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App-Download

App-Trends während Corona

Seitdem die Corona-Verordnungen Teile unseres Alltags einschränken, suchen die Menschen nach Ablenkung und Beschäftigung in den eigenen vier Wänden. Eine Möglichkeit unter vielen sind dabei Apps. Sie können uns unterhalten, informieren oder auch kleine Alltagshelfer sein. Die Corona-Pandemie hat Auswirkung auf unser App-Download-Verhalten, wie die Auswertungen des ersten Quartals 2020 der Analyse-Unternehmen App Annie und Sensortower zeigen.

Die Corona-Pandemie wirkt sich auf unser App-Download-Verhalten und die Nutzungszeit der Apps aus.
Apps decken eine Vielfalt unterschiedlicher Themen ab: Unterhaltung, Bildung, Nachrichten oder Gesundheit sind nur einige davon. Zudem sind sie einfach für uns zu erreichen, denn jeder, der ein Smartphone besitzt, kann sie sich kostenlos oder gegen Entgelt herunterladen. Dass Apps auch in der Corona-Pandemie ein hoher Stellenwert zugeschrieben wird, zeigen die Download-Auswertungen von App Annie und Sensortower. Allgemein haben Smartphone-Nutzer im ersten Quartal 2020 weltweit knapp 21 Milliarden Euro für Apps ausgegeben und insgesamt über 31 Milliarden App-Downloads gestartet. Das entspricht im Vergleich zum vierten Quartal 2019 einem Download-Anstieg von 15 Prozent.

Gaming-Apps

Von den insgesamt 31 Milliarden App-Downloads machten rund 40 Prozent Gaming-Apps aus, mit einem Umsatz von rund 14,8 Milliarden Euro. Wie die Auswertung von App Annie zeigt, haben Strategie-, Arkade-, Action- und Simulationsspiele den Markt im ersten Quartal 2020 angeführt. Darunter waren Spiele wie "Brain Out", "Woodturning", "WormsZone" oder "Subway Surfers". Insgesamt gaben die Verbraucher im ersten Quartal 2020 rund fünf Prozent mehr für Spiele aus als im vierten Quartal 2019. Die Wachstumsraten bei iOS wie auch bei Google Play blieben dabei auf einem ähnlichen Level - 65 Prozent aller Verbraucherausgaben für Spiele gingen an iOS und 85 Prozent an Google Play.

Gesundheits- und Sport-Apps

Sport- und Gesundheits-Apps sind auch im zweiten Quartal 2020 weiterhin beliebt.
Mit ebenfalls 40 Prozent der gesamten Downloadrate gehen die Gesundheits- und Sport-Apps ins Rennen. Viele Menschen wollen sich auch zu Hause weiterhin fit halten, gerade auch zu dem Zeitpunkt, als die Fitnessstudios noch geschlossen waren. Dafür nahmen viele Nutzer Geld in die Hand - weltweit gaben sie rund 52 Millionen Euro für Fitness-Apps aus. In Deutschland wurden allein in der letzten Märzwoche 2,1 Millionen Downloads gestartet und 1,5 Millionen Euro für Gesundheits- und Fitness-Apps ausgegeben. Damit stehen wir nur knapp hinter Großbritannien (2,6 Millionen Downloads) und Frankreich (2,7 Millionen Downloads).

Wie Sensortower Anfang Juni 2020 veröffentlichte, hat sich die Nachfrage nach Gesundheits- und Sport-Apps zum zweiten Quartal 2020 nochmals gesteigert. Von März 2020 auf April 2020 gab es einen erneuten Anstieg der Downloads von fünf Prozent.

Bildungs-Apps

Durch die Corona-Pandemie mussten Schulen geschlossen bleiben, die Schüler im Homeschooling den Lernstoff aufarbeiten oder man selbst konnte die Zeit zu Hause zum Lernen einer neuen Fremdsprache oder ähnlichem nutzen. Auch die Bildungs-Apps zeigen im Vergleich zum letzten Quartal 2019 ein Wachstum von 35 Prozent. Im April 2020 hielt dieser Trend weiter an. Zu den weltweit fünf beliebtesten Downloads zählten "Google Classroom", "YouTube Kids", "Photomath", die Sprachlern-App "Duolingo" und die Klavierlern-App "Simply Piano". "Google Classroom" verzeichnet allein für April 2020 28,2 Millionen Downloads, was einer 21-fachen Steigerung gegenüber April 2019 entspricht. Die Länder mit den meisten Installationen der App im ersten Quartal 2020 waren die USA mit 15 Prozent der gesamten Downloads und Indien mit etwa 13 Prozent. In Deutschland zählten im gleichen Zeitraum die Apps "ANTON - Schule - Lernen", "Moodle" oder die Sprachlern-App "Babble" zu den meist installierten Apps.

Konferenz-Apps

Die Business-App Zoom war im April die meist installierte App.
Neben den Bildungs-Apps haben auch die Konferenz-, beziehungsweise Business-Apps einen hohen Stellenwert während der Pandemie. Schulunterricht und Hochschul-Vorlesungen werden online per Konferenz-Tool abgehalten und auch Job-Meetings oder Bewerbungsgespräche laufen derzeit fast nur digital ab. Die Business-Apps machen rund 30 Prozent der gesamten Downloadrate von 31 Milliarden App-Downloads im ersten Quartal 2020 aus. Google hat seine sonst kostenpflichtigen Premium-Features von "Hangouts Meet" kostenlos zur Verfügung gestellt, Zoom bietet ebenfalls einen kostenlosen Zugang und Microsoft ein kostenloses sechsmonatiges Abonnement für "Microsoft-Teams". Bei den Zoom Cloud Meetings wurden die Download-Zahlen im Februar und März weltweit übertroffen, und die Downloads in den USA, Großbritannien und Europa sind nach wie vor sehr hoch. Allein in Deutschland wurde das Tool im ersten Quartal 2020 17-mal öfter heruntergeladen als noch im vierten Quartal 2019.

Top-Apps im ersten Quartal 2020

Mit der Corona-Pandemie nahmen aber nicht nur die Downloadzahlen zu, sondern auch die allgemeine Nutzung von Apps. Weltweit stieg die durchschnittliche wöchentliche Verweildauer von Apps und Spielen auf Android-Handys im ersten Quartal 2020 im Jahresvergleich um 20 Prozent - in Deutschland stieg sie um ganze zehn Prozent.

Zu den allgemein beliebtesten Apps zählten neben WhatsApp, Facebook und Instagram auch Spotify und Snapchat. Angeführt wurde die Rangliste allerdings von der Video-App TikTok. Zu Beginn des zweiten Quartals 2020 übernahm zuerst die Konferenz-App Zoom den ersten Platz, aber TikTok konnte sich den Platz als beliebteste App im Mai zurückholen.

Quellen:

Carolin Hilleke

VERÖFFENTLICHT AM

23. Juni 2020

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