Portalbeitrag

Darstellung der getätigten digitalen Kommunikation durch Wahl geeigneter Visualisierungsformen

Pirmin Buchenberg, Verena Hassler und Ralph Tille

von links: Pirmin Buchenberg, Ralph Tille, Verena Hassler
von links: Pirmin Buchenberg, Ralph Tille, Verena Hassler

Gewinnerbeitrag des Best Paper Award 2012 an der Fakultät III der HdM

Zum Tag der Forschung an der Hochschule der Medien am 16. Mai 2012 fand zum zweiten Mal der Best Paper Award für Studierende und Professoren an der Fakultät III „Information und Kommunikation" statt. Fragestellungen der Forschungsgruppen und der forschenden Professoren an der Fakultät werden auch in Lehrveranstaltungen oder Abschlussarbeiten behandelt. Oft werden in diesem Rahmen neue und interessante Erkenntnisse erarbeitet. Um solche Themen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen und die Forschungskultur an der Fakultät zu stärken, waren Studierende zusammen mit ihren Professoren aufgerufen, im Rahmen des Best Paper Awards ein wissenschaftliches Paper zu verfassen. Die Inhalte der jeweiligen Papers sollten von den Studierenden aufbereitet und niedergeschrieben werden. Die Professoren hatten als Koautoren eine betreuende Rolle.

Den zweiten Platz beim Best Paper Award 2012 gewannen die Studierenden Primin Buchenberg und Verena Hassler des Studiegangs Informationsdesign zusammen mit Prof. Ralph Tille als betreuender Professor.

Zusammenfassung des Beitrags

In den letzten Jahren beschäftigen sich immer mehr Desig-ner mit der Aufgabe, abstrakten Daten eine geeignete und ansprechende Form zu geben. Diese Aufgabe war auch Gegenstand im Projektseminars Datenvisualisierung im Wintersemester 2011/12. Unter dem Projektnamen Countmunication wurden innerhalb von sieben Tagen die digitale Kommunikation zweier Studierender aufgezeichnet. Die Aufzeichnungen und Exploration der Daten sollte sich mit folgenden Fragestellungen beschäftigen: Wie stark werden unterschiedliche Kommunikationskanäle genutzt? Und in welcher Situation und zu welchem Zweck wird welches Medium gewählt? Ziel des Projekts war die Darstellung der getätigten elektronischen Kommunikation durch Wahl geeigneter Visualisierungsformen. Die Identifizierung statistischer Eigenschaften dienten als Ausgangspunkt für die Erstellung von Visualisierungskonzepten. Zur Steigerung der Interaktivität und des Nutzungserlebnisses wurde eine physische Umsetzung gewählt. Als Hauptaspekt der Darstellung wurden die Gemein-samkeiten und Unterschiede zwischen den beiden Personen untersucht und auch überraschende Erkenntnisse sollten veranschaulicht werden. Um diese Erkenntnisse möglichst interessant aber auch verständlich darzustellen wurden zwei zentrale Visualisierungen gewählt: die 24-Stunden-Uhr, in der vor allem Werte wie Zeit, Häufigkeit und Kommunikati-onsgruppen im Vordergrund standen, sowie ein Balkendiagramm indem die Mediennutzung im Bezug zum Standort thematisiert werden sollte. Die Entscheidung für diese beiden Darstellungsformen fiel nach Abwägung der Vor- und Nachteile der jeweiligen Diagrammarten. Obwohl das Kreisdiagramm in der Visualisierung ein negativen Ruf als überstrapazierte Businessgrafik besitzt, eignete es sich in abgewandelter Form für diesen Darstellungs-zweck. Die 24-Stunden-Uhr wurde als eine innovative Mischform verschiedener Diagrammtypen entwickelt und diente dazu, große Datenmengen durch wenige Elemente darzustellen. Die Kreisform vermittelt durch ihre einfache Struktur eine leichte Verständlichkeit für den Betrachter. Das bidirektionale, horizontale Balkendiagramm vermittelt als klassische, geläufige Grafik einen klaren und schnellen Überblick über die Zusammenhänge zwischen Kommunikationsmedium und Standort. Linien und Balken wurden in beiden Visualisierungen durch reale Fäden ersetzt, um die netzartigen Strukturen der Kommunikation in einer visuellen Metapher aufzugreifen. Die Fäden, sowie ausgelagerte Legenden und spezielle Informationskärtchen, die an besonders signifikanten Stellen der Visualisierung angebracht waren, ermöglichen dem Betrachter mit der Datenvisualisierung zu interagieren und liefern ihm bei Bedarf Detailinformationen, sogenannte details-on-demand.

 


Weiterführende Links:
Tag der Forschung 16. Mai 2012 - Angebote zum Zuhören, Mitmachen und Diskutieren
Fakultät III Information und Kommunikation


Autoren

Eingetragen von

Name:
Prof. Dr. Michael Burmester  Elektronische Visitenkarte


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