Wir wollen anders sein! – Sich etwas trauen und gleichzeitig journalistisch relevant bleiben

Die Mediapublisher in den Redaktionsräumen der Huffington Post
Die Mediapublisher in den Redaktionsräumen der Huffington Post

Eine Gruppe Studenten des Studiengangs Mediapublishing durfte im Rahmen der Exkursion nach München die Räumlichkeiten der Huffington Post (HuffPost) besuchen und Sabrina Hoffmann (Chefin vom Dienst Social Media) ihre Fragen stellen. Los ging es am Newsdesk mit den Worten: »Wir wollen anders sein, uns etwas trauen und Dinge anders machen.«

Auf dem Weg dorthin durchquerte man zunächst die Räumlichkeiten von Focus ONLINE, da sich die beiden Redaktionen im selben Haus befinden (das erste »Anders«). Am Newsdesk versammeln sich mehrere Arbeitsplätze, über denen große Bildschirme hängen – darauf laufen rund um die Uhr die aktuellen Nachrichten und Statistiken, um nichts zu verpassen und schnell reagieren zu können.
Zurück zum Leitgedanken: Bei der HuffPost denkt man anders. Wie macht man Nachrichten so, dass sie die Leute erreichen, ohne dass diese konkret danach suchen? Bei der HuffPost beispielsweise zieht sich ein großes Bild (Splash) über sie Startseite der Website – dafür gab es viel Kritik, aber schließlich müssen sich die Leser an so viel Anders-Sein erst einmal gewöhnen.

Und noch ein »Anders«: Die HuffPost ist kostenlos. Alles. Immer. Da kam schnell die Frage nach der Finanzierbarkeit auf. Letztlich ist die Rechnung einfach: es geht um Traffic. Traffic ist gut, um Anzeigenkunden zu gewinnen. Anzeigenkunden bringen Geld. Um regelmäßig Geld zu bekommen, muss es also immer genug Traffic geben. In der Realität ist dies nicht ganz so einfach, denn alle wichtigen Nachrichten abzudecken und trotzdem interessant zu bleiben (und so den nötigen Traffic zu generieren) gleicht einem Balanceakt.
Die journalistischen Beiträge stammen daher vom Redaktionsteam, das sich vor allem um die Nachrichtenmeldungen kümmert. Denn die HuffPost möchte neben ihrer Andersartigkeit journalistisch relevant bleiben und seriös sein. Die Internationalität kommt dabei allen zugute und mündet in einem gemeinsamen einheitlichen Redaktionssystem, auf das alle Redaktionen Zugriff haben. Das heißt, alle Inhalte dürfen von anderen Redaktionen übernommen, ggf. übersetzt und auf der eigenen Länderseite online gestellt werden.

Daneben gibt es das Video-Team, das sich um die Bereitstellung der Video-Inhalte kümmert, und das Blogger-Team, das den Content der Leser betreut. Denn jeder Leser darf im Blog schreiben und veröffentlichen, und das – anders als bei manch anderer Seite – zu Themen seiner Wahl. Dementsprechend findet durch das Blogger-Team eher eine Prüfung auf Einhaltung rechtlicher Gegebenheiten, Werbung und Falschmeldungen als eine Qualitätsprüfung statt.

Wie kann in einem so internationalen Unternehmen in allen Ländern der »Huffington Spirit« gelebt werden? Dabei helfen die enge Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Team und die regelmäßigen Besuche von Arianna Huffington, Mitbegründerin und Chefredakteurin der amerikanischen HuffPost. Regelmäßige Treffen mit den Teams anderer Länder, viel Austausch und gegenseitiges Lernen tragen neben wöchentlichen Calls und kritischer Reflexion zur Zugehörigkeit zum großen Ganzen bei.
Die HuffPost hat für die Zukunft einige Ziele, die zum Teil gar nicht so anders sind, z. B. der Aufbau von Instagram – und dennoch wollen sie in der schnelllebigen Online-Welt weiterhin risikobereit und anders sein.

Bei diesem Besuch wurden viele Fragen gestellt, viel zur Andersartigkeit erzählt und ein tiefer Einblick in die HuffPost gewährt. Herzlichen Dank von den Mediapublishern!

(jf050)

30. Juni 2015