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Hochschule der Medien

Auslandssemester

Von Überstunden, ISA und Survival-Packages mit Spätzle

Die Corona-Pandemie hat vielen Menschen dieses Jahr bei ihren Reiseplänen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das ist längst kein Geheimnis mehr. Der Wunsch, ein Auslandssemester zu machen, rückte daher für viele Studierende erstmal in weite Ferne. Reisewarnungen und geschlossene Grenzen stellten zunächst auch das Akademische Auslandsamt der Hochschule der Medien (HdM) vor großen Herausforderungen.

Allein im Ausland: Für viele Studierende gerade nicht mit der Coronapandemie machbar. (Foto: Unsplash)
Dieses Jahr war nicht nur für Studierende von Einschränkungen und geplatzten Veranstaltungen geprägt."Fast alle Partnerhochschulen außerhalb Europas haben sowohl für das Sommersemester 2020 als auch für das Wintersemester 2020/21 abgesagt. In Europa sind es insbesondere die baltischen und skandinavischen Staaten, die noch laufen", sagt die Leiterin des Akademischen Auslandsamtes, Martina Schumacher. Auch für das Sommersemester 2021 seien schon viele EU-Partner abgesprungen. Viele Outgoings könnten so zurzeit zwar nicht zu ihrem Traumziel starten, doch das Akademische Auslandsamt bemüht sich in enger und guter Zusammenarbeit mit den Partnerhochschulen um verschiedene Alternativen. Das hänge aber auch stark von den jeweiligen Studierenden ab. "Es gibt die Studierenden, die sagen, dass sie trotzdem ins Ausland wollen und in ein anderes Land umbuchen. Andere sagen, dass sie ihr Auslandssemester jetzt so lange vor sich herschieben, bis die Einreise ins Land der Wunschhochschule wieder möglich ist. Und wieder andere legen ihr Auslandssemester in den Master", erklärt Schumacher.

Anlaufstelle Auslandsamt

Wenn Studierende nicht in ihrem Traumland studieren können, gibt es vielleicht andere Möglichkeiten in anderen Ländern innerhalb der EU. (Foto: Unsplash)
Einige ausländische Austauschstudenten wollten ihren Aufenthalt in Deutschland allerdings nicht missen. Auch nicht dann, als im Sommersemester 2020 der Hochschulstart verschoben wurde und sie den Lockdown hautnah in Deutschland miterlebten. Die Mitarbeiterinnen des Akademischen Auslandsamtes zeigten sich besorgt: "Für uns war die große Frage: Geht's ihnen gut? Haben sie Freunde gefunden? Dann haben wir Survival-Packages mit Spätzle und allem Möglichen gepackt, in die Wohnheime gebracht und den Studierenden klar gemacht, dass wir für jegliche Fragen offen sind", so Schumacher. Die Studierenden dankten es den Kolleginnen, sie lobten die Aufmerksamkeit und die Leichtigkeit, mit sie unterstützt wurden. "Viele haben gesagt, dass sie so froh waren an der HdM gewesen zu sein! Das war schon sehr 'heartwarming' für uns", freut sich Schumacher.

Zum Wintersemester 2020/2021 sind 48 Incomings an der HdM angekommen, fast alle aus Europa. Ihre Anreise nach Stuttgart war aufgrund der sich ändernden Corona-Bestimmungen teils turbulent, inklusive Rückkehr ins Heimatland und Wiedereinreise nach Deutschland mit negativen Corona-Test.

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Doch wie sollten im Falle eines Rückfluges die abgesicherten Zimmer für Incomings und Outgoings bezahlt werden? "Das konnten wir in Zusammenarbeit mit den Studierenden und dem Studierendenwerk gut regeln", erläutert Martina Schumacher. Doch nicht nur bei Unterkunftsregelungen steht das Akademische Auslandsamt den Studierenden mit Rat und Tat zur Seite. Um beispielsweise Studierende im Ausland wieder sicher nach Hause zu bringen, mussten kurzfristig Regierungsflieger und Hotelzimmer gebucht werden. Auch Airlines im Zuge der Corona-Pandemie pleitegingen und keine Rückflüge mehr anbieten konnten, schaltete sich das Akademische Auslandsamt ein. Dafür haben Susanne Karcher, Laura Ryhänen und Nadja Schmittner viele Abende und Wochenenden investiert.

Flexibler Studienplan

Dass eine Pandemie aber auch Vorteile haben kann, zeigt die Einführung von ISA, dem "Individuellen Studienplan Ausland". Mit diesem Programm konnte dringend notwendige Flexibilität geschaffen werden. Mit ISA kann ein Outgoing-Student beispielsweise sein Auslandssemester virtuell von Stuttgart aus machen und zeitgleich Vorlesungen an der HdM belegen. "Das Wichtige dabei ist, sich von der Situation rund um Corona nicht frustrieren zu lassen, sondern sich anzupassen und den Willen zu haben, einfach das Beste daraus zu machen", betont Martina Schumacher. Der nächste Schritt sei nun aber das "Feeling" für das virtuelle Auslandssemester, den Studierenden das mitzugeben, was sie auch vor Ort erleben würden.

Gegenseitige Hilfe

Eine schöne Erfahrung sei auch, dass man versuche, sich im Netzwerk der Partnerhochschulen gegenseitig zu helfen, da alle Hochschulen auf der ganzen Welt vor derselben Herausforderung stünden. Davor wäre es niemals denkbar gewesen, noch zwei Wochen vor Vorlesungsbeginn Studierende zwischen verschiedenen Ländern hin und herzuschieben, so Martina Schumacher: "Die Kolleginnen und Kollegen in Kanada, Finnland und Dänemark haben sich wirklich sehr gut um die Studierenden gekümmert. Die Finnen haben liebevoll Lebensmittelpakete für die Studierenden in Quarantäne gepackt. Die Dänen haben nie lang gezögert und Studierende aufgenommen, wenn wir eine Absage von Australien bekommen haben."

Ein unbeschwertes Auslandssemester wie es noch vor einem Jahr wird erstmal noch die Ausnahme bleiben. Beim International Day am 26. November 2020 erfahren Fans des internationalen Austasuchs mehr über mögliche Angebote.

Giuseppa Maria Spatola

VERÖFFENTLICHT AM

20. November 2020

KONTAKT

Dipl.-Wirt.-Ing. (FH) Martina Schumacher

Akademisches Auslandsamt

Telefon: 0711 8923-2039

E-Mail: schumacher@hdm-stuttgart.de

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