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Hochschule der Medien

Green Shooting

Ökologische Fußabdrücke und goldene Pinocchionasen

Umweltschutz nimmt einen immer größeren Teil in der Politik und unserem Alltag ein. Umso wichtiger, dass sich auch Unternehmen nachhaltig verhalten und ressourcenschonend arbeiten. Durch Green Shooting nehmen nun auch einige Medienunternehmen wie der SWR im Kampf gegen die Treibhausemissionen teil. Doch die Forderungen nach umweltfreundlichem Verhalten werden von manchen Unternehmen trickreich interpretiert.

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Kanada beschließt das Verbot von Einwegplastik, die Grünen wollen die Retoure-Vernichtung stoppen und der SWR achtet auf ressourcenschonende Produktionsmethoden bei seinen Drehs. Die grüne Welle breitet sich langsam aus und hält nun auch etwas verspätet Einzug in den Bereich der Unterhaltungsbranche. Green Shooting nennt sich der Versuch am Set und bei der Videoproduktion möglichst nachhaltig zu agieren. Sei es der Verzicht auf Einwegbecher, die ordnungsgemäße Mülltrennung oder das Mittagessen, hergestellt aus regionalen Produkten.

Ökologische Verantwortung

Der SWR sieht sich als zweitgrößte Rundfunkanstalt der ARD in der Verantwortung durch die nachhaltige Filmproduktion Treibhausemissionen zu reduzieren. Das ökologische Bewusstsein der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wird in Fortbildungen und Workshops geschärft. Speziell ausgebildete Green Consultants klären die Beteiligten über die umweltschonenden Maßnahmen auf und begleiten diese Umsetzungen bei der Produktion. Diese Green Consultants werden von der MFG, Medien- und Film GmbH Baden-Württemberg, mit bis zu 5.000 Euro gefördert.

Verbrauchertäuschung durch Greenwashing

Diskussionen über die Möglichkeiten das grüne Image aufzupolieren gehören schon länger zur Tagesordnung auf Meetings und Tagungen. Anzeigen- und Werbekampagnen über die grüne Revolution häufen sich, dabei sind diese oftmals nur Ausdruck für den wachsenden Druck unter dem die Konzerne stehen und nicht unbedingt für ein Umdenken. Stichwort Greenwashing. Darunter versteht man den Versuch, sich in der Öffentlichkeit als umweltfreundliches Unternehmen zu präsentieren, oftmals ohne tatsächlich ressourcenschonend zu handeln. Die Gründe liegen auf der Hand. Produkte aus nachhaltiger Produktion können teurer verkauft werden und das Öko-Image hat schon so manch einem Unternehmen eine Finanzspritze vom Staat beschert, zumal Umweltschutz einen immer höheren Stellenwert gewinnt.

Unternehmenseigene Ökolabels

Viele Verbrauchen greifen mittlerweile gerne zu Produkten, deren Verpackungen ein grasgrünes Biosiegel ziert oder ein "biologisch zertifiziert" Label. Da bietet es sich doch an, als Verband einfach sein eigenes Ökolabel zu gründen. Kurz gesagt: mit dem guten Gewissen der Konsumenten verdient sich so manch einer eine lange goldene Pinocchionase. Der Stromanbieter EnBW gründete 2003 mit der französischen Elektrizitätsgesellschaft EDF die Scheinumweltorganisation "Au fil du Rhin", übersetzt am Rhein entlang. Ziel des Verbandes ist es den beiden Konzernen und der Atomkraft ein grünes Mäntelchen umzulegen und damit den Fokus weg von den Gefahren der altersschwachen Atomanlange Fessenheim zu lenken, die eigentlich den Rhein erwärmt und mit radioaktivem Tritium vergiftet.

Augen auf bei der Gewissensberuhigung

Dabei ist der Klimawandel laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Pew Research die gefährlichste weltweite Bedrohung. Da könnte man doch meinen, dass diese Sorge der Bevölkerung nicht ausgenutzt wird, um Profit zu machen. Bei dem Kauf von angeblich biologisch zertifizierten und natürlichen Produkten also aufgepasst: Es ist nicht alles grün was auf den ersten Blick grün zu sein scheint. Green Shooting- ja gerne, Greenwashing- nein danke.

Quellen:

www.swr.de/unternehmen/Green-Shooting-SWR-engagiert-sich-fuer-oekologisch-nachhaltige-Produktion,green-shooting-100.html

greenshooting.mfg.de/zuschuss-green-consultant/

www.bund-rvso.de/fessenheim-gruen-schminken.html

Fotos: pixabay.com

 

 

 

Anna-Sophie Kächele

Kommentare geben nicht die offizielle Haltung der Hochschule wieder, sondern nur die Meinung oder Einschätzung des kennzeichnenden Autors. Im Falle der HdM-Website sollen sie außerdem zur Diskussion über ein aktuelles Medienthema im Zeitgeschehen anregen

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19. Juni 2019

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