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Bundeswehr-PR

Armee-TV auf Youtube-Kanal

Die Bundeswehr macht Öffentlichkeitsarbeit: Diesmal nicht mit TV-Spots, sondern mit einem eigenen Youtube-Kanal. Von der jugendlichen Kommunikationsplattform erhofft sich die Bundeswehr wohl einen Imagewechsel und mehr potentiellen Nachwuchs.

Clips aus der Kaserne: Die Bundeswehr gibt sich in ihrem Youtube-Kanal familienfreundlich und modern. (Screenshot: Youtube)

Clips aus der Kaserne: Die Bundeswehr gibt sich in ihrem Youtube-Kanal familienfreundlich und modern. (Screenshot: Youtube)

Mit mehr als achtzig professionell gedrehten Videos ist die Bundeswehr bei Youtube eingezogen. Im Eröffnungsvideo sind Panzer, Raketen und Hubschrauber zu sehen. Untermalt mit moderner Musik verspricht der Sprecher: „Erleben Sie Ihre Armee hautnah!" Im Pressetext ist zu lesen: "Wir wollen den Bürgern einen Einblick in die tägliche Arbeitswelt der Soldaten und zivilen Angestellten der Bundeswehr ermöglichen." Vom 30-Sekünder bis zum Fünf-Minuten-Beitrag berichten Reporter des eigenen Senders „bwtv" in den sechs Hauptrubriken Einsätze, Bundeswehr, Aktuelles, Ausbildung, Familie und Dienst sowie Classix. Aufgemacht im Nachrichtenstil erhofft sich Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg von den Videos wohl vor allem eine Aufwertung des Images der Bundeswehr.

Hochglanzclips statt Skandalvideos

Neu sind Bilder im Netz aus dem Alltag der Bundeswehr nicht: Mehr als 5500 Treffer ergibt eine Suche auf Youtube. Die bisherigen Inhalte tragen allerdings nicht oft zu einem guten Image bei. In Erinnerung ist dabei vor allem der Klamauk-Klassiker der Kameradentanzgruppe vom Bundeswehrstützpunkt im usbekischen Termez. Umso mehr bemüht sich die Bundeswehr in ihrem offiziellen Youtube-Channel um eine gute Außenwahrnehmung. In der Rubrik „Classix" gibt es einige Filme aus den 60er Jahren, darunter auch private Einblicke, beispielsweise in einem Schwarz-Weiß-Beitrag unter dem Titel: "Die Braut im Spind - Intime Ansichten anno 1969". In einigen ruhigeren Beiträgen werden auch kriegskritische Themen wie „Posttraumatische Belastungsstörungen" behandelt. Der Beitrag „Mit Papi zum Dienst" zeigt die vermeintliche Familienfreundlichkeit der Bundeswehr. Ist die Mutter einmal wegen des Jobs verhindert, nimmt der Vater das Kind einfach mit auf die Arbeit. Die Vorzeige-Einrichtung im bayerischen Bogen stellt für diese Fälle ein „Eltern-Kind-Arbeitszimmer".

Schlüpfrige Werbekampagne in Österreich

Weniger gute Erfahrung mit Youtube hat Anfang des Jahres das Bundesheer in Österreich gemacht. Ein Werbeclip in eigener Sache mutierte in den Schlagzeilen zum Sex-Skandal: Zu sehen war ein kahl geschorener Mann, der einige Mädchen mit seinem Auto beeindruckt. Plötzlich fährt ein Panzer vor, ein Soldat steigt aus. Er fährt mit seiner Hand über das Geschütz und fragt: „Na Mädels, Lust auf ne Spritztour?" Die Frauen laufen begeistert hin. Der Spot endet mit: „Das österreichische Bundesheer bietet einmalige Chancen für die Jugend ab 18. Alles andere ist Alltag." Kurz darauf musste der Clip auf Anweisung des Verteidigungsministers Norbert Darabos von der Website entfernt werden.

 

 

Christina Walzner

Quellen: Armee-TV auf Youtube

http://www.spiegel.de
http://blog.zeit.de/
http://www.taz.de
http://www.welt.de

VERÖFFENTLICHT AM

04. August 2010

ARCHIV

Medienwelt
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Rainer Rickborn

am 09.08.2010 um 12:48 Uhr

Hmmm, ich frage mich gerade, warum ich diese "Nachricht" bei den HdM-News lese?! Welchen Bezug hat denn diese Information zur HdM (abgesehen davon, dass sich die Bundeswehr mit dieser Entscheidung etwas stärker der "neuen Medien" bedient, und die HdM teilweise auch ihre Studenten für die neuen Medien ausbildet)?

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