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IVW-Quartalszahlen

Steigender Digitaltrend

Die Informationsgesellschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW) veröffentlichte Ende April 2020 die Auflagenzahlen des deutschen Pressemarkts für das erste Quartal 2020. Bislang bleiben vermutete positive Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Tageszeitungen begrenzt, während der Trend zur digitalen Presse weiterhin stark ansteigt.

Der Rückgang im Printmarkt bleibt im ersten Quartal 2020 stabil.

Der Rückgang im Printmarkt bleibt im ersten Quartal 2020 stabil.

Besonders in Krisenzeiten ist Qualitätsjournalismus gefragt. Rasante Entwicklungen in Politik und Medizin verlangen nach hochfrequentierter Berichterstattung. So verschickte die Deutsche Presse-Agentur (dpa) allein im Monat März 241 News mit besonderer Dringlichkeit, rund zwei Drittel zum Thema Corona, insgesamt fast doppelt so viele wie im März 2019. In den ersten Monaten des Jahres blieb die Entwicklung der Gesamtverkäufe von Zeitungen und Zeitschriften am deutschen Pressemarkt allerdings weitestgehend unbeeinflusst von der Covid-19 Lage. Von den ersten 14 Kalenderwochen 2020, für die die Verbreitungs- und Verkaufszahlen im Quartalsdurchschnitt erhoben wurden, war der Pressevertrieb erst in den letzten drei Wochen vom Lockdown betroffen.

Der Minus-Trend im Printmarkt hält weiter an. Besonders schlecht schnitten im ersten Quartal die Publikumszeitschriften Stern und Focus ab, die im Vorjahresvergleich Auflagenrückgänge von elf beziehungsweise zwölf Prozent hinnehmen mussten. Dagegen konnte die Wochenzeitung Die Zeit mit einem einprozentigen Plus leicht zulegen. Auch das Handelsblatt kam auf ein Auflagenplus von 1,4 Prozent.

Gegenläufige Entwicklung in der Tagespresse: E-Paper bremsen Auflagenverluste

Die Tageszeitungen verkauften im ersten Quartal durchschnittlich 14,6 Mio. Exemplare pro Erscheinungstag. Mit einem Minus von fünf Prozent fällt der Rückgang der Verkäufe im direkten Jahresvergleich etwas stärker aus (1/2019: Minus von 4,8 Prozent). Hier lohnt sich ein differenzierter Blick auf das Printgeschäft gegenüber den entsprechenden Online-Ausgaben. Im Vergleich zum letzten Quartal sank etwa die verkaufte Print-Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) um 4,3 Prozent, das E-Paper stieg jedoch um 3,7 Prozent an. Daraus ergibt sich ein Minus von 2,5 Prozent für das gesamte Angebot der FAZ. Während bei der Bild Zeitung 1,5 Prozent weniger gedruckte Exemplare verkauft wurden, ist bei den E-Papern ein Zuwachs von 14 Prozent zu verzeichnen. Die Gesamtverkäufe der Bild sind im Vorjahresvergleich mit einem Minus von 8,4 Prozent dennoch stark rückläufig.

Starker Trend zur digitalen Presse

Durch den starken Anstieg verkaufter elektronischer Ausgaben von Presseerzeugnissen im ersten Quartal 2020 behaupten sich diese als zunehmend relevanter Kanal des Pressevertriebs. Der Absatz digitaler Ausgaben der Tagespresse stieg im ersten Quartal 2020 auf 1,65 Mio. täglich verkaufte E-Paper-Exemplare und lag damit um 13,8 Prozent über dem Vorjahresergebnis. Bei Wochenzeitungen lag die Wachstumsrate im Digitalsegment bei 24,8 Prozent. So kann etwa die digitale Ausgabe der Wochenzeitung Die Zeit auf einen steten Anstieg innerhalb des letzten Jahres blicken und verbuchte 137.606 Verkäufe im ersten Quartal 2020 (1/2019: 106.122).

Bei den Publikumszeitschriften stieg besonders die Nachfrage nach Angeboten mit Finanzschwerpunkt, was vermutlich auf die Corona-Pandemie zurückzuführen ist. Im Vergleich zum letzten Quartal erzielte die Wirtschaftszeitschrift Capital bei ihren verkauften E-Papern einen Zuwachs von zwölf Prozent, Focus Money gewann 3.035 neue Abonnenten des digitalen Angebots und steigerte sich damit um 16,2 Prozent. Auch bei den Onlineangeboten der Fachmedien sind Auswirkungen der Coronakrise zu erkennen. Im Vergleich zum Vorjahr konnte etwa Heise online um 15,6 Prozent zulegen, das Deutsche Ärzteblatt online um satte 108,2 Prozent.

 

Quellen:
IVW
W&V
Deutsche Fachpresse


 

 

Kathrin Haas

VERÖFFENTLICHT AM

11. Mai 2020

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