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Veranstaltungsbeschreibung

223634a Empirische Medienforschung: Methoden und Theorien

Zuletzt geändert:02.02.2019 / Zöllner
EDV-Nr:223634a
Studiengänge: Medienwirtschaft (Bachelor, 7 Semester), Prüfungsleistung im Modul Empirische Medienforschung in Semester 4 6 7
Häufigkeit: nur SS
Dozent: Prof. Dr. Oliver Zöllner
Sprache: Deutsch
Art: V
Umfang: 2 SWS
ECTS-Punkte: 3
Workload: 2 SWS / 3 ECTS: 15 Termine zu je 2 SWS = 22,5 Zeitstunden; Vor- und Nachbereitung: 15 Termine zu je 1,5 Zeitstunden = 22,5 Zeitstunden; Konzeptionsarbeit: 9 Termine zu je 5 Zeitstunden = 45 Zeitstunden. Gesamter Zeitaufwand (Workload) = 90 Zeitstunden
Inhaltliche Verbindung zu anderen Lehrveranstaltungen im Modul: Diese Lehrveranstaltung legt die theoretischen und methodologischen Grundlagen für die praktische Umsetzung eines empirischen Medienforschungsprojekts.
Prüfungsform:
Beschreibung: Dieser praxisorientierte Workshop vertieft die bisher erworbenen Kenntnisse auf dem Gebiet der Markt- und Medienforschung. Die wesentlichen Theorieansätze und Erkenntnisse von für das Fachgebiet zentralen Studien und Methodenlehrbüchern werden gemeinsam erarbeitet, analysiert, mit Blick auf ihre Anwendung vertieft und anschließend "im Feld" erprobt.
Übergeordnetes Ziel ist, das erworbene Wissen im parallel angebotenen Transferprojekt (muss ebenfalls belegt werden!) praktisch anzuwenden. Daher sollen beide Veranstaltungen auf ein gemeinsames Thema der Medienforschung fokussiert werden. Wir werden quantitative und qualitative Methoden anwenden.
Das heißt: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden (je nach Teilnehmerzahl: ggf. in mehreren Gruppen) ein Forschungsprojekt konzipieren und selbständig umsetzen. Am Ende präsentieren sie ihre Ergebnisse und verschriftlichen diese als (Gruppen-)Hausarbeit.

WAS MACHEN WIR IM SOMMERSEMESTER 2019?

Wir werden uns um ein sehr spannendes Thema rund um Social Media kümmern, mit dem viele Studierende sicher schon einmal Kontakt hatten: mit Selbstdarstellung und Selbstoptimierung im Netz. 15 Jahre nach dem Start von Facebook (jetzt schon fast ein alter Hut, aber immer noch eine relevante Infrastruktur unseres Alltags) schauen wir darauf, wie Menschen sich im Netz, bei YouTube, Twitter, Instagram & Co. darstellen, was sie dort machen, um im weitesten Sinne gut auszusehen, und was sie unternehmen, um noch besser auszusehen. Das ist nicht nur optisch gemeint. Viele Menschen passen ihr Leben längst an eine erhoffte Wirkung im Netz an: ihr Aussehen, ihre Freunde (und "Freunde"), was sie studieren, ihre Hobbies, ihre Vorlieben, ihren Beruf usw. Es geht um das Zusammenspiel von Ökonomie, Selbstmarketing und Identität. Viele Menschen leben bereits zwei Leben parallel: eines offline, eines online. Und wollen immer besser werden. Das ist fast schon 'normal'. Aber: Was heißt das? Warum ist das so? Was macht das mit uns? Hat sich das Mensch-Sein an sich in der Digitalität verändert? Das werden wir erforschen. Lesen Sie bitte vorab den folgenden Artikel: John Harris (2019): Death of the private self: How fifteen years of Facebook changed the human condition. In: The Guardian online (31.1).

Die Teilnehmer*innen werden bei der Suche nach Forschungsthemen eigene Schwerpunkte setzen können. Konkret werden wir im Kurs entsprechende Leitfragen entwickeln und anschließend empirische Beobachtungen, Befragungen und Analysen im Umfeld von Flirt- und Dating-Portalen durchführen.
Ziel des Moduls ist, die Mechanismen der Selbstdarstellung und Selbstoptimierung im Netz in ihren jeweiligen gesellschaftlichen, kulturellen und medialen Kontexten zu verstehen. Wir werden uns dabei auch mit Ansätzen der Digitalen Ethik auseinandersetzen [Charles Ess (2014): Digital media ethics. 2nd ed. Cambridge, Malden: Polity Press.]

Die Studierenden sind nach Abschluss des Modulteils in der Lage,
- relevante Literatur kompetent zu recherchieren, rezipieren und auszuwerten,
- Ergebnisse der empirischen Medienforschung zu verstehen,
- entsprechende Untersuchungen auf ihren Theoriegehalt zu überprüfen und ggf. weiterzuentwickeln,
- teilweise oder voll eigenständig an empirischen Lösungen bei Fragestellungen der Medienforschung zu arbeiten,
- theoretische Behauptungen und Erklärungen auf ihren empirischen Gehalt abzuschätzen,
- eigenständig Ergebnisberichte zu verfassen.
English Title: Empirical Media Research: Methods and Theories
Literatur: Babbie, Earl (2011): Introduction to social research. 5th (internationall) ed. Belmont CA: Wadsworth.
Baur, Nina; Blasius, Jörg (Hrsg.) (2014): Handbuch Methoden der empirischen Sozialforschung. Wiesbaden: Springer VS.
Brosius, Hans-Bernd; Haas, Alexander; Koschel, Friederike (2016): Methoden der empirischen Kommunikationsforschung. Eine Einführung. 7. Aufl. Wiesbaden: VS.
Kromrey, Helmut; Roose, Jochen; Strübing, Jörg (2016): Empirische Sozialforschung. Modelle und Methoden der standardisierten Datenerhebung und Datenauswertung mit Annotationen aus qualitativ-interpretativer Perspektive. 13. Aufl. Konstanz/München: UVK/Lucius & Lucius.
Kühn, Thomas; Koschel, Kay-Volker (2018): Gruppendiskussionen. Ein Praxis-Handbuch. 2. Aufl. Wiesbaden: Springer VS.
Lamnek, Siegfried; Krell, Claudia (2016): Qualitative Sozialforschung. Lehrbuch. 6. Aufl. Weinheim ; Basel: Beltz.
Meyen, Michael; Löblich, Maria; Pfaff-Rüdiger, Senta; Riesmeyer, Claudia (2011): Qualitative Forschung in der Kommunikationswissenschaft. Eine praxisorientierte Einführung. 1. Aufl. Wiesbaden: VS.
Mayring, Philipp (2015): Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken. 12. Aufl. Weinheim: Beltz.
Mikos, Lothar; Wegener, Claudia (Hrsg.) (2017): Qualitative Medienforschung. Ein Handbuch. 2. Aufl. Konstanz, München: UVK.
Möhring, Wiebke; Schlütz, Daniela (2010): Die Befragung in der Medien- und Kommunikationswissenschaft. Eine praxisorientierte Einführung. 2. Aufl. Wiesbaden: VS.
Porst, Rolf (2014): Fragebogen. Ein Arbeitsbuch. 4. Aufl. Wiesbaden: SpringerVS.
Scheufele, Bertram; Engelmann, Ines (2009): Empirische Kommunikationsforschung. Konstanz: UVK.

Interviews und Datenschutz:

Ein sehr hilfreiches Dossier zum Thema "Interviews datenschutzrechtkonform führen und verarbeiten" (mit Vorlagen für Datenschutzerklärungen etc.) finden Sie hier: www.audiotranskription.de/qualitative-Interviews-DSGVO-konform-aufnehmen-und-verarbeiten.

Ethische Aspekte der Forschungspraxis:

Schlütz, Daniela; Möhring, Wiebke (2018): Between the devil and the deep blue sea: Negotiating ethics and method in communication research practice. In: Studies in Communication and Media, 7. Jahrg., Nr. 1, S. 31-58. Onlinequelle: www.nomos-elibrary.de/10.5771/2192-4007-2018-1-31/.


Weitere Literatur finden Sie in der HdM-Bibliothek.
Internet: STUDIEN/ARTIKEL ZU SOCIAL MEDIA:
• Vallor, Shannon (2015): Social networking and ethics. In: Stanford Encyclopedia of Philosophy (21.8.), URL: plato.stanford.edu/entries/ethics-social-networking/.

FACHZEITSCHRIFTEN und LITERATURDATENBANKEN:
Das Portal Quasus: Methoden qualitativer Sozial-, Unterrichts- und Schulforschung bietet hervorragende Einführungen und Literaturtipps - einfach mal auf die Reiter "Was muss ich wissen?", "Wie kann ich vorgehen?" und "Wer kann mir helfen?" klicken!
Das Blogportal Sozialwissenschaftliche Methodenberatung von Dr. Isabel Steinhardt bietet viele hervorragende Übersichten und praxisnahe Vertiefungen.
Der YouTube-Kanal Methoden-Coaching Morgenstern von André Morgenstern-Einenkel hält manches instruktive Video parat, etwa zu qualitativen Auswertungen mit MAXQDA.
Das Social Research Update der University of Surrey (UK) bietet hervorragende Überblicke über (fast) alle Verfahren und Methoden der Sozial- und Medienforschung.
Online-Zeitschrift Forum Qualitative Sozialforschung (FQS).
Artikel aus der Fachzeitschrift "Media Perspektiven" als PDFs (ab Jahrgang 1997) unter www.media-perspektiven.de.
Artikel (bzw. ganze Hefte) der Fachzeitschrift "Medien & Kommunikationswissenschaft" als PDFs (ab Jahrgang 2000).

ANALYSESOFTWARE:
Eine Übersicht über Statistik-Software (darunter auch diverse kostenlose!) finden Sie hier. Es gibt mehr als nur SPSS...
Eine Einführung, wie man mit Word (!) qualitative Textkorpora auswerten kann, gibt der Artikel "Die technikunterstützte Analyse von qualitativen Daten mit Word" von Bruno Nideröst.
Eine Software zur Auswertung von Texten mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring ist QCAmap - und ist kostenfrei!
Schön ist auch MAXQDA [Demoversion hier], nicht zuletzt das Infotutorial/Webinar lohnt sich anzuschauen.
Mit Catma (kostenlos!) lassen sich Textbestände qualitativ kodieren und auswerten.
Für Mac gibt es auch die Software Annotations zur Auswertung von qualitativen Textdaten - mit einer kostenlosen Basisversion und einer relativ günstigen Vollversion.

MEDIENFORSCHUNGSDATEN:
Mediendaten Südwest: Aktuelle Basisdaten zu TV, Hörfunk, Print, Film und Internet - und viele Links.
Quotenmeter.de: Fernsehreichweiten und -marktanteile aus Deutschland und Übersee.

SONSTIGE QUELLEN:
Hans-Jürgen Andreß: Glossar zur Datenerhebung und statistischen Analyse. Onlinequelle: uni-koeln.de/glossar/stichwor.htm.
Featherstone, Liza (2018): Talk is cheap: The myth of the focus group. Focus groups make us feel our views matter – but no one with power cares what we think. The Guardian online (6.2.), URL: www.theguardian.com/news/2018/feb/06/talk-is-cheap-the-myth-of-the-focus-group.
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