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Trickfilmarbeit in Bibliotheken - Studierende der HdM entwickeln Konzepte

Die Medienarbeit mit Kindern wurde von den öffentlichen Bibliotheken in den letzten Jahren intensiviert. Als Ort für Medien und Information bieten sie ein ideales Umfeld, um Kinder an Medien heranzuführen.

Der Studiengang „Bibliotheks- und Informationsmanagement“ der Hochschule der Medien (HdM) bildet in diesem Bereich seit Jahren Studierende aus, so unter anderem in der medienpädagogischen Arbeit mit Hörspielen für Kinder, mit Bilderbuchkino oder mit Kinderadio. Im Sommersemester 2012 konnte ein neuer Medienbereich in das Angebot des Studiengangs integriert werden.

Im Rahmen des Wahlmoduls „Trickfilm Seminar – medienpädagogische Arbeit in Bibliotheken“ lernten 13 Studierende den Umgang mit dem „Trickfilm-Koffer“. Grundlage des Studienangebots ist das Projekt der Landesanstalt für Kommunikation (LFK) Baden-Württemberg, die seit 2007 einen Trickfilmwettbewerb für Grundschulen anbietet und gleichzeitig die Trickfilmarbeit in die Ausbildung von Pädagogen integriert. Als Basis für das neue HdM-Angebot fördert die LFK ein entsprechendes Tutorat und den für die Trickfilmarbeit notwendigen Trickfilm-Koffer. Ziel dabei war es, Studierende des Studiengangs in die Arbeit mit dem Trickfilmkoffer einzuführen und die Kompetenzen zu vermitteln, Trickfilmprojekte mit Kindern in Bibliotheken durchzuführen.

Für Prof. Dr. Richard Stang (Projektverantwortlicher der HdM) ist das Angebot eine Weiterentwicklung bei der Förderung von Medienkompetenz für Studierende: „Die Studierenden können mit diesem Angebot ausprobieren, wie Trickfilmarbeit mit Kindern in Bibliotheken realisiert werden kann. Sie lernen nicht nur selbst den Umgang mit der Technik, sondern bauen Kompetenzen bei der medienpädagogischen Vermittlung auf, die es ihnen später im Beruf einfach machen, solche Angebote in ihrer Einrichtung zu realisieren. Für uns ist es ein Glücksfall, dass die Entwicklung entsprechender Konzepte von der LFK gefördert wird. Alleine könnten wir das in der Entwicklungsphase nicht stemmen.“

Auch von Seiten der LFK wird ein immenses Potenzial für die medienpädagogische Arbeit in Bibliotheken gesehen. „Aufgrund unserer Erfahrungen sehen wir, dass Kinder Medien nicht nur konsumieren sondern auch kreativ nutzen wollen. Beim Medium Trickfilm lassen sich Lesen, Schreiben, Sprechen und Malen sehr gut kombinieren. Insofern können Bibliotheken ideale Voraussetzungen anbieten, um Kindern und Jugendlichen kreative Wege zu Medien zu eröffnen. Da wir Medienkompetenz im schulischen und außerschulischen Bereich mit verschiedensten Angeboten fördern, freuen wir uns insofern über diese Kooperation mit der HdM und das Interesse der Bibliotheken, Angebote der LFK in ihre medienpädagogische Arbeit mit aufzunehmen“, so Thomas Langheinrich, Präsident der Landesanstalt für Kommunikation.

Die konkrete Umsetzung der im Wahlmodul erworbenen Kompetenzen erfolgte in der Stadtbibliothek Göppingen und der Stadtteilbibliothek Stuttgart-Freiberg. Jeweils eine Studierendengruppe entwickelte ein entsprechendes Konzept und bereitete für diese Einrichtungen einen zweitägigen Workshop für Kinder vor. Die Workshops wurden dann von den Studierenden in den Pfingstferien realisiert. Für die Einrichtungen war das ein interessantes Angebot, das auf eine sehr gute Resonanz bei den Kindern und Jugendlichen traf. Birgit Kaupe, die das Angebot in der Stadtbibliothek Göppingen koordinierte, hebt vor allem hervor: „Die Kinder waren mit großem Interesse dabei und auch Eltern zeigten sich positiv überrascht über die Qualität des Angebots.“

Doch nicht nur die Kinder und Jugendlichen haben durch dieses Trickfilm-Seminar neue Medienkompetenzen hinzugewonnen, sondern auch die Studierenden konnten grundlegende medienpädagogische Kompetenzen erwerben.

Timo Strohmaier, der das Angebot als Lehrbeauftragter durchführte, zieht ein positives Resümee des Wahlmoduls: „Durch die Konfrontation mit verschiedenster Medientechnik und damit verbundener Software haben die Studierenden mehr gelernt als nur Trickfilme zu produzieren. Sie können nun auch Medieninhalte besser einschätzen und bewerten. Vor allem durch die konkrete Umsetzung haben sie ein Gefühl dafür bekommen, wie man mit Kindern arbeitet. Das ist eine wichtige Voraussetzung für die zukünftige Arbeit mit den Digital Natives in Bibliotheken.“

Im Wintersemester 2012/2013 wird das Angebot mit Förderung der LFK weitergeführt. Auch hier werden die Umsetzungen wieder in zwei Bibliotheken stattfinden. Zusätzliches Ziel des Angebots wird es sein, eine Handreichung für die Trickfilmarbeit zu erstellen, die Bibliotheken dabei unterstützt, Trickfilmworkshops für Kinder zu realisieren. Aufgrund der guten Erfahrungen (Resonanz seitens Studierenden und Bibliotheken) mit diesem Angebot plant die HdM das Wahlmodul auch weiterhin anzubieten.



Kontakt:
Prof. Dr. Richard Stang
Telefon: 0711 8923-3174
E-Mail: stang@hdm-stuttgart.de

30. Juli 2014

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