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Mehr Spam und Virengefahr in Sozialen Netzwerken

Im Jahr 2010 ging das Spamvolumen bei E-Mails zum ersten Mal seit 2008 zurück. Stattdessen werden immer häufiger schädliche Links, Nachrichten und Videos über soziale Netzwerke verteilt. Es steht damit fest: Netzwerkplattformen eignen sich besonders gut zur schnellen Verbreitung von Spam und Co.

Quelle: Pixelio.de

Quelle: Pixelio.de

Die gute Nachricht zuerst: Der morgendliche Blick ins Postfach wird dem Nutzer von Mail-Accounts immer seltener durch Spamnachrichten vergällt. Was dem einen oder anderen vielleicht schon aufgefallen ist, wird nun durch verschiedene Internetsicherheitsfirmen bestätigt: 2010 war das erste Jahr, in dem das Spamvolumen gesunken ist - nur noch etwa 80 Prozent aller weltweit versendeten E-Mails sind Spammails. So niedrig war der Anteil an unerwünschten Nachrichten seit 2008 nicht mehr. Damals wurden mehrere große Bot-Netzwerke zerschlagen. Die neue Ruhe im Postfach hat verschiedene Gründe. So funktionieren die Filtersysteme der Provider, bei Arbeitgebern und bei Freemail-Anbietern immer besser. Aber auch die Empfänger werden vorsichtiger und fallen nicht mehr auf vermeintlich günstige Viagra-Angebote herein.

Die Kehrseite der Medaille

Ein weiterer Grund für den Rückgang von Spammails findet sich darin, dass es in der Zwischenzeit Erfolg versprechender ist, die schädlichen Nachrichten in sozialen Netzwerkplattformen zu verbreiten. Das ist nahe liegend, denn Nachrichten von „Freunden" vertraut man grundsätzlich mehr, als einer anonymen Nachricht im Postfach. Problematisch dabei: Gefällt einem ein Video oder Link, kann dieser automatisch auf die Daten der Facebook-Freunde beziehungsweise Twitter-Follower zugreifen. Eine besonders beliebte Methode, um Nutzer auf eine „Fallen-Seite" zu locken, sind zudem Kurz-URLs. Gerade bei Twitter sind diese die Standardform, um einen Link zu verbreiten. Gefährlich ist die Verbreitung von Schadsoftware über soziale Netzwerke nicht nur auf Grund der viralen Wirkung, die eine besonders schnelle Verbreitung zur Folge hat, sondern auch deshalb, weil auf diesem Weg direkt auf persönliche Informationen zugegriffen werden kann.

Like-Jacking - ein neuer Trend bei Facebook

Facebook Nutzer wissen: Seit einigen Tagen tauchen immer öfter Videos auf, die Freunde vermeintlich ‚geliked' haben. Häufig handelt es sich dabei um Strip- oder Schockvideos, sowie die jüngsten angeblichen Verfehlungen von Prominenten. Klickt man auf das Video, wird automatisch der „Gefällt mir" -Button aktiviert. So generieren diese Videos nicht nur innerhalb kürzester Zeit eine Vielzahl an Fans, es besteht auch die Gefahr, sich über Downloads Viren und Trojaner herunter zu laden. Besonders geschmacklos dabei ist, dass sich auch im Zusammenhang mit der aktuellen Katastrophe in Japan verschiedene solcher Like-Jacking-Filme verbreitet haben.

Das Geschäft mit dem Mitleid

Das Beispiel von Japan zeigt, dass Spam-Nachrichten gerade mit dem Appell an das Mitgefühl besonders gut funktionieren. Bereits seit Jahren kursiert z.B. immer wieder ein Hoax (Falschmeldung, Kettennachricht, evtl. mit virusverseuchtem Anhang), mit dem Leser der Nachricht gebeten werden, Knochenmark zu spenden, um Leben zu retten. Die Nachrichten sind meistens so verfasst, dass man geneigt ist, dem Verfasser zu glauben und wecken den Wunsch zu helfen. Häufig jedoch handelt es sich auch hier um Spam.

Daher ist es wichtig, in Facebook genau hinzusehen, seltsame Statusmeldungen von Freunden zu ignorieren und Beiträge, die man nicht auf seiner Pinnwand teilen möchte, einfach zu löschen - auch im Interesse der Freunde.

Quellen:

www.spiegel.de
www.heise.de
www.diepresse.com

 

 

 

Corinna Kübler

VERÖFFENTLICHT AM

18. März 2011

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