ZEIT Verlag – Jung, offen und innovativ

Am Donnerstagmorgen besuchte eine Gruppe des Studiengangs Mediapublishing den ZEIT Verlag. Da alle Mediapublisher schon lange mit der Marke ›ZEIT‹ vertraut sind, bestanden große Erwartungen. Diese wurden nicht enttäuscht – ganz im Gegenteil: Die Gruppe erlebte einen sehr informativen und abwechslungsreichen Vormittag.

DIE ZEIT - eine starke Verlagsmarke und ihre Ableger

Zu Beginn stellte Charlotte Sievers, Junior-Referentin im Bereich Unternehmenskommunikation und Veranstaltungen, die Marken des ZEIT Verlags vor. Sie bestätigte, dass die Wochenzeitung DIE ZEIT nach wie vor das Kerngeschäft des Verlags bildet. Jedoch gebe es immer mehr zusätzliche Unternehmenszweige, die die Wirtschaftlichkeit des Verlags stärken. Neben Magazinen wie ›ZEIT Leo‹ oder ›ZEIT Wissen‹ sind dies zum Beispiel die Tochterunternehmen ›ZEIT für die Schule‹ oder der ›ZEIT Shop‹. Eine erfreuliche Entwicklung sei auch, dass der ZEIT Verlag - entgegen dem Trend der Branche - stetig wächst. Vor allem der digitale Bereich lege regelmäßig zu.

Gründe dafür gibt es einige: Zunächst plane der ZEIT Verlag strategisch. Auf Veränderungen wird weit im Voraus reagiert und Innovationen werden konsequent vorangetrieben. Beispiel hierfür sei die Einführung von eigenen Regionalteilen für Hamburg oder die Schweiz. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist das auffällige und einzigartige Layout, das durch das große Format von DIE ZEIT gut zur Geltung komme. Ein wichtiger Punkt seien auch die vielen Angebote für Kinder, um eine frühe Bindung an die Marke ›ZEIT‹ zu erreichen. Zusätzlich werde die Verlagsmarke durch die jährlich 150 Veranstaltungen des ›ZEIT Verlags‹ gestärkt. Besondere Aufmerksamkeit erzielte bei den Studierenden vor allem die Hate-Poetry-Veranstaltung, bei der verschiedene Redakteure mit Migrationshintergrund rassistische Leserbriefe vortragen.

Ein Beispiel aus der Praxis - die ›ZEIT Campus‹-Website

Nach der Einführung stellten Imke Weerts und Svenja Rateike ihre Arbeit in der Produktentwicklung vor. Anhand der neuen ›ZEIT Campus‹-Website erläuterten sie sehr anschaulich ihre Aufgaben im Verlag. Ziel der neuen Website sei es, alles zum Thema Studium unter der Marke ›ZEIT Campus‹ zu bündeln. Die ›ZEIT Campus‹-Website ist über einen Reiter auf der ZEIT-Website erreichbar und hat ein eigenes Layout. Die vormals wild verstreuten Informationen zum Thema Studium sind nun schnell und einfach auffindbar.

Bei der Entwicklung eines neuen Produkts oder einer Website sei es wichtig, ständig mit den Redakteuren, den Dienstleistern und den Stakeholdern zu kommunizieren. Nur so erreiche man ein Ergebnis, mit dem alle zufrieden seien. Bei der Entwicklung des Layouts wird vorrangig mit Wireframes, Scrumboards und Userstories gearbeitet. Jedoch werde kein spezielles Innovationskonzept zur Entwicklung neuer Produkte angewandt. Im Fall der ›ZEITCampus‹-Website habe der Verlag aber Befragungen an Schulen durchgeführt, um Layout, Navigation und Produkte zu analysieren und bewerten. Hierüber sei sichergestellt geworden, dass die Website die Bedürfnisse der Zielgruppe optimal erfülle.

DIE ZEIT investiert vor allem in ihre Abonnementen

René Beck, der stellvertretende Marketing-Leiter, klärte zum Abschluss noch über die verschiedenen Marketing-Maßnahmen des ZEIT Verlags auf. So mache DIE ZEIT keine Imagewerbung, sondern nur Abonnenten-Marketing. Ziel sei es, den mit circa 70 % sehr hohen Abonnentenanteil zu halten und bestenfalls zu erhöhen. Um dieses Ziel zu erreichen, betreibe der Verlag vor allem Direktmarketing. Die wichtigste Maßnahme zur Kundengewinnung sei dabei das Online-Marketing, zum Beispiel mittels Newsletter oder Social Media, über das etwa 50 % der neuen Abonnements abgeschlossen würden. Eine weitere Maßnahme seien Stände an Hochschulen oder Bahnhöfen, an denen Freiexemplare verteilt werden. Die Standwerbung sei zwar relativ teuer, jedoch könnten hiermit viele Kundendaten generiert werden. Diese ließen sich später für Mailings oder Telefongespräche einsetzen. Sonstige Aktionen sind Abonnement-Anzeigen in DIE ZEIT selbst, die Aktion ›Leser werben Leser‹ oder Fremdwerbung durch Beilagen in Zeitungen mit ähnlicher Zielgruppe.

Praxissemester im ZEIT Verlag

Der Besuch des ZEIT Verlags hat alle Erwartungen voll erfüllt: Er war sehr informativ und unterhaltsam. Es gab viel Zeit für Fragen, die sehr offen und sympathisch von den Mitarbeitern beantwortet wurden. Vor allem die vielen Beispiele aus der Praxis und die Einbindung der Zuhörer machten das Arbeiten im Verlag erlebbar. Mit Blick auf ihr kommendes Praxissemester freute es die Studierenden besonders zu hören, dass der ZEIT Verlag regelmäßig Praktikastellen anbietet, die immer wieder von Mediapublishern wahrgenommen werden.

 

ah163, aw120

21. Juni 2016