2001 kommt sonntags zusätzlich die beliebte Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (F.A.S.) heraus.

Um den Anforderungen der Leser auch in Zeiten der Digitalisierung gerecht zu werden, beschränkt sich die F.A.Z. nicht nur auf eine Printausgabe, sondern entwickelt immer neue Möglichkeiten, den Leser zu informieren. So werden neben der Website FAZ.NET und dem klassischen e-paper, das eines der auflagenstärksten in Deutschland ist, auch zwei Apps angeboten: die FAZ.NET App und die sehr erfolgreiche News App F.A.Z. Der Tag, um den Lesern minutenaktuelle Inhalte bereitzustellen. Die Vielfalt der Angebote soll dazu beitragen, dass die Zeitung trotz des immer hektischer werdenden Alltags weiterhin Bestandteil im Leben der Menschen bleibt und ihnen Information und Orientierung bieten kann.

Hatespeech und andere Herausforderungen
Fridtjof Küchemann, Online-Redakteur im Feuilleton der F.A.Z., stand den Mediapublishing Studierenden und ihren Professoren Ulrich Huse und Christof Seeger Rede und Antwort. Der seit 18 Jahren für die F.A.Z. tätige Journalist ging auf den typischen Arbeitsalltag in einer Onlineredaktion ein, erklärte, welche Artikel sich für die Onlineveröffentlichung eignen und welche exklusiv für Abonnenten bereitgestellt werden. Besonders interessant war zu hören, wie die F.A.Z. mit Hatespeech und extremen Kommentaren zu ihren Artikeln umgeht. Küchemann betonte, dass hier viel Fingerspitzengefühl erforderlich sei, da die Kommentarfunktion ein demokratisches Element sei und meist zur Bereicherung der Artikel beiträgt.

Balance zwischen Tradition und Moderne
Auch die spannende Frage nach der ›Zeitung von morgen‹ wurde angeregt diskutiert. Die Kunst, die Leser weiterhin zu erreichen, bestehe darin, so Küchemann, die richtige Balance zwischen elektronischer und gedruckter Zeitung zu finden. Denn ganz gleich, auf welchen der Kanäle man sich konzentriere, in jedem Fall verlöre man Leser. Ein Patentrezept gibt es (bisher) nicht.

Nach einer fast zweistündigen, angeregten Diskussion verließen die Studierenden mit vielen neuen Eindrücken und Denkanstößen das Frankfurter Verlagshaus.

(si019 und lh079)

20. Juni 2018