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Veranstaltungsbeschreibung

254044b Empirische Forschung zur digitalen Gesellschaft

Zuletzt geändert:06.09.2019 / Zöllner
EDV-Nr:254044b
Studiengänge: Medienmanagement (Master, Studienstart ab WS15/16), Prüfungsleistung im Modul Empirische Medienforschung in Semester 1
Häufigkeit: nur WS
Unternehmenskommunikation (Master, Studienstart ab WS15/16), Prüfungsleistung im Modul Empirische Medienforschung in Semester 1
Häufigkeit: nur WS
Dozent: Prof. Dr. Oliver Zöllner
Sprache: Deutsch
Art: -
Umfang: 2 SWS
ECTS-Punkte: 3
Workload: 2 SWS / 3 ECTS = 90 Zeitstunden
Inhaltliche Verbindung zu anderen Lehrveranstaltungen im Modul: Theoretische Fragestellungen, die sich die Studierenden per Lektüre im Kurs "Digitalität und Gesellschaft" erschlossen und angeeignet haben, sollen in diesem Kurs in eigenständig durchzuführende empirische Forschungsprojekte umgesetzt werden (Theorie-Praxis-Transfer).
Prüfungsform:
Beschreibung: #social_research #methods #field_projects #digital_society
Dieses Seminar bietet eine Einführung in die wesentlichen Erhebungs- und Analysetechniken der quantitativ und qualitativ orientierten empirischen Gesellschafts- und Medienforschung. Deren Verfahren und Methoden sollen für Fragestellungen aus dem Kontext der digitalen Gesellschaft bzw. der Digitalisierung zur Anwendung gebracht werden.
Das Seminar vermittelt die wesentlichen methodischen Kenntnisse zur Durchführung von empirischen Studien z.B. mittels standardisierter Befragungen, Inhaltsanalysen, Gruppendiskussionen und Tiefeninterviews: von der Entwicklung einer Fragestellung bis hin zur Ergebnispräsentation. Anhand eigener Projekte sollen die Teilnehmer zu kompetenter selbständiger Anwendung des Gelernten angeleitet werden.
Leitthema im WS 2019/20 ist "Künstliche Intelligenz".
Was ist unter Künstlicher Intelligenz (KI) zu verstehen, wofür wird sie eingesetzt, was kann sie leisten und was nicht? Was machen wir gegenwärtig schon mit digitalen Anwendungen, was machen sie mit uns - und was erwartet uns in der näheren Zukunft unter dem Schlagwort KI? Und vor allem: Wie wollen wir Menschen mit ihr umgehen? Welche neuen Fragestellungen sind mit der KI verbunden? Führt künstliche Intelligenz zu einem intelligenteren (und glücklicheren) Leben?
KI scheint - bislang jedenfalls - ein "Parasit der menschlichen Intelligenz" zu sein, wie Daniel C. Dennet meint. "Jedes KI-System verfügt nur über eine Inselbegabung und kann keine Probleme lösen, auf die es nicht vorbereitet wurde", schreibt Steven Pinker (2019). Es erfordert auf jeden Fall menschliche Intelligenz, die sicherstellen muss, dass der Mensch Herr über die Maschinen bleibt. Aber auch dies ist kein leichtes Ding, denn: "Natürliche Dummheit kann weit mehr Schaden anrichten als künstliche Intelligenz" (Alison Gopnik 2019). In der Tat. Wir brauchen zur Formulierung und Beantwortung solcher und weiterer Fragestellungen ein Konzept jenseits eines denkfaulen technologischen Nihilismus (Gertz 2018). Wie könnte es aussehen?
Wir werden diesen Fragen im Kurs empirisch nachgehen und Beobachtungen und Befragungen im Alltag von Menschen durchführen und anschließend auswerten.

Lektüre zur Einführung:
Gertz, Nolen (2018): Nihilism and technology. London, New York: Rowman and Littlefield.
Grimm, Petra / Keber, Tobias O. / Zöllner, Oliver (Hrsg.) (2019): Digitale Ethik. Leben in vernetzten Welten. Stuttgart: Reclam [im Erscheinen].
Stalder, Felix (2016): Kultur der Digitalität. Berlin: Suhrkamp.
Zuboff, Shoshana (2019): The age of surveillance capitalism: The fight for the future at the new frontier of power. London: Profile Books.

#internet #social_media #society #culture #ethics

This seminar will look into the status of digital society, digital living, and issues that result from such processes of digitality. Participants will be observing what happens online (how we interact, how we display ourselves, how we maintain our privacy, how we shop, we we date, how we hate, how we rate, how we evaluate, etc.), will be reading articles, book chapters and books about the issues that are at stake (What does digitality do to us and to society?), and will be developing research questions of their own. The perspective of digital media ethics will play an important role in answering such questions: What is a flourishing life under the conditions of digitality?
To be able to answer this question, you will have to read at least *some* of the literature relevant to the field. Below please find a list for you to start dipping into discussions of digitality.
English Title: Empirical Research on Digital Society
Literatur: Babbie, Earl (2011): Introduction to social research. 5th (international) ed. Belmont CA: Wadsworth.
Brosius, Hans-Bernd; Haas, Alexander; Koschel, Friederike (2016): Methoden der empirischen Kommunikationsforschung. Eine Einführung. 7. Aufl. Wiesbaden: VS.
Diekmann, Andreas (2017): Empirische Sozialforschung. Grundlagen, Methoden, Anwendungen. 11. Aufl. Reinbek: Rowohlt.
Flick, Uwe (2000): Qualitative Forschung. Theorie, Methoden, Anwendung in Psychologie und Sozialwissenschaften. 5. Aufl. Reinbek: Rowohlt.
Helfferich, Cornelia (2005): Die Qualität qualitativer Daten. Manual für die Durchführung qualitativer Interviews. 2. Aufl. Wiesbaden: VS.
Kromrey, Helmut; Roose, Jochen; Strübing, Jörg (2016): Empirische Sozialforschung. Modelle und Methoden der standardisierten Datenerhebung und Datenauswertung mit Annotationen aus qualitativ-interpretativer Perspektive. 13. Aufl. Konstanz/München: UVK/Lucius & Lucius.
Kühn, Thomas; Koschel, Kay-Volker (2018): Gruppendiskussionen. Ein Praxis-Handbuch. 2. Aufl. Wiesbaden: Springer VS.
Lamberti, Jürgen (2001): Einstieg in die Methoden empirischer Forschung. Planung, Durchführung und Auswertung empirischer Untersuchungen. Tübingen: DGVT.
Lamnek, Siegfried; Krell, Claudia (2016): Qualitative Sozialforschung. Lehrbuch. 6. Aufl. Weinheim; Basel: Beltz.
Mayring, Philipp (2015): Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken. 12. Auflage. Weinheim: Beltz.
Meyen, Michael et al. (2019): Qualitative Forschung in der Kommunikationswissenschaft. Eine praxisorientierte Einführung. 2. Aufl. Wiesbaden: Springer VS.
Mikos, Lothar; Wegener, Claudia (Hrsg.) (2017): Qualitative Medienforschung. Ein Handbuch. 2. Aufl. Konstanz, München: UVK.
Möhring, Wiebke; Schlütz, Daniela (2010): Die Befragung in der Medien- und Kommunikationswissenschaft. Eine praxisorientierte Einführung. 2. Aufl. Wiesbaden: VS.
Müller, Michael; Grimm, Petra (2016): Narrative Medienforschung. Einführung in Methodik und Anwendung. Konstanz, München: UVK.
Porst, Rolf (2014): Fragebogen. Ein Arbeitsbuch. 4. Aufl. Wiesbaden: SpringerVS.
Scheufele, Bertram; Engelmann, Ines (2009): Empirische Kommunikationsforschung. Konstanz: UVK.
Silverman, David (ed.) (2004): Qualitative research. Theory, method and practice. 2nd ed. Thousand Oaks; London; New Delhi: Sage.

Noch ein paar ganz (forschungs-)praktische Hinweise:

Dresing, Thorsten; Pehl, Thorsten (2018): Praxisbuch Interview, Transkription und Analyse. Anleitungen und Regelsysteme für qualitativ Forschende. 8. Aufl. Marburg: Eigenverlag. [Onlineversion: www.audiotranskription.de/praxisbuch (PDF)]
Lamberti, Jürgen (2001): Einstieg in die Methoden empirischer Forschung. Planung, Durchführung und Auswertung empirischer Untersuchungen. Tübingen: DGVT.
Wegener, Claudia; Mikos, Lothar (2017): Wie lege ich eine Studie an? In: dies. (Hrsg.): Qualitative Medienforschung. Ein Handbuch. 2. Aufl. Konstanz, München: UVK, S. 220-228.

Interviews und Datenschutz:

Ein sehr hilfreiches Dossier zum Thema "Interviews datenschutzrechtkonform führen und verarbeiten" (mit Vorlagen für Datenschutzerklärungen etc.) finden Sie hier: www.audiotranskription.de/qualitative-Interviews-DSGVO-konform-aufnehmen-und-verarbeiten.

Was es zu beachten gilt, wenn man Erhebungen an Schulen durchführen möchte ...
... kann man hier nachlesen.


Weitere Literatur finden Sie in der HdM-Bibliothek.
Internet: FACHZEITSCHRIFTEN und LITERATURDATENBANKEN:
Das Portal Quasus: Methoden qualitativer Sozial-, Unterrichts- und Schulforschung bietet hervorragende Einführungen und Literaturtipps - einfach mal auf die Reiter "Was muss ich wissen?", "Wie kann ich vorgehen?" und "Wer kann mir helfen?" klicken!
Das Blogportal Sozialwissenschaftliche Methodenberatung von Dr. Isabel Steinhardt bietet viele hervorragende Übersichten und praxisnahe Vertiefungen.
Das Social Research Update der University of Surrey (UK) bietet hervorragende Überblicke über (fast) alle Verfahren und Methoden der Sozial- und Medienforschung.
Online-Zeitschrift Forum Qualitative Sozialforschung (FQS).
Artikel aus der Fachzeitschrift "Media Perspektiven" als PDFs (ab Jahrgang 1997) unter www.media-perspektiven.de.
Artikel (bzw. ganze Hefte) der Fachzeitschrift "Medien & Kommunikationswissenschaft" als PDFs (ab Jahrgang 2000).

ANALYSESOFTWARE:
Eine Übersicht über Statistik-Software (darunter auch diverse kostenlose!) finden Sie hier. Es gibt mehr als nur SPSS...
Eine Einführung, wie man mit Word (!) qualitative Textkorpora auswerten kann, gibt der Artikel "Die technikunterstützte Analyse von qualitativen Daten mit Word" von Bruno Nideröst.
Eine Software zur Auswertung von Texten mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring ist QCAmap - und ist kostenfrei!
Schön ist auch MAXQDA [Demoversion hier], nicht zuletzt das Infotutorial/Webinar lohnt sich anzuschauen.
Mit Catma (kostenlos!) lassen sich Textbestände qualitativ kodieren und auswerten.
Für Mac gibt es auch die Software Annotations zur Auswertung von qualitativen Textdaten - mit einer kostenlosen Basisversion und einer relativ günstigen Vollversion.

SONSTIGE QUELLEN:
Hans-Jürgen Andreß: Glossar zur Datenerhebung und statistischen Analyse. Onlinequelle: uni-koeln.de/glossar/stichwor.htm.
Featherstone, Liza (2018): Talk is cheap: The myth of the focus group. Focus groups make us feel our views matter – but no one with power cares what we think. The Guardian online (6.2.), URL: www.theguardian.com/news/2018/feb/06/talk-is-cheap-the-myth-of-the-focus-group.
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