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Zielgruppe Flüchtlinge

Die Öffentlichen Bibliotheken haben die Aufgabe neue Zielgruppen wahrzunehmen und zu integrieren. Die bisherigen Konzepte müssen zumindest angepasst werden. Im Wintersemester erarbeiteten 2 Gruppen unter der Leitung von Prof. Susanne Krüger eine Bibliotheksrallye für eine Vorbereitungsklasse im Einzugsgebiet von Vaihingen und eine Bibliothekseinführung mit vielen visuellen Hilfen und in einfacher Sprache für die Stadtbibliothek Böblingen.

Bibliotheksrallye mit einer Vorbereitungsklasse

Erklärung der Spielregeln des Hindernislaufes
Zielgruppe sind ca. 10-13-Jährige Kinder einer
Vorbereitungsklasse mit unterschiedlichem Sprachniveau.
Durch sechs verschiedene Spiel-Stationen werden
alle Etagen der Bibliothek mit einbezogen. An einer
Station werden Papierflieger gebastelt, an weiteren
Stationen ein Hindernisparcours überwunden, Bücher
werden gesucht, in denen ein Puzzle-Teil steckt,
ein Memory mit Begriffen aus der Bibliothek gespielt.

 

Ergebnis

Die Kinder haben intuitiv die in einfachem Deutsch vorgetragenen Spielregeln erfasst. Sie waren beteiligt, weil von ihnen keine sprachliche Leistung erwartet wurde. Sie waren bewegungsfreudig, kommunikativ und herzlich, was wiederum die Studierenden sehr positiv wahrnahmen. Es ging überhaupt nicht darum, die Bibliotheksbürokratie zu erklären, sondern die Bibliothek als angenehmen Ort zu profilieren. Das ist gelungen.

Bibliothekseinführung für eine Sprachklasse in Böblingen

Sportliche Herausforderung
Für Erwachsene, die einen allerersten Sprachkurs an der Volkhochschule absolvierten, sollte eine Führung in einfacher Sprache konzipiert werden. Auch hier war das wichtigste, dass die Bibliothek als einladender Ort wahrgenommen wird. Nach einer ausführlichen Vorstellungsrunde, in der jeder sagte, woher er kommt, wurden ganz einfache Fragen und Antwortkarten ausgeteilt und vorgelesen. Es war eine erste Einführung in die „Regeln" und in das Angebot der Bibliothek, was dann durch leichte Aufgaben, die durchgehend visualisiert dargestellt waren, ergänzt wurden. In mehreren Kleingruppen ging man durch die Bibliothek, die Aufgaben wurden gelöst und Fragen beantwortet. Am wichtigsten war die abschließende Kaffeerunde, in der sich lebhafte Gespräche ergaben und für die Studierenden deutlich wurde, wie interessiert die Sprachschüler an Kontakten zu deutschen Muttersprachlern waren. Diese Kontaktaufnahme ist das wichtigste! Konzepte zu entwickeln, ohne die Zielgruppe genau zu kennen, macht nicht viel Sinn.

Weitere Informationen und Projektberichte sind zu erhalten bei Prof. Susanne Krüger.



Kontakt:
Prof. Susanne Krüger
E-Mail: kruegers@hdm-stuttgart.de

12. Februar 2016

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