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Absolventin spricht auf der Arbeitstagung der Vereinigung Deutscher Wirtschaftsarchivare e.V.

Die Arbeitstagung der Vereinigung Deutscher Wirtschaftsarchivare e.V. (VdW) fand in diesem Jahr vom 01. bis 03. Mai im Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart statt. Treffend zum 125-jährigen Jubiläum des Automobils lautete das Motto der Tagung "Unternehmer, Erfinder, Ingenieure - Nachlässe in Wirtschaftsarchiven".

Aktuell wird beobachtet, dass das Interesse der Medien und der biographischen Forschung über Unternehmer und deren Biographien immer stärker zunimmt. Das Programm der diesjährigen VdW-Arbeitstagung umfasste daher Beiträge zu allen Facetten der Sammlung, Aufbewahrung und Nutzung von Nachlassmaterialien in den Archiven der Wirtschaft.

Website der Tagung

Den Eröffnungsvortrag hielt Dr. Christian Klein (Bergische Universität, Wuppertal) mit seinem Beitrag zur Theorie und Praxis des biographischen Schreibens, in dem er beispielhaft über die Nutzung von Nachlässen zur biographischen Forschung berichtete. historischer "Kompetenzstreitfall" zwischen Bibliotheken und Archiven

Zu Beginn der ersten Sektion, welche sich mit der Theorie und Praxis der Nachlassbearbeitung auseinandersetzte, stand der Beitrag von Janet Dilger zur bibliothekarischen und archivischen Nachlasserschließung. Der historische "Kompetenzstreitfall" zwischen Bibliotheken und Archiven um die ideelle Zuständigkeit und die richtigen Erschließungsmethoden für Nachlässe stand im Fokus von Frau Dilgers Beitrag. Die Referentin hält den Kompetenzstreitfall zwar für beendet, nutzte ihn jedoch, um einen Überblick zur Geschichte der Nachlasssammlung und -erschließung in Archiven und Bibliotheken zu geben. Ihr Beitrag thematisierte unter anderem die Gründe für das Sammeln von Nachlässen, die Zwecktheorie, die Ängste vor der Flurbereinigung, das Spannungsfeld zwischen bibliothekarischen und archivischen Methoden der Nachlasserschließung sowie sehr knapp die Richtlinien und Nachweisinstrumente, welche bei der Erschließung von Nachlässen Verwendung finden. Neben den Facetten des Kompetenzstreitfalls wurden die Literaturarchive kurz charakterisiert. Außerdem ging Frau Dilger auf die aktuellen Entwicklungen ein und sprach Kooperationsmöglichkeiten zwischen Archiven und Bibliotheken bei der Nachlasserschließung an.

In der ersten Sektion zur Theorie und Praxis der Nachlassbearbeitung sprachen anschließend Dr. Harald Müller (Max Planck Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, Heidelberg) zum Datenschutz und Persönlichkeitsrecht bei Nachlässen in Archiven, Dr. Ulrich Soénius (Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv, Köln) zum Nachlass von Nikolaus August Otto und Swen Steinberg (TU Dresden) zur Bestandserschließung und den inhaltlichen Potentialen des Unternehmernachlasses der Papierfabrik Kübler& Niethammer.

biographische Datensammlungen

Die zweite Sektion am Nachmittag des 2. Mai widmete ihre Aufmerksamkeit den biographischen Datensammlungen. Hier referierten Dr. Bernhard Ebneth und Matthias Reinert (Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, München) über die Entwicklung der NDB vom Lexikon zum Online-Informationssystem. Des Weiteren berichtete Manuela Lange (Bundesarchiv, Koblenz) über die Zentrale Datenbank Nachlässe und Dr. Marcus Widner (Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Münster) stellte unter dem Titel "Die Region in der Welt" biographische Nachschlagewerke im Zeitalter des Internets vor.

Das Unternehmerbild in den Medien

Am 3. Mai widmete sich die dritte Sektion der VdW-Arbeitstagung dem Unternehmerbild in den Medien. Dazu sprach Angela Elis (Moderatorin / Buchautorin, Freiberg) "Wie Bertha Benz ihrem Mann zu Weltruhm fuhr". Leopold Hoesch (Produzent, Broadview TV, Köln) zeigte am Beispiel der Dokumentarfilme über Familien-Dynastien die Arbeit der Medien mit Unternehmernachlässen auf. Über die Unternehmerporträts auf Medaillien referierte Ulf Dräger (Münzkabinett der Stiftung Moritzburg, Halle) und Manfred Köhler (FAZ Rhein-Main-Zeitung, Frankfurt am Main) gab in seinem Beitrag zum Unternehmerbild in den deutschen Zeitungen einen Einblick in die Arbeit der Wirtschaftsjorunalisten.

Die Beiträge der Referenten, darunter der Beitrag von Janet Dilger zum historischen Kompetenzstreitfall bei der bibliothekarischen und archivischen Nachlasserschließung, werden im Heft 02/2011 der wirtschaftsarchivarischen Fachzeitschrift "Archiv und Wirtschaft" erscheinen.

 

 



Kontakt:
Prof. Heidrun Wiesenmüller
Telefon: 0711 25706-188
E-Mail: wiesenmueller@hdm-stuttgart.de

31. Juli 2014

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