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Die Alumni der HdM Teil 76

Von Stuttgart nach Sao Paulo

Die beiden Absolventen der Hochschule der Medien (HdM), Veronica Varela und Jonatan Scherer, hat es in das weit entfernte Brasilien gezogen. Dort arbeiten sie seit diesem Jahr bei dem Konzern Beiersdorf. Varela und Scherer haben an der HdM den Masterstudiengang Packaging Design und Marketing (PDM) abgeschlossen. Scherer hat davor auch sein Bachelor-Studium in Verpackungstechnik an der HdM absolviert.

Jonatan Scherer und Veronica Varela freuen sich gemeinsam auf die neuen Eindrücke in Brasilien.

Jonatan Scherer und Veronica Varela freuen sich gemeinsam auf die neuen Eindrücke in Brasilien.

Während sich Veronica Varela und Jonatan Scherer an der HdM morgens erst einmal mit ihren Kommilitonen im Studiengangsraum trafen, läuten sie ihren Tag heute entweder mit einem Frühstück unter Kollegen oder beruflichen Telefonaten in das Ausland ein. Beide arbeiteten erst bei Beiersdorf in Hamburg, bevor sie zu dem Sitz in Brasilien wechselten. Würden die beiden noch einmal studieren, würden sie die Möglichkeit nutzen, Einblicke in andere Studienbereiche der HdM zu bekommen. 

Alumni Sprechstunde mit...

Name: Veronica Varela // Jonatan Scherer

Alter: 36 // 36

Studiengang an der HdM: Packaging Design und Marketing (heute Packaging Development Management) und Verpackungstechnik

Jahr des Studienabschlusses: 2012 // 2011

Thema der Abschlussarbeit: Entwicklung einer Verpackungssystematik zur Orientierung für den Konsumenten innerhalb eines NIVEA Sub-Brands-Sortiments unter Berücksichtigung von Formsprache und Markenwerten // Einsatz biobasierter Kunststoffe für fmcg (Fast Moving Consumer Goods) - Verpackungen für die Kosmetikwelt von Beiersdorf

Stationen nach der HdM: Nestle Singen, Beiersdorf Hamburg, seit 2019 Beiersdorf Itatiba (Brazil) // Beiersdorf Hamburg, seit 2019 Beiersdorf Itatiba (Brazil)

beide: 2017/2018 zehnmonatigs Sabbatical, Weltreise

Berufsbezeichnung: Consumer Research Coordinator Regional Innovation //  Manager Packaging Development AMERICAS

HdM: Wie war Ihr letzter Tag als HdM-Studenten?

Veronica Varela und Jonathan Scherer: Der Abschied von der HdM war für uns beide mehr schleichend als an einem genauen Tag. Eine der letzten Aktionen im Studium war der Besuch der Verpackungsfachmesse Luxepack in Monaco, die wir in sehr guter Erinnerung haben.

HdM: Wie war der erste Tag nach dem Abschluss?

Veronica Varela: Nach dem Abschluss hatte ich gemischte Gefühle, da für mich klar war, dass ich in Deutschland bleiben wollte, aber als Kolumbianierin wegen meines Visums dazu innerhalb von sechs Monaten einen Job in meinem Bereich finden musste. Glücklicherweise dauerte meine Jobsuche nur zwei Monate.

Jonatan Scherer: Da ich meine Abschlussarbeit bereits bei meinem jetzigen Arbeitgeber geschrieben habe, fing direkt am Tag nach meiner Abgabe der Arbeitsalltag an. Trotzdem erinnere ich mich an das tolle Gefühl, einen wichtigen Abschnitt des Lebens abgeschlossen zu haben und etwas Neues zu beginnen. Ich möchte auch betonen, dass ich in einem großartigen Team gelandet bin, was mir sehr geholfen hat in meine neuen Aufgaben zu finden.

HdM: Wo haben Sie in der HdM am liebsten studiert?

Veronica Varela und Jonathan Scherer: Wir hatten zu der Zeit einen großen kreativen Studiengangsraum ein Stockwerk über dem Verpackungstechnik-Labor. Das war eine geniale Mischung aus Arbeitsplatz, Wohnzimmer, Vorlesungsraum, Partyraum, Küche, Werkstatt. Und wenn es einmal notwendig war, konnte man auch einen kurzen Erholungsschlaf auf dem Sofa einlegen. Die Kaffeemaschine konnte auch mal zum Würstchen Kochen zweckentfremdet werden. Bestimmt hat sich mittlerweile das eine oder andere geändert.

Hdm: Wie sieht ihr heutiger Arbeitsplatz aus?

Veronica Varela und Jonathan Scherer: Wir arbeiten mit acht anderen Reserch and Development-Kollegen in einem "open office", das an eine Fabrik für Kosmetikprodukte angeschlossen ist. Da die Arbeit aber sehr viele, besonders auch internationale, Schnittstellen hat, finden die meisten Meetings und Abstimmungen per Skype statt. Die Fabrik ist im Süden Brasiliens, ein bis vier Autostunden - je nach Verkehr - von der 18 Millionen Einwohner-Metropole Sao Paulo entfernt, Richtung Landesinnere. Die Gegend um die Fabrik ist sehr ländlich und es ist erfrischend, an einem Ort mit Palmen und Kolibris zu arbeiten.

HdM: Wie fing ein typischer HdM-Tag bei Ihnen an?

Veronica Varela und Jonathan Scherer: Der normale Tag startete für uns beide mit einem Spaziergang vom Wohnheim zur HdM. Bevor es zur Vorlesung ging, haben wir uns in der großen PDM-Familie im Studiengangsraum getroffen. Entweder weil die Vorlesung dort stattfand, oder weil wir noch mit den Kommilitonen die letzten Projektupdates besprechen mussten. Da wir auch immer viel Zeit im Verpackungstechnik-Labor verbrachten, um Muster zu plotten, 3D-Samples herzustellen oder um den Support der Mitarbeiter zu feilschen, hat der Tag auch oft direkt dort begonnen.

HdM: Was machen Sie heute als erstes, wenn Sie anfangen zu arbeiten?

Veronica Varela und Jonathan Scherer: Hier gibt es in der Kantine die Möglichkeit, ein leichtes Frühstück mit Obst, Brot und Eiern einzunehmen. Gerne nutzen wir das, um uns mit unseren Kollegen dort zu treffen und zusammen den Tag zu beginnen. Wegen der verschiedenen Zeitzonen kann es aber auch sein, dass wir früh morgens schon erste Telefonate mit Europa oder Asien führen.

HdM: Wer war Ihr Lieblingsprof an der HdM und warum?

Veronica Varela und Jonathan Scherer: Christoph Häberle! Ein kreativer Macher und Mensch, der jedem auf Augenhöhe begegnet, egal ob Student am ersten Tag oder alter Hase. Egal ob in der Vorlesung, bei einer der vielen Exkursionen oder bei der Gelegenheit zu einem Bier oder einem Schluck Becherovka. Er lenkt die Aufmerksamkeit auf das Wesentliche und hat uns immer ermutigt, Dinge auch kritisch zu hinterfragen.

HdM: Welche Vorlesung ist Ihnen am meisten hängen geblieben und warum?

Veronica Varela: Die Kunststoffvorlesungen, bei denen man zum einen die Theorie über Kunststoffverarbeitung besprochen hat, aber auch mit Simulationssoftware die Produktion besipielsweise einer Flasche durchrechnen konnte, bevor man dies dann auch tatsächlich selbst hergestellt hat.

Jonatan Scherer: Ich erinnere mich sehr gerne an eine Vorlesung, bei der wir mit Gips und Ton Objekte hergestellt haben. Auch wenn das wenig mit dem heutigen Arbeitsalltag zu tun hat, sind es gerade diese kreativen und anderstartigen Themen, die einem den Horizont erweitern.

HdM: Was würden Sie anders machen, wenn Sie noch einmal Studenten wären?

Veronica Varela: Ich würde während des Studiums versuchen, einen Austausch mit einer anderen Verpackungshochschule zu realisieren. Außerdem würde ich noch mehr Vorlesungsinhalte anderer Studiengänge zu Marketing und Kommunikationsthemen wahrnehmen.

Jonatan Scherer: Ich bin mit dem Verlauf meines Studiums sehr zufrieden! Vielleicht würde ich im Nachhinein versuchen, noch mehr Einblicke in andere Studienbereiche der HdM zu bekommen.

HdM: An was arbeiten Sie gerade?

Veronica Varela: Ich unterstütze gerade das regionale Reserch and Development-Team dabei, Produktideen zu testen und unsere Konsumenten besser zu verstehen. Design-Thinking und Consumer-Centricity liegen mir sehr am Herzen!

Jonatan Scherer: Ein großes Anliegen für mein Team und mich ist gerade, besser zu verstehen, wie sich die Entsorgungs- und Recyclingprozesse in den amerikanischen Ländern verändern und wie wir die Entwicklung unserer Kosmetikprodukte optimieren können, um in Zukunft noch mehr Material aus unseren Verpackungen für neue Produkte zurückgewinnen zu können.

Anna-Sophie Kächele

VERÖFFENTLICHT AM

15. Oktober 2019

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