CHIP: Von Tablets, Digicams und 3D-Druckern

CHIP sitzt in einem modernen Bürogebäude in München-Obergiesingen. Im einladenden Foyer wurden wir von zweien der ungefähr 250 CHIP-Mitarbeiter freundlich begrüßt. Zunächst zeigte man uns das große CHIP-Testcenter, in dem die ganze Bandbreite an elektronischen Geräten getestet und geprüft wird. Diese Testergebnisse werden bei CHIP sowohl online auf der Homepage als auch im monatlich erscheinenden Print-Magazin veröffentlicht und bilden gleichzeitig den Kern von CHIP.

Überraschenderweise werden mittlerweile nicht nur Computer, Fernsehgeräte, Laptops, Tablets, Handys und Digitalkameras getestet, sondern zunehmend auch Wasserkocher, Fahrräder und Waschmaschinen, wobei diese Tests nur selten im Magazin veröffentlicht werden, um die Zielgruppe nicht abzuschrecken. In einem separaten abgedunkelten Raum wurde uns dann gezeigt, wie die TV-Bildschirmqualität überprüft wird, bevor man uns dann einen 3D-Drucker vorstellte.

Nach der Präsentation des Testcenters ging es für uns in einem Konferenzraum weiter. Dort haben wir durch den Vortrag eines Redakteurs einen Einblick in die Redaktionsarbeit der CHIP erhalten. Die Haupttätigkeit in der Redaktion liegt darin, die Testwerte so zu »veredeln«, dass sie im Printmagazin ansprechend sind. Die Redakteure schauen sich nicht alle Testgeräte selbst an, Geräte wie Kopfhörer oder auch Computerspiele testen sie allerdings häufig selbst, da es hierfür keine Messgeräte gibt und somit ein subjektiver Eindruck entsteht.
Um in der CHIP-Redaktion zu arbeiten, so wurde uns erzählt, sollte man technikbegeistert sein, müsse aber nicht zwingend studierter Journalist sein – wichtiger sei es, Experte in dem Bereich zu sein, über den man schreibe.

Online gibt es eine CHIP-Community von ca. 1,9 Millionen Usern. Den meisten Benutzern ist CHIP ein Begriff durch die angebotenen Software-Downloads oder durch die Bestenliste. Ziel von CHIP ist es jedoch, sich auch in anderen Bereichen zu etablieren, weshalb einmal pro Quartal ein neues Fokus-Ziel gesetzt wird. Das nächste dieser Ziele ist es, Retail-ähnliche Verkaufsberatung anzubieten, damit User nicht nur über Google-Anfragen auf die CHIP-Seite kommen, und die Marke CHIP zum »Berater« wird. Dies liegt auch im wirtschaftlichen Interesse von CHIP, da die Einnahmen aufgrund der häufigen Nutzung von Ad-Blockern online eher weniger über Anzeigen erfolgen, sondern vielmehr über Provisionen, wenn Kunden ihre Geräte nach der Beratung über CHIP kaufen. Eine Paywall einzurichten kommt für CHIP ebenso wenig infrage wie bei Downloads automatisch Software auf den Geräten der User zu installieren.

Unter anderem wurde uns auch ein neues Projekt der Volontäre vorgestellt. Es handelt sich um Videos, die die Volontäre drehen, in denen sie technische Neuigkeiten vorstellen. So versucht die Redaktion einen direkten Draht zu den Kunden herzustellen.

Abschließend haben wir noch einige Werbegeschenke erhalten und wurden von der Personalabteilung aufgefordert, uns für ein Praktikum zu bewerben oder die Bachelor-Thesis bei dem Unternehmen zu schreiben. Insgesamt war es ein spannender Ausflug in die digitale Welt!

(pf018 und mg121)

 

19. Juni 2015