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Virtuelles Schlendern durch Bilder und Bücher

digitalesammlung.staedelmuseum.de
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Das Frankfurter Kunstmuseum Städel digitalisiert seine komplette Sammlung inklusive der Kunstwerke im Archiv. Damit sollen neue Räume erschlossenen und in Zeiten von Smartphone, Selfies & Co. die jungen Leute abgeholt werden. Bibliotheken sind in Sachen Digitalisierung viel weiter und könnten als Vorbild dafür dienen, wie eine solche digitale Plattform für die Museen aussehen könnte.

Max Hollein, Direktor des Frankfurter Städel Museums, sieht laut der Nachrichtenagentur dpa in der digitalen Erweiterung des Museums das große Thema in den nächsten Jahren. Mit dem Vorhaben, sein gesamtes Archiv zu veröffentlichen und online weltweit zugänglich zu machen, befindet sich das Städel Museum gerade in einer Vorreiterrolle. Viele Museen haben nicht einmal eine Datenbank, geschweige denn ihre Bestände online. Auch in den sozialen Netzwerken ist nur eine Minderheit vertreten.

Der stille Besucher wird aktiv

Sehen und gesehen werden vor dem Bild seiner Wahl, posieren, lächeln, verändern und die Freunde am Moment teilhaben lassen. Mit einem Klick verändert sich die Zukunft der Museen. Sie sind nicht länger erhabener Speicher für Bilder und Skulpturen. Die meisten Museen betrachten diese Entwicklung mit Unbehagen. Wenn Bilder plötzlich nichts mehr kosten, da sie jeder schnell kopieren und weiterversenden kann, verändert sich auch der Blick auf die Kunst. Das Original verliert an Bedeutung und führt nun dazu, dass sich die Museen neue Räume erschließen müssen.

Stimmung und Wirkung als neue Schlagwörter

Ziel ist eine digitale Exponate-Plattform, die für jedermann nutzbar ist. Dazu wird der Sammlungsbestand mit 80 Schlüsselwörtern pro Bild verschlagwortet. So wird eine spielerische Entdeckung der Kunst möglich. Neben den Daten des Künstlers, des Kunstwerks und der kunsthistorischen Motiv- und Stilmerkmale wagt sich das Museum an subjektive Schlagwörter heran, durch die der Besucher das Museum online nach Kunstwerken durchsuchen kann, die auch von Angst und Düsternis erzählen. Es vermengen sich Jahrhunderte, Stile und Gattungen und fordern den Betrachter zu einer assoziativen Kunstbetrachtung auf.

Bibliotheken sind viel weiter

Während Museen sehr auf ihre eigene Sammlung fixiert sind, organisieren sich Bibliotheken in Verbünden. Solche Verbünde erlauben, dass man sich an bereits digitalisierte Literatur und Artikel anhängt, sofern die Bibliothek die Werke selbst im Bestand hat. Marcus Hennies, Professor für digitale Datenbanken an der Hochschule der Medien (HdM), erläutert, dass viele Prozesse digital ablaufen, wie zum Beispiel die gesamte Katalogisierung. Auch neuere Literatur ist heutzutage sofort als E-Book erhältlich. Zudem publizieren die jungen Forscher verstärkt online.

Probleme bei der Digitalisierung von älterer Literatur

Probleme ergeben sich bei Literatur, die in einer Grauzone liegt. "Bei verwaisten Werken, bei denen sich die Rechte nicht mehr feststellen lassen, weil der Autor nicht mehr bekannt ist, ist eine digitale Erfassung nicht erlaubt. Ebenso bei Literatur, die dem Urheberrechtsschutz unterliegt. Und wenn es sich um vergriffene Werke handelt, dürfen diese nach neuestem EU-Recht nur mit hohen Hürden digitalisiert werden. Technisch ist bereits alles möglich, aber die Schutzfristen erschweren die Digitalisierung", sagt Hennies.

Bibliotheken wandeln sich

Während sich Museen neue digitale Räume erschließen und ihren Bestand und ihr Wissen weltweit online zur Verfügung stellen wollen, verändert die physische Bibliothek ihre Funktion. "Die Bibliotheken verändern ihre Charakteristik," erklärt Hennies. "Sie dienen nicht mehr als Lager für Literatur, sondern wandeln sich zu Lernbereichen, den sogenannten 'Maker-Spaces'." So entstehen neue Lernwelten für Studenten.

Quellen:

www.zeit.de

www.monopol-magazin.de

www.art-magazin.de

www.staedelmuseum.de

 

Text: Sina-Catharina Voigt

 



Kontakt:
Prof. Markus Hennies
Telefon: 0711 8923-3171
E-Mail: hennies@hdm-stuttgart.de

13. Mai 2015

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