styria premium – Kulinarisches geschmackvoll aufbereitet

Produktionsleiterin Magistra Maria Schuster und Programmleiter Dr. Johannes Sachslehner im Gespräch mit Prof. Ulrich Huse
Produktionsleiterin Magistra Maria Schuster und Programmleiter Dr. Johannes Sachslehner im Gespräch mit Prof. Ulrich Huse
Sachkundige Prüfung der Styria-Kochbuch-Novitäten durch die deutschen Gäste (Fotos: jk144)
Sachkundige Prüfung der Styria-Kochbuch-Novitäten durch die deutschen Gäste (Fotos: jk144)

Am Lobkowitzplatz mitten in der Wiener Innenstadt, in Nachbarschaft zu Touristenattraktionen wie Hofburg und Albertina, hat die Verlagsgruppe Styria der Styria Media Group ihren Sitz. 15 Mitarbeiter kümmern sich dort um das Buchprogramm der Marken Styria, Pichler, Molden und Kneipp. Der Hauptsitz des drittgrößten österreichischen Medienunternehmens, das dem Katholischen Medien Verein bzw. dessen Stiftung gehört, befindet sich in Graz.

Nach der herzlichen Begrüßung durch die Produktionsleiterin Magistra Maria Schuster und Programmleiter Dr. Johannes Sachslehner ging es vor allem um das Thema ›Kochbuch‹, an dem die beiden Gastgeber mit vielen Ansichtsexemplaren aus ihrer Produktion die Verlagsprozesse bei styriabooks veranschaulichten. Sachslehner und Schuster berichteten gut zwei Stunden offen und anschaulich über den Verlagsalltag und beantworteten bereitwillig alle Fragen.

Programmvielfalt mit klaren Schwerpunkten

Styria legt seinen Fokus auf regionale Themen: österreichische Küche, ›etwas andere‹ Reiseführer zu österreichischen Regionen, spirituelle Lektüre, Sachbücher und ganz aktuell auch auf regionale Krimis. Die Regionalität des Programms ist ein starkes Verkaufsargument und der USP des Verlags für eine eher ältere, gebildete Zielgruppe mit  gesellschaftlich-politischem Interesse. Dennoch werden auch Experimente gewagt, wie z. B. die Entwicklung von Kochbüchern mit Food-Bloggern, um die Leserschaft zu verjüngen. Dafür ist der Verlag auch digital mit E-Books, QR¬-Codes und dem größten Kochportal Österreichs „www.ichkoche.at“ gut aufgestellt. Dass auch Social Media kein Fremdwort ist, bewies Maria Schuster selbst, als sie mit ihrem Smartphone noch schnell ein Foto von der Besuchergruppe für den Facebook-Auftritt des Verlags machte. Solche vom traditionellen Verlagsbild abweichenden Entwicklungen werden in Österreich übrigens gern beiläufig und nicht selten erst auf Nachfrage erzählt.

Styria ist im Kochbuchsegment führend in Österreich. Allerdings gebe es, so Schuster, zunehmend Konkurrenz, vor allem vom Christian Brandstätter Verlag. Jedoch richteten sich die beiden Verlage an unterschiedliche Zielgruppen. Kochbücher gehören zu den (finanziell) aufwändigsten Produktionen von Verlagen. Dementsprechend liege in der Produktion bei Styria ein Hauptaugenmerk auf der Finanzierung der Kochbücher durch z. B. Kooperationen und die sorgfältige und fundierte Entscheidungen zur Papierqualität, Umschlaggestaltung und Fotoauswahl. Gerade bei Kochbüchern seien Fotos ein zentrales Kaufkriterium, das schnelllebigen Trends unterliegt. »Kochbücher werden nicht mehr gekauft, um rasch ein Rezept nachzuschauen, dazu guckt man ins Internet«, erklärte Maria Schuster und betonte die Funktion eines Kochbuchs als Geschenkband.

Qualität sichern, Eigenheiten bewahren

Rund 100 Neuerscheinungen kommen von Styria pro Jahr auf den Markt. Dennoch ist auch bei Styria der Umbruch der Branche bei Personal und Titelanzahl zu spüren. Sachslehner schlussfolgerte, dass Verlage immer effizienter und schlanker werden müssten, um flexibel auf den Markt regieren zu können. Bei Styria heiße das, dass alle Schlüsselfunktionen intern besetzt blieben, und alles weitere, wie z. B. das Lektorat, von externen Dienstleistern eingekauft werde.

Interessant waren auch die Hinweise zu den Unterschieden zwischen deutschem und österreichischem Markt. Im Kochbuchbereich stellt vor allem die Sprache eine Verkaufsbarriere dar, da die Kunden in einem Buch das ihnen vertraute Vokabular erwarten und Austriazismen wie Schlagobers allenfalls noch in Bayern akzeptiert – und verstanden – werden. Österreichische Kochbücher müssten deshalb oft erst noch für den deutschen Markt angepasst werden.

Beschenkt mit dem aktuellen Kochbuch einer Food-Bloggerin, viel neuem Wissen und dem Tipp, das Mittagessen an der legendären ›Würstl-Bude‹ vor der Albertina einzunehmen, wurde die Gruppe aus Stuttgart mittags aus den schönen Räumen des Styria Verlags entlassen. 

(kr041)

19. Mai 2015