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Hochschule der Medien

Studieren mit Kind

Zwischen Studium, Job und Muttersein

Für viele mag die Vorstellung hart klingen: Man widmet sich nicht nur einer Lebensaufgabe, sondern gleich mehreren. Zwei Studentinnen an der Hochschule der Medien (HdM) schaffen den Spagat zwischen Studium, Arbeit und Erziehung. Sie haben uns verraten, wie es ihnen dabei ergeht und wer sie tatkräftig unterstützt.

Zur Detailansicht Die HdM-Studenten Gabriel und Darja mit Sohn Levi

Die HdM-Studenten Gabriel und Darja mit Sohn Levi

Zur Detailansicht Die Kidsbox in der Lernwelt (N10) lädt zum Spielen ein (Foto: Helena Ebel)

Die Kidsbox in der Lernwelt (N10) lädt zum Spielen ein (Foto: Helena Ebel)

Zur Detailansicht Dorja findet das Eltern-Kind-Zimmer gut (Foto: Alexandra Rambacher)

Dorja findet das Eltern-Kind-Zimmer gut (Foto: Alexandra Rambacher)

Darja studiert im neunten Semester des Bachelorstudiengangs Mobile Medien an der HdM. Seit knapp eineinhalb Jahren bereichert ihr Sohn Levi ihr Leben. Mit ihrem Partner Gabriel, der im achten Semester Verpackungstechnik ebenfalls an der HdM studiert, versucht sie, Kind und Studium unter einen Hut zu bringen.

Zeitmanagement ist alles

Als Levi zur Welt kam, legte Darja ein Urlaubssemester ein. Aufgrund einer speziellen Regelung konnte sie dennoch eine Vorlesung besuchen, um ECTS-Punkte zu sammeln. "In Levis erstem Lebensjahr haben wir versucht, die Stundenpläne so zu takten, dass der jeweils andere auf ihn aufpassen kann", berichtet Gabriel. Beide hätten auch Eltern, die sie unterstützen und die Betreuung ihres Kindes gerne übernähmen. Zudem hätten sie eine Tagesmutter angestellt, die sie zwei Tage in der Woche unterstützt.

Gabriel findet, das Studium sei ein guter Lebensabschnitt, um ein Kind zu bekommen. Man könne sehr viel Zeit mit dem Nachwuchs verbringen und sie sich besser einteilen, weil man flexibler als im Arbeitsleben ist. Dank der Unterstützung durch die Eltern können beiden möglich, Studium und Erziehung gut miteinander vereinbaren. Ihre Bachelorarbeit schreibt Darja bei einem Unternehmen in Teilzeit: An vier Tagen arbeitet sie für ihre Thesis, an einem Tag hat die junge Mutter frei, um Levi zu betreuen.

Unterstützung von der HdM

Darja erzählt, dass sie mit Levi gerne das Eltern-Kind-Zimmer der HdM besucht und mit ihm auch manchmal in der Mensa zu Mittag isst. Die Unterstützung der HdM hält sie für angemessen, aber ausbaufähig. Schade findet sie etwa, dass das Praxissemester nicht in Teilzeit absolviert werden kann. Die finanzielle Unterstützung seitens des Staates reicht den beiden HdM-Studenten aus. Darja hat außerdem ein Stipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung bekommen. Dafür war neben guten Noten im Studium ihre ehrenamtliche Hausaufgabenhilfe für sozial benachteiligte Kinder ausschlaggebend.

In ihrem Studiengang ist die junge Frau die einzige Studentin mit Kind. Die Dozenten begegneten der 25-Jährigen mit viel Verständnis. Wenn Darja die Vorlesungen mit Levi besuchte, war dies kein Problem, sofern er nicht laut wurde. "Die meisten Professoren reagieren recht fröhlich und reden mit mir dann auch über Kinder", so die Studentin.

Die 27-jährige Anastasia studiert Werbung und Marktkommunikation an der HdM und hat ebenfalls einen Sohn, der während ihres ersten Studiums im Ausland zur Welt kam. Bevor sie ihren neuen Partner kennenlernte, war sie zwei Jahre alleinerziehend. In ihrem täglichen Leben erleichtere ihr die neue Partnerschaft vieles, meint die Studentin.

"Zeit für das Studium habe ich hauptsächlich nachts"

Auch Anastasia stellte wie Darja und Gabriel eine Tagesmutter ein. Als ihr Sohn alt genug war, meldete sie ihn in einer Kita an. Am Wochenende versuche sie so viel, wie möglich zu erledigen, sagt die Studentin. Um Stress zu vermeiden koche sie im Voraus. Für das Studium habe sie hauptsächlich nachts Zeit. Ein routinierter Tagesablauf des Kindes ermögliche ihr eine bessere Zeiteinteilung. "Ich habe mir einen Laptop mit gutem Akku besorgt, um unterwegs zu arbeiten", gibt die 27-Jährige anderen studierenden Müttern mit auf den Weg. Eine gute Beziehung zur Kita, zur Hochschule und zu anderen Müttern sei außerdem für eventuelle Notfälle unentbehrlich.

Stressige Prüfungsphasen

Die Prüfungsphasen sind für Anastasia am schlimmsten. "Während deine Kommilitonen fleißig lernen, musst du auf dein Kind aufpassen und zur Arbeit gehen", berichtet die Studentin. Die junge Mutter rät hier zu Durchhaltevermögen. Von der HdM wünscht sie sich "etwas mütterfreundlichere" Vorlesungsregelungen. Sie hat Verständnis für späten Vorlesungen mit Anwesenheitspflicht, doch sie erschweren ihr den Alltag.

Ihre Kommilitonen haben sehr viel Respekt davor, wie die 27-Jährige, Job, Muttersein und Studium vereinbart. Nur bei Projektbesprechungen für Gruppenarbeiten, lasse das Verständnis manchmal nach, da sie nicht bis in die Abendstunden Zeit habe. Alternativ könne man aber über Skype zu kommunizieren oder die Arbeit anders einteilen. Ihre Professoren gingen locker mit ihrer Mutterschaft um - ihren Sohn konnte sie ohne weiteres in die Lehrveranstaltungen mitnehmen.

Anna-Maria Relle

VERÖFFENTLICHT AM

28. Juli 2017

KONTAKT

Prof. Dr. Sarah Spitzer

Telefon: 0711 8923-3161

E-Mail: spitzer@hdm-stuttgart.de

Alexandra Rambacher

Rektorat

Telefon: 0711 8923-2005

E-Mail: alexandra.rambacher@hdm-stuttgart.de

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