Besuch bei Open Publishing

Am Donnerstag besuchte eine Gruppe der Mediapublisher in München das Unternehmen Open Publishing. Begrüßt wurden wir von CEO Christian Damke, der einen kurzen Überblick über das Haus gab: Open Publishing im engeren Sinne gibt es nämlich erst seit September 2014. Es ist das Ergebnis einer Neuaufstellung des Grin Verlages, der sich vom akademischen Selfpublisher , einer Agentur und einem Softwareanbieter für Digitalverlage zum Allround-Dienstleister entwickelt hat. Unter der Dachmarke Open Publishing bietet das Münchner Unternehmen nun beispielsweise Services für die Aufbereitung von Inhalten, für digitales Publizieren und Online-Vermarktung an. Das Haus versteht sich selbst als Unternehmen, das die Veränderungen in der Buchbranche positiv umsetzt und allen Marktteilnehmern hilft, Neuerungen erfolgreich zu gestalten. Mit der angebotenen Unterstützung wolle man den Partnerverlagen die Möglichkeit geben, sich ganz auf das Kernprodukt zu konzentrieren, so Damke.

Anschließend konnten wir die Geschichte des Grin Verlages aus erster Hand hören: Patrick Hammer, der die Firma vor 17 Jahren gegründet hatte, erzählte, wie am Anfang die Plattform hausarbeiten.de stand, auf der wissenschaftliche Arbeiten (zunächst kostenlos, später mit einem Erlösmodell) veröffentlich werden konnten. Aus einzelnen Hausarbeiten wurden Bücher, die Bücher wurden zahlreicher und so entstand der Grin Verlag. Einfach „weil wir irgendwann gemerkt haben, dass wir ein Verlag sind“, erinnert sich Patrick Hammer. Inzwischen hat der Grin Verlag 170.000 E-Books und 110.000 Bücher veröffentlicht und bietet seinen Autoren und Kunden einen weltweiten Vertrieb. Das Geschäftsmodell eines solch modernen Digitalverlages basiert in erster Linie auf einer hohen Automatisierung: Jeder Text, der veröffentlicht wird, benötigt nur ca. 10-20 Minuten Aufwand, da der größte Teil der Formatierung, die PDF- und Cover-Erstellung etc. automatisch geschieht. Alle Titel, die der Grin Verlag im Programm hat, stehen auch als Print on demand zur Verfügung. Überraschend dabei ist, dass von den gedruckten Versionen tatsächlich doppelt so viele verkauft werden wie von den E-Books.

Als dritter Punkt wurde das Thema Händlermarketing vorgestellt. Matthias Baumann berichtete, dass gerade Anbieter wie Amazon sehr kennzahlenorientiert seien und gut gehende Bücher weiter herausstellen. Daher sei das Ziel des Händlermarketings eine gute virtuelle Sichtbarkeit beim Endkunden zu schaffen. Die Kriterien für eine solche Handelskampagne sind klar gegeben: Angefangen beim relevanten Inhalt bis hin zum passenden Cover und den richtigen Metadaten. Weiter sei die Größe des Verlages ein wichtiger Punkt für die Händler und nicht zuletzt sind positive Rezensionen nötig, um mögliche Aktionen seitens der Händler auszulösen. Insgesamt also eine unternehmerische Herausforderung, die von dem Wunsch nach besserem Zugang zu Händlern, höherer Automatisierung seitens der Händler und aktiveren Kommunikation zwischen Verlag, Autor und Lesern begleitet wird.

Zum Abschluss wurde uns noch bilandia.de vorgestellt. Dieser Zweig von Open Publishing bietet Kunden Unterstützung in den Bereichen Online Marketing und Social Media und wurde uns durch Marketingleiter Albrecht Mangler humorvoll nähergebracht.
Wir bedanken uns für einen interessanten Besuch bei Open Publishing, für die ausführlichen Einblicke in das Unternehmen und für die Beantwortung unserer Fragen.

(vk035 und mm202)

18. Mai 2015