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Exkursion: Interkulturelle Bibliotheksarbeit in den Niederlanden

Openbare Bibliothkeek Amsterdam (Wikimedia Commons)
Openbare Bibliothkeek Amsterdam (Wikimedia Commons)

Eine interessante Studienreise haben 14 Studierende des Studiengangs Bibliotheks- und Informationsmanagement Bachelor (BIB) der Hochschule der Medien (HdM) hinter sich: vom 1.-4. November 2009 besichtigten sie Öffentliche Bibliotheken in Rotterdam und Amsterdam und nahmen an einer Tagung zum Thema Interkulturelle Bibliotheksdienste teil.

Die Exkursion fand im Rahmen des Wahlmoduls "Library Services for Multicultural Communities" der schwedischen Gastprofessorin Gullvor Elf statt. Gullvor Elf und die akademische Mitarbeiterin Katrin Sauermann, die die Exkursion gemeinsam organisiert hatten, sowie Professorin Susanne Krüger, begleiteten die Reise. Zunächst ging es mit dem Zug nach Rotterdam. Dort bezogen die Studierenden Quartier in der Jugendherberge, die in den berühmten "Cube Houses" untergebracht ist. Den Rest des Tages erkundeten die Exkursionsteilnehmer das Stadtzentrum auf eigene Faust, trotz stürmischem Dauerregen und winterlicher Kälte.

Multikulturelle Bibliotheksangebote in Rotterdam

Am nächsten Morgen stand die Tagung "Multicultural Libraries: practice makes perfect!" in der Zentrale der Öffentlichen Bibliothek Rotterdam auf dem Programm. Die Veranstaltung wurde von der Netherlands Public Library Association (NPLA) organisiert, nachdem Bibliothekare aus Spanien und Skandinavien mit dem Wunsch nach solch einer Tagung an die NPLA herangetreten waren. Nach der offiziellen Begrüßung und einer Präsentation der Dienstleistungen für Migranten in der Stadtbibliothek Rotterdam führten Mitarbeiter durch die Zentralbibliothek. Dabei wurde ausgiebig erläutert, wie die Angebote für Migranten auf das neue Integrationsförderungsprogramm der Stadt Rotterdam, die sogenannte "Integrationsleiter", ausgerichtet sind. In der Mittagspause bot die Stadtbibliothek die Gelegenheit, ihren "Multi-Touchscreen"-Tisch zu testen. Auf dem Gerät ist z.B. interaktive Edutainment-Software installiert, die Bibliotheksbenutzer gemeinsam ausprobieren können. Für das Nachmittagsprogramm hatten Tagungsteilnehmer Vorträge über ihre Praxisprojekte im Bereich interkultureller Bibliotheksarbeit vorbereitet: Zu den Referenten zählten:

  • Gisela Sendra Pérez: Gandia Public Library : the response of its libraries to growing cultural diversity (Gandia, Spanien)
  • Grete Bergh: Children's libraries in Kindergartens (The Norwegian Archive, Library and Museum Authority, Norwegen)
  • Miguel Benito: Libraries for All (Immigrant-institutet Sweden)

Außerdem stellte Dennis Wacht das "Grundtvig"-Programm für Lebenslanges Lernen der EU vor und zeigte auf, welche Fördermöglichkeiten dieses Programm für Bibliotheken eröffnet. Anschließend besuchten die Tagungsteilnehmer die neugestaltete Bibliothekszweigstelle im Rotterdamer Stadtteil Delfshaven mit einem offenen, einladenden Konzept, das sehr gut bei der Bevölkerung ankommt. Zum Ausklang lud die NPLA alle Teilnehmer auf ein stimmungsvolles Dinner in ein marokkanisches Restaurant ein. Das vollständige Programm der Tagung sowie die Abstracts der Referenten sind abrufbar auf der Website der NPLA.

Amsterdams Öffentliche Bibliothek verzauberte

Am nächsten Morgen ging es weiter nach Amsterdam zur Besichtigung der imposanten Zentrale der Openbare Bibliotheek Amsterdam (Öffentliche Bibliothek Amsterdam). Nach einer kurzen Präsentation des Bibliotheksdirektors Hans von Velzen führte eine Mitarbeiterin die Exkursionsgruppe durch die zehnstöckige Bibliothek. Es gab viel zu bestaunen in der größten Öffentlichen Bibliothek Europas. Abgesehen von der stilvollen Architektur zum Beispiel ein Radiostudio, wo der staatliche Rundfunk jeden Nachmittag eine Livesendung produziert. Oder der hauseigene Theatersaal mit Platz für 260 Personen. Nicht zu vergessen das attraktive Bibliotheksrestaurant im obersten Stock mit Besucherterrasse und einem herrlichen Blick auf den Hafen und die Altstadt. So gingen die ursprünglich angesetzten zwei Stunden zur Besichtigung viel zu schnell vorüber. Gut zu wissen, dass die Openbare Bibliotheek Amsterdam Praktikumsplätze für Bibliothekstudenten bietet. Am letzten Tag der interessanten Reise besuchten die Studentinnen die Amsterdamer Stadtteilbibliothek Staatsliedenbuurt. Auch dort wurde die Gruppe sehr freundlich empfangen, fürstlich bewirtet und alle Fragen ausführlich beantwortet. Die wenigen verbleibenden Stunden in Amsterdam nutzten die Studierenden noch schnell zu einem Besuch des Rijksmuseums, des Anne-Frank-Hauses oder einem Einkaufsbummel auf dem Blumenmarkt. Am Spätnachmittag stiegen dann alle müde und voller Eindrücke in den Zug zurück nach Deutschland.- Und kurz nach 22 Uhr hieß es schließlich: "Herzlich willkommen am Stuttgarter Hauptbahnhof". Die Exkursion wurde bezuschusst durch die Hochschule der Medien sowie dem Studiengang Bibliotheks- und Informationsmanagement Bachelor. Drei Studierende mit erhöhtem Förderbedarf danken darüber hinaus dem Verein Freunde und Förderer der Hochschule der Medien e.V. für die großzügige zusätzliche Unterstützung.

Autor:
Anna Lamparter (Studentin, 5. Sem. BIB) und Katrin Sauermann (Akad. Mitarbeiterin)

11. Dezember 2009

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