London, New York, San Francisco, Austin und Berlin: Die Designagentur Pentagram

Am vierten Tag der Mediapublishing-Exkursion nach Berlin stand der Besuch der Designagentur Pentagram auf dem Programm. Empfangen wurde die Gruppe von dem Geschäftsführer und Berliner Partner, Justus Oehler. Nach einer kurzen Vorstellung seiner Person und seines Werdegangs stellte er den Studierenden den Aufbau seines Unternehmens vor.

Pentagram hat rund um die Welt Standorte, unter anderem in New York, London, San Francisco, Austin (Texas) und Berlin. Jeder Standort wird von mindestens einem bis maximal neun Partnern betreut, insgesamt gibt es 21 Partner. Jeder dieser Partner ist Grafik Designer. Großen Wert legen die Partner von Pentagram auf eine hervorragende Gestaltung. Diese werde durch weitere Werte wie Respekt vor dem Kunden, Liebe zur und Leidenschaft für die Arbeit und schließlich auch Stolz auf die eigene Leistung ergänzt.

Design ist mehr als nur gestalten

Klare Werte seien wichtig, um vorbereitet in ein Gespräch mit dem Kunden zu gehen. Solch ein Gespräch wird immer zwischen dem Kunden und einem der Partner geführt, der die Informationen anschließend an die Projektleitung und die Designer weitergibt. Wichtig bei der Bearbeitung eines Auftrags ist, dem Kunden die ganze Gestaltungsbreite seines Auftrags zu zeigen. So steht am Anfang eines Corporate Design-Auftrags oft die Neuentwicklung oder Modernisierung eines Logos. Danach erfolgt die Umsetzung in die Print- und/oder digitalen Medien. Das Wichtigste dabei sei, immer einen Wiedererkennungswert zu schaffen.

Justus Oehler stellte daraufhin am Beispiel der Logogestaltung verschiedene Aspekte der Gestaltung dar. Am Anfang stand das Thema Entwicklung: Oehler zeigte, wie sich Logos über die Jahrzehnte hinweg verändert haben - manche zum Besseren, andere zum Schlechteren. Wieder andere wurden komplett neu gestaltet, führten aber teilweise nicht zum Erfolg, so dass manche Firmen am Ende wieder zu einer früheren Version zurückkehrten.

Als weiteres Thema wurde die gestalterische, grafische Qualität der Logogestaltung diskutiert. Hier zeigte der Pentagram-Geschäftsführer Beispiele für gut und schlecht gemachtes Design und begründete seine Bewertung bzw. ließ die Studierenden darüber diskutieren. Er unterschied in funktionelle Kriterien wie zum Beispiel: Ist das Logodesign relevant? Hat es etwas mit dem Unternehmen zu tun? Was macht es merkfähig? Ist es handwerklich gut ausgearbeitet? Lässt es sich für alle Verwertungen gut umsetzen? Er verwies aber auch auf emotionale Kriterien wie: Gefällt es mir? Ist es glaubhaft?

Allerdings, so fügte er hinzu, sei zu bedenken, dass die Qualität des Logos nichts oder nur sehr wenig mit dem Erfolg der Firma zu tun habe.

 

Samantha Gäckle

 

19. Juni 2017