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Hochschule der Medien

Gedruckte Akkus

Praxisnahe und innovative Forschung an der HdM

Die HdM arbeitet gemeinsam mit der VARTA Microbattery GmbH und der etifix GmbH an einem gedruckten Akku. Mit diesen wieder aufladbaren, im Siebdruck hergestellten Batterien leisten die HdM und ihre Kooperationspartner Pionierarbeit.

Gedruckte Akkus
(Fotos: Christina Walzner, Varta)

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Eine an der HdM produzierte 40x40mm große und 600 µm dicke Akkuzelle

Eine an der HdM produzierte 40x40mm große und 600 µm dicke Akkuzelle

Dabei ergänzen sich die drei Kooperationspartner optimal: Die Hochschule der Medien (HdM) steuert ihr Druck-Know-how bei, die VARTA Microbattery GmbH ihre Fachkenntnisse aus der Elektrochemie und die etifix GmbH ihre Erfahrung auf dem Gebiet der Etikettenproduktion.

Betreut wird das Projekt auf der Seite der Hochschule der Medien von Prof. Dr.-Ing. Gunter Hübner und seinem akademischen Mitarbeiter Dipl.-Ing. (FH) Michael Wendler. Das Projekt wird im Rahmen des Forschungsprogramms "FHProfUnd" vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung auf drei Jahre gefördert. Grundlage des im Frühjahr 2008 angelaufenen Projektes bildet eine Diplomarbeit aus dem Jahr 2006: Die Machbarkeitsstudie, die von dem Studierenden Boris Vindus aus dem Studiengang Druck- und Medientechnologie an der Hochschule der Medien in Kooperation mit VARTA erstellt wurde, beschäftigte sich mit dem Druck von Nickel-Metallhydrid-Akkumulatoren (NiMH-Akkus). Die jetzigen Forschungsarbeiten schließen an die gute Zusammenarbeit mit dem Industriepartner an, mit dem Ziel, einen gedruckten Akku für die Serienproduktion zu entwickeln.

Klein, günstig und umweltverträglich

"Das, was unsere Batterie im Vergleich mit den derzeit am Markt befindlichen Produkten einmalig macht, ist, dass sie eine Sekundärzelle, also ein Akkumulator ist und auch nach dem hundertsten Aufladevorgang noch keine Ermüdungserscheinung zeigt.", so Michael Wendler. "In diesem Zusammenhang gab es bereits zwei Patentanmeldungen. Darüber hinaus ist der Akku durch seine Herstellungs- und Materialkosten von wenigen Cents, seine geringe Größe und flexibel gestaltbare Form ideal für die Serienproduktion. Auch verwenden wir, anders als andere Anbieter von gedruckten Batterien, keine Schwermetalle wie Cadmium oder Quecksilber, sondern Nickel-Metallhydrid, also umweltverträglichere Rohstoffe."

Kleiner Akku - große Leistung

Der NiMH-Akku besteht aus insgesamt sechs Schichten, die zwischen zwei Foliensubstraten ähnlich einem Ravioli luftdicht eingeschlossen sind: Elektroden, Ableiter, eine Separatorschicht sowie Klebstoff, der die Schichten zusammenhält. Die Foliensubstrate müssen eine hohe Dichtigkeit gegenüber Wasserdampfdiffusion aufweisen, und daher wird hierfür ein Barrierematerial eingesetzt, welches oft auch Coffee-Bag-Folie genannt wird. Die Trägerfolien, die für das spätere Applizieren leicht zu (Klebe-) Etiketten verarbeitet werden können, kommen von der etifix GmbH. Die für die Herstellung benötigten verdruckbaren Elektrodenpasten wurden an der HdM in Zusammenarbeit mit VARTA entwickelt. Der fertige Akku ist extrem flach (max. 600 µm) und nicht viel größer als eine Briefmarke. Dabei kann er, dank der überaus flexiblen Drucktechnik, in allen denkbaren Formen erzeugt werden. Seine Leistung kann durch die unterschiedliche Dicke der gedruckten Schichten und deren Fläche individuell beeinflusst werden.

"Unsere gedruckten Akkus verhalten sich wie konventionelle Akkus. Eine einzelne NiMH-Akkuzelle liefert eine Spannung von 1,2 Volt. Dank der Drucktechnik lässt sich spielend leicht eine Reihenschaltung realisieren, um so die Spannung in Vielfachen von 1,2V zu erhöhen. Die Lebensdauer eines solchen Akkus ist vergleichbar mit der vom konventionellen AA-Typ bzw. Mignon-Zellen. In einem Dauertest von etwa 3.000 Stunden wurden gedruckte Akkus weit über hundert Mal be- und entladen.", so Wendler. Die Kapazität einer Einzelzelle in den Abmessungen 40x40mm beträgt etwa 100mAh.

Vielseitige Einsatzmöglichkeiten

Neuartige Anwendungen sind im Rahmen von Smart-Cards, Smart Objects oder bei aktiven RFID-Transpondern denkbar. In Kombination mit Displays gibt es unzählige Einsatzmöglichkeiten. Das Aufladen ist beim Einschieben in Lesegeräte oder über Solarzellen denkbar. Der flexible Akku als Energiespeicher in funktionaler, mit flexibler Solarzelle bestückter Kleidung sorgt für die Energie zum Betreiben von Beleuchtungen, Sensoren und Überwachungsfunktionen, auch wenn die Sonne einmal nicht scheint.

Kooperationspartner:

VARTA Microbattery GmbH
Dr. Martin Krebs
Daimlerstraße 1
73479 Ellwangen
E-Mail: martin.krebs@varta-microbattery.com

etifix GmbH
Winfried Dudzik
Riedericher Straße 68
72661 Grafenberg
E-Mail: wdudzik@etifix.de

Mirjam Müller

VERÖFFENTLICHT AM

08. September 2010

KONTAKT

Prof. Dr.-Ing. Gunter Hübner

Print Media Technologies

Telefon: 0711 8923-2144

E-Mail: huebner@hdm-stuttgart.de

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