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Akkreditierung 30. März 2010

"Größe braucht feste Struktur"

Seit Oktober 2004 bietet die Hochschule der Medien (HdM) akkreditierte Bachelor- und Master-Studiengänge an. Deren Gütesiegel, die Akkreditierung, läuft 2011 aus. Die Erneuerung steht an. Darauf bereitet sich die HdM derzeit vor.

Zur Detailansicht Rektor Roos (links) und Prorektor Hinkelmann
Rektor Roos (links) und Prorektor Hinkelmann
Zur Detailansicht Die Startseite der HdM-QM-Plattform
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Zur Detailansicht Ein Beispielprozess
Ein Beispielprozess

Wie ist der Stand der Dinge? Wo steht die HdM im „Bologna-Prozess"? Antworten auf diese Fragen geben der Rektor, Professor Dr. Alexander W. Roos, und der Prorektor für Lehre, Professor Dr. Mathias Hinkelmann.

Wo befindet sich die HdM im „Bologna-Prozess"?

Roos: Die aktuellen Diskussionen zu den Bachelor- und Master-Studiengängen zeigen vor allem, dass sich die Hochschullandschaft rasant verändert. Wir als Fachhochschule sehen darin große Chancen. Wir haben im Bologna-Prozess bisher sehr gute Arbeit geleistet, auch wenn wir Verbesserungsbedarf bei den 6-semestrigen Bachelor-Studiengängen sehen. Durch den Praxisbezug unseres Studiums sind wir per se gut aufgestellt, unsere Absolventen schaffen einen guten Einstieg in den Beruf. Das hat unlängst auch das Statistische Landesamt bestätigt. Wir befinden uns aktuell also "am Markt". Mit den Master-Programmen wird der Zugang zu Promotionen leichter für unsere Absolventen. Das Interesse an den Aufbaustudiengängen hat sich im Vergleich zum letzten Jahr verdoppelt. Studienangebot und unsere Ausstattung sind attraktiv für Bewerber, unsere Anfängerstudienplätze sind regelmäßig ausgebucht, inklusive der zusätzlichen Studienplätze durch das Ausbauprogramm 2012. Mit dem Neubau für die Fakultät Information und Kommunikation und einem gemeinsamen Standort ab 2012 verbessern wir uns räumlich. Wir entwickeln uns hervorragend weiter. Das packen wir auch auf der konzeptionellen Ebene an, mit der Re-Akkreditierung unserer Studienangebote. Damit wollen wir den nächsten Schritt in der Gestaltung unserer Hochschule einleiten.

Hinkelmann: Ja, wer jetzt nicht gestaltet und Weichen stellt, wird von anderen positioniert. Der Prozess der Markenbildung ist schon lange in vollem Gange, zunehmend wird wichtiger, wo ein Abschluss gemacht wurde. Wir haben hier eine Sonderstellung. Zum einen ist unser Name Programm und das Medien-Profil gibt uns ein Alleinstellungsmerkmal. Zum anderen kann es aber mögliche Arbeiten im Verbund beschränken. Die Verbindung von Technik, Wirtschaft, Gestaltung und Inhalten sind für uns als Medienhochschule wichtig. Doch sind wir weder mit einer klassisch technisch-wirtschaftlichen noch mit einer künstlerischen Hochschule direkt vergleichbar. Wir sind also weitgehend auf uns alleingestellt - was uns selbstverständlich größere Freiheiten gibt bzw. diese notwendig macht.

Wo sehen Sie die HdM in der Hochschulwelt?

Roos: Die Fachhochschullandschaft ist die eine Seite der Medaille, die Positionierung im Vergleich zu den übrigen Hochschularten die andere. Die dürfen wir nicht aus dem Auge verlieren. Denn die Fachhochschulen stecken, vor allem in Baden-Württemberg, zwischen den Universitäten und den Elite-Universitäten auf der einen Seite und der Dualen Hochschule auf der anderen in einer schwierigen Situation. Nicht vergessen werden darf, dass die Fachhochschule als einzige Hochschulart alle Personen mit Hochschulzugangs­berechtigung aufnimmt, also nicht nur Abiturienten. Diese Heterogenität des Hochschulzugangs muss in anspruchsvolle Curricula integriert werden.

Hinkelmann: Kurze „Brückenkurse" in der Anfangsphase des Studiums können unterschiedliche Eingangsniveaus nicht einfach ausgleichen. Deshalb haben wir einen Antrag beim Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst zur Förderung des Grundstudiums mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten gestellt.

Roos: Ein anderer Aspekt - der baden-württembergische Wissenschaftsminister spricht von einer absehbaren Entwicklung der Fachhochschulen hin zu "Hochschulen für Angewandte Wissenschaften". Wir - und damit meine ich alle Angehörigen der HdM - müssen dieses Label mit Leben füllen. Das beginnt bei unseren Studienanfängern und zieht sich weiter bis hin zum Promotionszugang für unsere Absolventen sowie zur Stärkung unserer Forschungsschwerpunkte.

Wie sieht nun der Weg der HdM aus?

Roos: Wir setzen auf unser Alleinstellungsmerkmal - Medien. Wir begreifen uns als wissenschaftlich fundierte Bildungsanbieterin für Medienspezialisten und bilden Fach- und Führungskräfte für medienrelevante Tätigkeiten in allen Bereichen der Wirtschaft und des öffentlichen Sektors aus. Unser Selbstverständnis ergibt sich aus der Reflexion über Veränderungen in der Welt der Medien sowie aus der Mitwirkung bei der Entwicklung und der Gestaltung dieser Prozesse. Mittelfristig sollte sich die HdM als einzigartige Hochschule mit universitärem Niveau positionieren. Ein Vergleich sei gewagt: Die Hochschule der Künste in Berlin hat sich zur Universität der Künste entwickelt. Es muss gelingen, integrative Leistungen auf universitärem Niveau zu realisieren und darzustellen.

Hinkelmann: Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist der Aufbau eines hausweiten Qualitätsmanagement-Systems (QM). Diese Hausaufgabe wurde uns schon bei der Programmakkreditierung vor fünf Jahren aufgegeben. Es ist die Basis für die Re-Akkreditierung unseres Studienangebotes im nächsten Jahr. Mit unserer angestrebten Systemakkreditierung betreten wir Neuland. Nur wenige Hochschulen in Baden-Württemberg schlagen derzeit diesen Weg zum neuen Gütesiegel für ihre Studiengänge ein. Wir haben uns dafür entschieden, weil viele Elemente des Verfahrens noch nicht detailliert festgeschrieben sind. So können wir mit pragmatischen Ansätzen beispielgebend eine Systemakkreditierung für Hochschulen unserer Größenordnung ausgestalten. Wir setzen alles daran, diese zu meistern. Eine Systemakkreditierung bedeutet Selbständigkeit und gibt uns den dringend notwendigen Handlungsspielraum, um die Hochschule dem von uns gewünschten Kurs zu steuern.

Roos: Exakt! Auch wenn eine Systemakkreditierung sicher Bürokratisierungs-Gefahren birgt - für mich gibt es keine Alternative. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir in Kürze auf über 3.500 Studierende anwachsen werden, mit rund 300 Professoren und Mitarbeitern sowie weit über 150 Lehrbeauftragten. In dieser Größe brauchen wir eine feste Struktur.

Wie lauten die Kernelemente der Systemakkreditierung?

Hinkelmann: Im Rahmen der Programmakkreditierung 2005/2006 haben wir mit den Modul- und Studiengangsbeschreibungen bereits ganz wesentliche Voraussetzungen geschaffen. Nun gilt es, alle bestehenden, qualitätssichernden Maßnahmen konsequent zu erfassen, weiterzuentwickeln und in einen gemeinsamen Kontext zu stellen. Dazu haben wir eine QM-Intranet-Plattform aufgebaut und eine Qualitäts-Dokumentation aufgesetzt. Die Studiengänge sind über die QM-Beauftragten eingebunden. Sie sorgen für die Praxisnähe des Verfahrens. Neu ist das sogenannte interne Audit und - ganz wichtig - die systematische Verknüpfung von Analysen und Maßnahmen in Regelkreisläufen. Für die erfolgreiche Umsetzung der Akkreditierung ist die Hochschule auf die Unterstützung aller Kollegen angewiesen.

Was heißt „internes Audit"?

Roos: Dahinter verbirgt sich eine Art Mini-Programmakkreditierung für jeden Studiengang, die regelmäßig durchgeführt werden muss. Dabei müssen Ziele definiert werden, man muss sich mit ihnen auseinander setzen und sich an ihnen messen. Das heißt, es gilt anhand einer vorab definierten objektiven Diskussionsgrundlage zu prüfen, ob die Curricula der Studiengänge der Arbeitsmarktrealität entsprechen.

Bis wann soll die Systemakkreditierung abgeschlossen sein?

Hinkelmann: Im Sommersemester 2010 findet ein internes Testaudit mit dem Studiengang Bibliotheks- und Informationsmanagement statt und alle Studiengänge sind aufgefordert, die Unterlagen der Programmakkreditierung in das neue Studiengangskonzept zu überführen. Im Juli folgt die zweite Begehung der Hochschule mit der externen Kommission, der evalag (www.evalag.de). Die erste fand im Juni 2009 statt. Im Spätherbst wollen wir uns offiziell anmelden, der Abschluss ist dann voraussichtlich ein Jahr später.

Die Fragen stellte Kerstin Lauer.

Programm- und Systemakkrediteriung

In der Programmakkreditierung werden fachliche Mindeststandards überprüft und die Ausbildungsfunktion und die Studierbarkeit eines Studienprogramms bewertet. Mithilfe einer Programmakkreditierung wird die Qualität eines Studienabschlusses zertifiziert.

Die Systemakkreditierung bescheinigt einer Hochschule, dass ihr Qualitätssicherungssystem in Studium und Lehre geeignet ist, das Erreichen von Qualifikationszielen und Qualitätsstandards in den Studiengängen zu gewährleisten.


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