DE

| EN

Studieren. Wissen. Machen.

Hochschule der Medien

Studiengang Print Media Technologies

"Es läuft sehr gut und darüber sind wir glücklich."

Im März 2018 nahmen die ersten Studierenden des englischsprachigen Studiengangs Print Media Technologies ihr Studium an der Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart auf. Mit dem internationalen Studiengang trägt die HdM dem digitalen Wandel und den damit einhergehenden Veränderungen in der Druck- und Medienindustrie Rechnung. Studiendekan Prof. Dr. Volker Jansen zieht nach knapp drei Jahren Bilanz.

Prof. Dr. Volker Jansen, Studiendekan des Studiengangs Print Media Technologies an der HdM

Prof. Dr. Volker Jansen, Studiendekan des Studiengangs Print Media Technologies an der HdM

HdM: Herr Jansen, der Studienstart für Print Media Technologies war im März 2018 - wie blicken Sie auf die letzten Jahre zurück?
Volker Jansen
: Die Umstellung des Studiengangs Druck- und Medientechnologie auf den internationalen Studiengang Print Media Technologies, dessen Inhalte ausschließlich auf englisch gelehrt werden, hat sich für die Hochschule der Medien gelohnt. Vor zweieinhalb Jahren, als wir die ersten Studierenden zuließen, hatten wir noch wenige Studienanfänger, die es wagten sich einzuschreiben, um sich auf einen Studiengang einzulassen, der sich noch nicht etabliert hatte. Wir warben auf internationalen Internetseiten für den Studiengang, setzten eine neue Webseite auf und kommunizierten das Programm über die Kanäle des DAAD. Heute, fast drei Jahre später, zum Semesterbeginn im Oktober 2020, waren wir zum ersten Mal überbelegt. Wir haben 25 Studienplätze auf die nunmehr 39 Studierende kommen. Ein Teil der eingeschriebenen Studierenden konnten im Oktober 2020 das Studium in Deutschland bereits in Präsenz aufnehmen, ein Teil jedoch musste aufgrund der coronabedingten Reisebeschränkungen noch in den jeweiligen Heimatländern verbleiben. Da aufgrund des gut ausgeklügelten Hygienekonzepts der Hochschule fast alle Vorlesungen in Präsenz abgehalten werden können, bietet der Studiengang für internationale Studierende, die in Ihren Heimatländern temporär verbleiben mussten, ein sehr spezifisches Unterrichtsprogramm an. Mit hohem technischen Aufwand werden alle Unterrichtseinheiten via YouTube über 14 Zeitzonen gestreamt. Schriftliche Inhalte, wie zum Beispiel Vorlesungsaufzeichnungen, sind für Studierende auf der e-learning Plattform Moodle verfügbar. Während des Semesters sind bereits weitere internationale Studierende eingetroffen, die ihr Studium nun in Präsenz fortführen können. Die noch im Ausland verbliebenen Studierenden dürfen die Vorlesungen selbstverständlich weiterhin online hören, in der Erwartung, dass das notwendige Visum von der deutschen Botschaft des jeweiligen Landes ausgestellt wird.

Zurück zu Ihrer Frage: Die Etablierung des internationalen Programms war sehr aufregend. Wir mussten die gesamten Vorlesungen auf neue Themen ausrichten. So haben wir die Themen Digitaldruck, Verpackungsdruck, 3-D Druck und funktionales Drucken ausgebaut und in neue technische Einrichtungen investiert. Wir haben die interkulturellen Anforderungen durch neue didaktische Konzepte gelöst und haben eine komplett neue Studienprüfungsordnung entwickelt, die die individuellen kulturellen und bildungsspezifischen Hintergründe der Bewerber berücksichtigt. Das heißt, wir müssen in den ersten zwei Semestern dafür Sorge tragen, dass die unterschiedlichen individuellen Voraussetzungen vereinheitlicht werden, um dann, im Hauptstudium, mit den spezifischen Inhalten, die die Studierenden lernen müssen, aufsetzen zu können.
Wir haben zur Zeit einen nicht abreißenden Strom an guten und interessanten Bewerbern, aus allen Ländern der Welt. Unsere Studierenden sind sehr heterogen. Dabei sind die individuellen Voraussetzungen, die sie mitbringen unterschiedlich. Einige Studierende haben elterliche Betriebe in den Heimatländern, andere haben eine Ausbildung absolviert oder verfügen bereits über einen Universitätsabschluss.

HdM: Gab es besondere Highlights, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind?
Volker Jansen: Jedes Semester ist ein Highlight, und das liegt nicht nur an den internationalen Studierenden, sondern vielmehr an den interessanten und wegweisenden Projekten, die in Zusammenarbeit mit der Industrie erfolgen. Dabei liegt der Fokus auf neuen technischen Entwicklungen die in Forschung und Lehre dazu beitragen, neue Themenfelder zu akquirieren und zu entwickeln.
Vor allem sind wir sehr glücklich darüber, dass die Industrie das Studiengangskonzept positiv bewertet und uns in den letzten zwei Jahren mit Leihgaben und Kooperationen unterstützt hat. Es ist nicht mehr so wie früher, dass uns ausschließlich deutsche Maschinen- oder Gerätehersteller unterstützen, sondern es sind nunmehr auch Unternehmen aus dem europäischen Ausland und den USA, die Maschinen- und Geräteleihgaben ermöglichen und Forschungsaufträge vergeben. Ein weiter Aspekt, der die Projektarbeiten in den letzten zwei Jahren beflügelt hat, sind die unterschiedlichen Herangehensweisen an technische Problemstellungen und die mannigfachen Sichtweisen bezüglich etwaiger Lösungsansätze, die die Internationalität mit sich gebracht hat.

HdM: Was schätzen Sie, neben der Internationalität und der Kooperation mit der Industrie, besonders am Studiengang?
Volker Jansen: Die Umstellung der Unterrichtssprache von deutsch auf englisch hat uns nicht nur mehr Bewerber beschert, sondern eine bessere Kompatibilität mit angelsächsischen Partnerhochschulen. Der Austausch ist einfacher, Studierende unserer Partnerhochschulen haben aufgrund der Lehrsprache geringe Vorbehalte sich für ein Semester in Deutschland zu entscheiden. Darüber hinaus haben unsere Studierenden die Möglichkeit, während des Mobilitätsfensters im sechsten Semester an einer angelsächsischen Hochschule zu studieren. Wir bieten sogar übergreifende Abschlussarbeiten an, mit einem Prüfer an der HdM und einem Prüfer an einer unserer Partnerhochschulen.

Als Europäer müssen wir uns am Maßstab britischer Universitäten orientieren: Beim Webseitenauftritt, in der Kommunikation, in der Art, wie wir Dinge angehen, in der Unterstützung der Studierenden usw. Dieser Ansatz wird durch das Auslandsamt der Hochschule unterstützt. Eine Kollegin, die früher an der Oxford Brooks University gearbeitet hat, kommuniziert mit unseren Bewerbern. Sie kennt die Fragen, weiß welche Antworten relevant sind und ist gewohnt mit Menschen unterschiedlicher Kulturkreise zu kommunizieren. Es ist es vor allem wichtig für uns, mit unserem Angebot auf dem internationalen Bildungsmarkt konkurrieren zu können. Wir müssen uns an den Gepflogenheiten, die an angelsächsischen Universitäten üblich sind, orientieren. Es mag vielleicht überraschen, aber ein positiver Aspekt sind dabei die Studiengebühren die das Land Baden-Württemberg für Studierende aus NON-EU-Ländern erhebt, denn die Entrichtung von Studiengebühren werden von NON-EU Bewerbern erwartet.

HdM: Welche Hands-on Erfahrungen sammeln Studierende des Studiengangs?
Volker Jansen: Der Studiengang Print Media Technologies umfasst ein komplexes praktisches Laborprogramm. Dort haben wir uns auf neue Technologien spezialisiert und unterschiedliche Drucktechniken und die Weiterverarbeitungstechnologien für kommerzielle Printanwendungen auf den Digitaldruck umgerüstet. Dabei spielen IT-relevante Inhalte eine wichtige Rolle, um zum Beispiel Lehrinhalte zu integrieren, die sich mit automatisierten Workflow-Lösungen im Bereich des variablen Datendrucks und des IoT (Internet of Things) beschäftigen. Im Verpackungsdruck konzentrieren wir uns auf das Flexodruckverfahren mit seinem Spektrum an Vorstufenlösungen und Weiterverarbeitungstechnologien, dabei hilft uns die Nähe zur DFTA, die an der Hochschule der Medien ansässig ist. Auch haben wir neue Technologien im Tiefdruck ins Zentrum des Verpackungsdrucks gerückt, wie zum Beispiel die Bebilderung kunststoffbeschichteter Tiefdruckzylinder, eine neue Technologie, um chrombeschichtete Zylinder abzulösen. Hier zeigt sich neben der Lehre ein großes Interesse der Industrie in der Vergabe von Forschungs- und Entwicklungsaufträgen an die Hochschule. Aber auch industrielle Anwendungen sind weiter in den Vordergrund gerückt, dazu zählen additive Fertigungsverfahren (3D-Druck) und gedruckte Elektronik.

Die neue Ausrichtung kommt unter Studierenden sehr gut an und es besteht ein großes Interesse an diesen für die Industrie so wichtigen Themen. Unser Technologiezentrum der HdM umfasst einen sogenannten "Production Space", der eine ideale Voraussetzung bietet, dass Studierende während des Studiums praktische Erfahrungen sammeln können. Praktische Aufgaben werden auch in Lehrveranstaltungen eingebaut. Dazu gehört die Messtechnik, die Drucktechnik und die Druckweiterverarbeitung. Im weiteren Sinne schließen praktische Arbeiten das Programmieren und den Bereich des "Pre-Media", also von der Fotografie über die Post Produktion von Bildern bis zum Raster Image Processor ein. Im Studienbereich der additiven Fertigungsverfahren lernen die Studierenden bei praktischen Aufgaben mit CAD Programmen zu arbeiten und dreidimensionale Körper mit unterschiedlichen 3-D Drucktechnologien zu erstellen. Das sind nur einige Punkte die den Studiengang Print Media Technologies von anderen Programmen wesentlich unterscheidet.

HdM: Was sollte man als Studieninteressierte oder Studieninteressierter mitbringen, wenn man sich bewerben möchte?
Volker Jansen: Das Interesse am Studienfach muss Priorität haben. Die Bewerberinnen und Bewerber sollten enthusiastisch und kommunikativ sein und es lieben mit Menschen verschiedener Nationalität zu arbeiten und zu lernen. In die Eignungsbewertung fließen das Motivationsschreiben, das Testergebnis aus dem Sprachtest und der Bildungsgrad mit ein. Wir unterrichten ausschließlich auf Englisch. Das bedeutet das Studierende, gemäß des international üblichen Standards, als Voraussetzung für eine Zulassung ein englisches Sprachniveau GER B2 vorweisen müssen. Selbstverständlich stellt diese Anforderung eine gewisse Hürde dar, wirkt sich aber positiv auf die Studierbarkeit aus.

Die Studierenden, die wir im Oktober zugelassen haben, verfügen zum Teil schon über ein abgeschlossenes Bachelorstudium und haben sich ganz bewusst für Print Media Technologies entschieden.

HdM: Aus welchen Ländern kommen die Studierenden?
Volker Jansen: Von allen Kontinenten dieser Erde: von Mexiko bis Canada, von Europa bis Kenia, von Russland bis Indien und von China bis Australien. Eine bunte Mischung aus der ganzen Welt. 36 Nationen sind vertreten.

HdM: Was motiviert sie für ein Studium an der HdM?
Volker Jansen: Alle unsere Studierenden suchen nach nachhaltiger Bildung und haben sich aufgrund der Zukunftssicherung für einen technischen Studiengang mit praktischen Anteilen entschieden. Sehr viele Studiengänge sind theoretisch ausgeprägt, was sich bei ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen unter Umständen kontraproduktiv auf ein nachhaltiges Lernen auswirken kann. Der Ingenieur des 21. Jahrhunderts muss in der Lage sein, etwas technisch umsetzen und nicht nur berechnen zu können. Und hier sehen wir den großen Vorteil des Studiengangs Print Media Technologies an der Hochschule der Medien, wir vereinen die Theorie mit der Praxis.

HdM: Wie sind die Erfahrungen der Studierenden, die schon im Praxissemester waren?
Volker Jansen: Das Feedback aus dem Praxissemester ist sehr gut, alle Studierenden haben in großen, namenhaften Unternehmen ihr Praxissemester absolviert - und das während der Corona Krise, wir sind sehr stolz auf unsere Studierenden und freuen uns über die Offenheit unserer Industriepartner. Die Industrie hat ein bewiesenes Interesse an unseren Studierenden, weil diese gut Englisch und eine weitere Sprache sprechen, polyglott sind und einen ingenieurwissenschaftlichen Studiengang belegen.

HdM: Was sind die Perspektiven für Absolventen nach dem Studium, wo gehen sie hin?
Volker Jansen: Das kommt immer darauf an, welche Interessen und Intensionen unsere Absolventinnen und Absolventen haben. Einige interessieren sich für technische Unternehmen, etwa Maschinenhersteller oder Medienbetriebe, um dort in der Technik oder im Vertrieb tätig zu werden. Einige präferieren Markenartikler oder große Industriekonzerne, wie z.B. Bosch. Andere wiederum arbeiten in Verlagen oder Beratungsunternehmen, und manche Absolventinnen und Absolventen gehen zurück in den elterlichen Betrieb, um die Druckerei oder das Verpackungsunternehmen zu leiten. Es gibt viele Möglichkeiten für unsere Absolventinnen und Absolventen erfolgreich zu werden.

HdM: Was wünschen Sie sich künftig für den Studiengang?
Volker Jansen: Ich hoffe, dass der Studiengang die HdM bereichern und bunter machen wird, und ich wünsche mir, dass wir den Studiengang mit Hilfe unserer Studierenden und unserer Industriepartner weiterentwickeln und wachsen lassen können. Deshalb wäre ich dankbar, wenn der Studiengang noch mehr an Popularität gewinnen könnte, denn die Umstellung hat großen Mut erfordert und wäre ohne die Unterstützung des Rektorats nicht möglich gewesen. Wir haben steigende Studierendenzahlen und darüber sind wir alle sehr, sehr glücklich.

Der Studiengang Print Media Technologies lässt nur zum Wintersemester zu. Der nächste Studienstart ist im Wintersemester 2021/2022 möglich. Alle Infos zu Bewerbung und Zulassung finden sich auf der Website des Studiengangs.

VERÖFFENTLICHT AM

15. Januar 2021

KONTAKT

Prof. Dr. Dipl.-Ing. Volker Jansen

Print Media Technologies

Telefon: 0711 8923-2150

E-Mail: jansen@hdm-stuttgart.de

Sebastian Paul

Print Media Technologies

Telefon: 0711 8923-2155

E-Mail: paul@hdm-stuttgart.de

Lesen Sie auch

ARCHIV

Studium
WAS DENKEN SIE DARÜBER?


Verstanden

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren