DE

| EN

Studieren. Wissen. Machen.

Hochschule der Medien

Generation Internet

Surfer ohne Ziel

Sie sitzen ständig am PC, haben nur digitale soziale Kontakte und nutzen das Internet schlau wie nie zuvor: Vorurteile über die Generation „Digital Native“ sind widerlegt. Jugendliche surfen weder geschickter, noch sind sie ständig online.

Sie sind zu einer Zeit aufgewachsen, in der bereits digitale Technologien wie Computer, das Internet, Handys und MP3s verfügbar waren: Den Begriff der Digital Natives hat Marc Prensky, Pädagoge und Manager mit Aktivitäten im Bereich E-Learning geprägt. Zu dieser Internet-Generation zählen demnach alle Kinder und junge Leute unter 25 Jahren. Seit sie denken können, gibt es sämtliche digitale Medien. Multitasking und paralleles Arbeiten mit mehreren Medien, wie Handy, Facebook oder Skype ist für die Digital Natives normaler Alltag. Wissenschaftler prophezeiten, der häufige Gebrauch führe zu einem anderen Denken und einem gravierenden Unterschied bei der Verarbeitung von Informationen. User, die älter als 25 Jahre sind, werden als "Digital Immigrants" bezeichnet. Sie kennen noch eine Welt ohne Internet und haben oft die digitalen Möglichkeiten erst im Erwachsenenalter kennengelernt.

Soziale Netzwerke statt Blogs

Wie eine neue Studie des Hans-Bredow-Instituts in Hamburg ergab, beteiligen sich nur wenige Jugendliche an den hochgelobten Möglichkeiten des Web 2.0. Nur drei Prozent schreiben selbst ein Blog, und gerade einmal zwei Prozent beteiligen sich bei Wikipedia. Am meisten nutzen die jungen Leute das Internet für soziale Netzwerke wie Facebook oder SchülerVZ. Auch in der Nutzung des Internets gehen Jugendliche nicht geschickter vor, als ältere User: „Sie bringen jedes Programm zum Laufen, und sie wissen, wo sie sich Musik und Filme besorgen können. Aber wirklich gut darin ist auch nur eine Minderheit.", erklärt der Hamburger Bildungsforscher Rolf Schulmeister in einem Spiegel-Interview. Seiner Meinung nach machen die Medien nur einen Teil der Freizeitaktivitäten aus, am beliebtesten seien immer noch Hobbies, wie Sport treiben.

Internet als Radio- und TV-Ersatz

Etwa 98 Prozent aller 12- bis 19-Jährigen besitzen einen Internetzugang und sie surfen etwa 134 Minuten am Tag, so auch die Ergebnisse einer Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest. Was erst einmal nach viel Zeit klingt, relativiert sich, wenn man betrachtet, was die Digital Natives machen, wenn sie online sind. Die Jugendlichen nutzen den Computer mal als Telefon, mal als Fernseher. Mal ersetzt der PC den Radio oder die Stereoanlage. Mit dem mobilen Internet sind auch immer mehr junge Leute unterwegs online. So steigt die Mediennutzung zwar stetig an, wird jedoch in den Freizeitalltag integriert. Was die Digital Natives jedoch am meisten von ältern Internet-Usern unterscheidet: Sie sprechen wie selbstverständlich nur von einzelnen Diensten wie Google, ICQ oder Youtube. Die Gruppe der Digital Immigrants hingegen benutzt immer noch den Begriff "ins Internet gehen", als konkrete Handlung im Alltag.

 

Christina Walzner

Quellen: Surfer ohne Ziel

http://www.focus.de/digital

http://www.spiegel.de

http://www.wikipedia.de

Marc Prensky: „Digital Natives, Digital Immigrants" On The Horizon, ISSN 1074-8121, MCB University Press, Vol. 9 No. 5, Oktober 2001

 

VERÖFFENTLICHT AM

19. August 2010

ARCHIV

Medienwelt
WAS DENKEN SIE DARÜBER?


Verstanden

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren