Projekt CINEMA

Ideen zur Zukunft des Konsums

Bei einem mehrtägigen virtuellen Hackathon Mitte Februar 2021 haben Studierende der Hochschule der Medien (HdM) und Herrenberger Bürger gemeinsam Ideen entwickelt, wie die Zukunft des Konsums und das städtische Miteinander in Herrenberg aussehen könnten. Der Hackathon ist eine Maßnahme im Rahmen des EU-INTERREG-Projekts CINEMA (Creative Industries for New Urban Economies in the Danube Region).

In dem Projekt arbeiten 15 Partner zusammen

In dem Projekt arbeiten 15 Partner zusammen

Mock-up eines Chamäleon Spaces in der Stadt Herrenberg (Foto: Projektteam)

Mock-up eines Chamäleon Spaces in der Stadt Herrenberg (Foto: Projektteam)

Darin erforscht die Hochschule der Medien (HdM) in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) sowie 15 weiteren Partnern aus Europa, wie innerstädtische Leerstände mit Hilfe von Kreativschaffenden behoben werden können.

Drei Teams und ein Coach

Der Hackathon fand in Herrenberg als Pilot für die Region Stuttgart statt. Ziel war es, mittelfristige Hilfestellungen für den Einzelhandel in der Innenstadt zu generieren. Leerstehende Ladenflächen sollen bespielt werden, um so die Einkaufslandschaft in der Innenstadt attraktiver zu machen und das städtische Miteinander zu stärken. Mitmachen konnten drei Teams mit fünf bis sechs Teilnehmern, bestehend aus Studierenden der HdM sowie Herrenberger Vertretern aus Kreativwirtschaft, Einzelhandel und Gastronomie.

Zur Vorbereitung erhielten alle Teilnehmer Informationen zum EU-Projekt CINEMA, zum genauen Ablauf des Hackathons, zur Stadtentwicklung in Herrenberg und zu den aktuellen Herausforderungen des stationären Einzelhandels und der Gastronomie. Darüber hinaus bekamen sie von Bastian Lange (Multiplicities Berlin) Informationsmaterial zur Umgestaltung von Leerstandflächen. Er hatte den Hackathon als externer Berater mitbegleitet und moderiert. Beim Hackathon wurden die drei Teams jeweils auch von einem Coach aus dem CINEMA-Projekt begleitet. Am ersten Tag stand die Klärung der Aufgabenstellung und der Ziele sowie die Ideenfindung und deren Visualisierung im Vordergrund. Am zweiten Tag ging es in die Ausarbeitung und Finalisierung der Konzepte. Am letzten Tag wurden die Ergebnisse in Pitches einer siebenköpfigen Jury vorgestellt. Sie ermittelte anhand von Kriterien wie Innovation, Kreativität, Nachhaltigkeit, Umsetzbarkeit oder Qualität der Pitches die Gewinner-Idee.

Leerflächen kreativ gestalten

Das Rennen machte der Vorschlag "Chamäleon Spaces" - ein flexibles Konzept zur temporären und niederschwelligen Leerstandsnutzung mit einem flexiblen Wechsel verschiedener Nutzungskonzepte. Leerflächen können durch kreative Ideen engagierter Bürgerinnen und Bürger sowie der regionalen Kunst- und Kulturszene gestaltet werden. In einem zweiten Schritt fusionieren dann Kunst- und Kulturangebote jeweils mit Formaten des Einzelhandels, der Gastronomie und des "New Work", unter Berücksichtigung von Herrenberger "local playern". Im Sommer könnte ein Pop-up-Store mit Coworking-Café und hipper Bar am Wochenende oder Kunstausstellungen entstehen, im Winter ein "Makerspace" für die Kreativwirtschaft folgen. Dadurch werde das Stadtbild bunter, der stationäre Einzelhandel sowie die Gastronomie profitieren vom Effekt, dass mehr Kunden sowie Touristen die Herrenberger Innenstadt aufsuchen, erläutern die Macher ihre Idee.

Die "Chamäleon-Spaces" sollen ab Sommer 2021 umgesetzt werden.

Hintergrund:

Zu CINEMA
Die Wiederbelebung urbaner Zentren ist eine zentrale Herausforderung für den sozialen Zusammenhalt und die Wettbewerbsfähigkeit des Donauraums. Viele Innenstädte leiden unter Verödung in Folge des industriellen Wandels, veränderter Konsumgewohnheiten, Suburbanisierung usw. Die Kreativwirtschaft ist eine Wiege der Innovation und häufig ein unterschätzter Wirtschaftsfaktor, mit einem hohen Potenzial zur Erneuerung städtischer Gebiete. Ziel von CINEMA ist die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Kreativwirtschaft und die Stadterneuerung in den Partnerregionen, untere anderem durch die Entwicklung und Erprobung innovativer Modelle, Instrumente und Dienstleistungen. Grundlage hierfür sind Maßnahmen zur gegenseitigen Befruchtung zwischen der Kreativwirtschaft und den Sektoren der städtischen Wirtschaft wie Einzelhandel und Kleinunternehmen. Im Laufe des Projekts werden Kapazitäten aufgebaut und die Zusammenarbeit aller Akteure und Interessengruppen gefördert durch die konkrete Ansiedlung von Kreativschaffenden in urbanen Leerständen. Diese sollen als Blaupause für weitere Regionen und Kommunen zur Verfügung gestellt werden.

Zu CREAM
Der Forschungsleuchtturm Creative Industries & Media Society (CREAM) der Hochschule der Medien (HdM) erforscht die digitale Transformation von Ökonomie und Gesellschaft aus Sicht der Kreativwirtschaft und der Mediengesellschaft auf interdisziplinäre und anwendungsorientierte Weise, um aktiv Impulse zu setzen und damit mitzugestalten.

Zur WRS
Die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) versteht sich als zentrale Ansprechpartnerin für Unternehmen in der Stadt Stuttgart und den fünf umliegenden Landkreisen. Mit ihrer Arbeit macht die WRS die Qualitäten der Region Stuttgart bekannt und fördert mit zahlreichen Projekten und Angeboten die wirtschaftliche Entwicklung des Standortes. Die WRS wurde im Jahr 1995 gegründet. Als Tochter des Verband Region Stuttgart und mit weiteren Gesellschaftern ist sie ein öffentlich getragenes Unternehmen.

VERÖFFENTLICHT AM

03. März 2021

KONTAKT

Prof. Dr. Martin Engstler

Telefon: 0711 8923-3172

E-Mail: engstler@hdm-stuttgart.de

Viktoria Heinzel

Wirtschaftsinformatik

Telefon: 0711 8923-3268

E-Mail: heinzel@hdm-stuttgart.de

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