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Veranstaltungsbeschreibung

223634a Empirische Medienforschung: Methoden und Theorien

Zuletzt geändert:23.03.2020 / Zöllner
EDV-Nr:223634a
Studiengänge: Medienwirtschaft (Bachelor, 7 Semester), Prüfungsleistung im Modul Empirische Medienforschung in Semester 4 6 7
Häufigkeit: nur SS
Dozent: Prof. Dr. Oliver Zöllner
Sprache: Deutsch
Art: V
Umfang: 2 SWS
ECTS-Punkte: 3
Workload: 2 SWS / 3 ECTS: 15 Termine zu je 2 SWS = 22,5 Zeitstunden; Vor- und Nachbereitung: 15 Termine zu je 1,5 Zeitstunden = 22,5 Zeitstunden; Konzeptionsarbeit: 9 Termine zu je 5 Zeitstunden = 45 Zeitstunden. Gesamter Zeitaufwand (Workload) = 90 Zeitstunden
Inhaltliche Verbindung zu anderen Lehrveranstaltungen im Modul: Diese Lehrveranstaltung legt die theoretischen und methodologischen Grundlagen für die praktische Umsetzung eines empirischen Medienforschungsprojekts.
Prüfungsform:
Bemerkung zur Veranstaltung: Deutsch Teilnehmerbeschränkung
Beschreibung: Dieser praxisorientierte Workshop vertieft die bisher erworbenen Kenntnisse auf dem Gebiet der Markt- und Medienforschung. Die wesentlichen Theorieansätze und Erkenntnisse von für das Fachgebiet zentralen Studien und Methodenlehrbüchern werden gemeinsam erarbeitet, analysiert, mit Blick auf ihre Anwendung vertieft und anschließend "im Feld" erprobt.
Übergeordnetes Ziel ist, das erworbene Wissen im parallel angebotenen Transferprojekt (muss ebenfalls belegt werden!) praktisch anzuwenden. Daher sollen beide Veranstaltungen auf ein gemeinsames Thema der Medienforschung fokussiert werden. Wir werden quantitative und qualitative Methoden anwenden.
Das heißt: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden (je nach Teilnehmerzahl: ggf. in mehreren Gruppen) ein Forschungsprojekt konzipieren und selbständig umsetzen. Am Ende präsentieren sie ihre Ergebnisse und verschriftlichen diese als (Gruppen-)Hausarbeit.

WAS MACHEN WIR IM SOMMERSEMESTER 2020?

Oberthema ist die Nutzung von Medien (speziell digitaler Plattformen) im Kontext der Familie und welche medienpädagogischen und -ethischen Herausforderungen sich hier stellen.
Wir kennen das alle: In einem familialen Kontext leben mehrere Generationen unter einem Dach (Eltern, Kinder, teils auch Großeltern u.ä.) und nutzen unterschiedliche Medien - klassische Medien, digitale Medien, Plattformen und Games - in ganz unterschiedlicher Weise. Eltern und manchmal auch Großeltern oder andere Verwandte wollen zudem den (digitalen) Mediengebrauch der Minderjährigen steuern, lenken oder gar überwachen. Auch Erwachsene untereinander tun das. Unterschiedliche Erwartungen, Hoffnungen, Nutzungsmodi und eben auch: medienpädagogische Konzepte und ethische Positionen prallen aufeinander.
Und dann ist/war da noch die Sache mit Covid-19-bedingten Kindergarten- und Schulschließungen, während die Eltern vielleicht im Home Office oder auswärts arbeiten müssen. Das sind nochmal ganz andere Herausforderungen für Familien und ihren Mediengebrauch. Schlimm wird es, wenn den Kindern langweilig ist (und den Erwachsenen vielleicht auch).
Was passiert in Familien genau? Wie schaffen es Familien, mit den oder vielleicht auch trotz der digitalen Verlockungen "Familien" zu sein? Wie gehen die einzelnen Akteure mit diesen und anderen Herausforderungen um? Welche Regeln werden auf welche Weise ausgehandelt, etwa rund um Nutzungsdauern, Programmauswahl, Datenschutz oder die Frage, was man posten darf? Braucht man gar einen Mediennutzungsvertrag? WhatsApp - ja oder nein? Netflix - wie lange und was für Inhalte? GTA 5 für 6-Jährige? Was hat das jeweils für Folgen? Wie gehen die Familienmitglieder individuell und im Familienkontext mit problematischen Verhaltensweisen um? Welche Strategien entwickeln sie hierfür? Und: Wie lässt sich all das erforschen und systematisieren?

Die Teilnehmer*innen werden bei der Suche nach Forschungsthemen eigene Schwerpunkte setzen können. Einen guten Einstieg ins Thema bieten die folgenden Studien:
Hasebrink, Uwe; Lampert, Claudia; Thiel, Kira (2019): Online-Erfahrungen von 9- bis 17-Jährigen. Ergebnisse der EU Kids Online-Befragung in Deutschland 2019. 2. überarb. Auflage. Hamburg: Verlag Hans-Bredow-Institut [Download hier].
Feierabend, Sabine; Plankenhorn, Theresa; Rathgeb, Thomas (2017): FIM-Studie 2016. Familie, Interaktion, Medien. Stuttgart: mpfs [Download hier].

Konkret werden wir im Kurs entsprechende Leitfragen entwickeln und anschließend empirische Beobachtungen, Befragungen und Analysen durchführen. Wir werden uns dabei auch mit Ansätzen der Digitalen Ethik auseinandersetzen. Wichtige Bücher hierzu:
Ess, Charles (2014): Digital media ethics. 2nd ed. Cambridge, Malden: Polity Press [Kurzversion in der Oxford Research Encyclopedia of Communication hier verfügbar],
Grimm, Petra; Keber, Tobias O.; Zöllner, Oliver (Hrsg.) (2019): Digitale Ethik. Leben in vernetzten Welten. Ditzingen: Reclam [Einleitung als Leseprobe hier verfügbar].

Die Studierenden sind nach Abschluss des Modulteils in der Lage,
- relevante Literatur kompetent zu recherchieren, rezipieren und auszuwerten,
- Ergebnisse der empirischen Medienforschung zu verstehen,
- entsprechende Untersuchungen auf ihren Theoriegehalt zu überprüfen und ggf. weiterzuentwickeln,
- teilweise oder voll eigenständig an empirischen Lösungen bei Fragestellungen der Medienforschung zu arbeiten,
- theoretische Behauptungen und Erklärungen auf ihren empirischen Gehalt abzuschätzen,
- eigenständig Ergebnisberichte zu verfassen.
English Title: Empirical Media Research: Methods and Theories
Literatur: Bachmann, Nils et al. (2019): Wie WhatsApp den Alltag beherrscht. Eine empirische Studie zum ambivalenten Umgang mit Messengerdiensten. Köln: Reguvis Bundesanzeiger-Verlag.
Baur, Nina; Blasius, Jörg (Hrsg.) (2019): Handbuch Methoden der empirischen Sozialforschung. 2. Aufl. Wiesbaden: Springer VS. [Download des E-Books über die HdM-Bibliothek!]
Brosius, Hans-Bernd; Haas, Alexander; Koschel, Friederike (2016): Methoden der empirischen Kommunikationsforschung. Eine Einführung. 7. Aufl. Wiesbaden: VS. [Download des E-Books über die HdM-Bibliothek!]
Kromrey, Helmut; Roose, Jochen; Strübing, Jörg (2016): Empirische Sozialforschung. Modelle und Methoden der standardisierten Datenerhebung und Datenauswertung mit Annotationen aus qualitativ-interpretativer Perspektive. 13. Aufl. Konstanz/München: UVK/Lucius & Lucius. [Download des E-Books über die HdM-Bibliothek!]
Kühn, Thomas; Koschel, Kay-Volker (2018): Gruppendiskussionen. Ein Praxis-Handbuch. 2. Aufl. Wiesbaden: Springer VS. [Download des E-Books über die HdM-Bibliothek!]
Lamnek, Siegfried; Krell, Claudia (2016): Qualitative Sozialforschung. Lehrbuch. 6. Aufl. Weinheim ; Basel: Beltz.
Meyen, Michael; Löblich, Maria; Pfaff-Rüdiger, Senta; Riesmeyer, Claudia (2019): Qualitative Forschung in der Kommunikationswissenschaft. Eine praxisorientierte Einführung. 2. Aufl. Wiesbaden: Springer VS. [Download des E-Books über die HdM-Bibliothek!]
Mayring, Philipp (2015): Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken. 12. Aufl. Weinheim: Beltz.
Mikos, Lothar; Wegener, Claudia (Hrsg.) (2017): Qualitative Medienforschung. Ein Handbuch. 2. Aufl. Konstanz, München: UVK. [Download des E-Books über die HdM-Bibliothek!]
Möhring, Wiebke; Schlütz, Daniela (2019): Die Befragung in der Medien- und Kommunikationswissenschaft. Eine praxisorientierte Einführung. 3. Aufl. Wiesbaden: VS. [Download des E-Books über die HdM-Bibliothek!]
Porst, Rolf (2014): Fragebogen. Ein Arbeitsbuch. 4. Aufl. Wiesbaden: Springer VS. [Download des E-Books über die HdM-Bibliothek!]
Scheufele, Bertram; Engelmann, Ines (2009): Empirische Kommunikationsforschung. Konstanz: UVK.

Forschungsinterviews führen und Datenschutz beachten:
Ein sehr hilfreiches Dossier zum Thema "Interviews datenschutzrechtkonform führen und verarbeiten" (mit Vorlagen für Datenschutzerklärungen etc.) finden Sie hier: www.audiotranskription.de/qualitative-Interviews-DSGVO-konform-aufnehmen-und-verarbeiten.

Qualitative Interviews am Telefon oder online durchführen – Informationen für Studierende von Kai Dröge: hier herunterladen. Aber auch bei Interviews mit Skype & Co. die Datenschutzbestimmungen beachten: hier lesen!

Was es zu beachten gilt, wenn man Erhebungen an Schulen durchführen möchte ...
... kann man hier nachlesen (anklicken!). Ist wichtig!.

Ethische Aspekte der Forschungspraxis:
Schlütz, Daniela; Möhring, Wiebke (2018): Between the devil and the deep blue sea: Negotiating ethics and method in communication research practice. In: Studies in Communication and Media, 7. Jahrg., Nr. 1, S. 31-58. Onlinequelle: www.nomos-elibrary.de/10.5771/2192-4007-2018-1-31/.


Weitere Literatur finden Sie in der HdM-Bibliothek.
Internet: STUDIEN/ARTIKEL ZU SOCIAL MEDIA:
• Vallor, Shannon (2015): Social networking and ethics. In: Stanford Encyclopedia of Philosophy (21.8.), URL: plato.stanford.edu/entries/ethics-social-networking/.

FACHZEITSCHRIFTEN und LITERATURDATENBANKEN:
Das Portal Quasus: Methoden qualitativer Sozial-, Unterrichts- und Schulforschung bietet hervorragende Einführungen und Literaturtipps - einfach mal auf die Reiter "Was muss ich wissen?", "Wie kann ich vorgehen?" und "Wer kann mir helfen?" klicken!
Das Blogportal Sozialwissenschaftliche Methodenberatung von Dr. Isabel Steinhardt bietet viele hervorragende Übersichten und praxisnahe Vertiefungen.
Der YouTube-Kanal Methoden-Coaching Morgenstern von André Morgenstern-Einenkel hält manches instruktive Video parat, etwa zu qualitativen Auswertungen mit MAXQDA.
Das Social Research Update der University of Surrey (UK) bietet hervorragende Überblicke über (fast) alle Verfahren und Methoden der Sozial- und Medienforschung.
Super ist auch das britische National Centre for Research Methods, das Text-, Audio- und Video-Materialien zu fast allen denkbaren Methoden zur Verfügung stellt.
Das Portal Methodspace des SAGE-Verlags bietet ebenfalls zahlreiche Links zu (allerdings nur) qualitativen Methoden und Verfahren an.
Für die Profis unter Ihnen: die Online-Zeitschrift Forum Qualitative Sozialforschung (FQS).
Artikel aus der Fachzeitschrift "Media Perspektiven" als PDFs (ab Jahrgang 1997) unter www.media-perspektiven.de.
Artikel (bzw. ganze Hefte) der Fachzeitschrift "Medien & Kommunikationswissenschaft" als PDFs (ab Jahrgang 2000).

ANALYSESOFTWARE:
Eine Übersicht über Statistik-Software (darunter auch diverse kostenlose!) finden Sie hier. Es gibt mehr als nur SPSS...
Eine Einführung, wie man mit Word (!) qualitative Textkorpora auswerten kann, gibt der Artikel "Die technikunterstützte Analyse von qualitativen Daten mit Word" von Bruno Nideröst.
Eine Software zur Auswertung von Texten mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring ist QCAmap - und ist kostenfrei!
Schön ist auch MAXQDA [Demoversion hier], nicht zuletzt das Infotutorial/Webinar lohnt sich anzuschauen.
Mit Catma (kostenlos!) lassen sich Textbestände qualitativ kodieren und auswerten.
Für Mac gibt es auch die Software Annotations zur Auswertung von qualitativen Textdaten - mit einer kostenlosen Basisversion und einer relativ günstigen Vollversion.

MEDIENFORSCHUNGSDATEN:
Mediendaten Südwest: Aktuelle Basisdaten zu TV, Hörfunk, Print, Film und Internet - und viele Links.
Quotenmeter.de: Fernsehreichweiten und -marktanteile aus Deutschland und Übersee.

SONSTIGE QUELLEN:
Hans-Jürgen Andreß: Glossar zur Datenerhebung und statistischen Analyse. Onlinequelle: uni-koeln.de/glossar/stichwor.htm.
Featherstone, Liza (2018): Talk is cheap: The myth of the focus group. Focus groups make us feel our views matter – but no one with power cares what we think. The Guardian online (6.2.), URL: www.theguardian.com/news/2018/feb/06/talk-is-cheap-the-myth-of-the-focus-group.
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