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Wer beeinflusst wen?

Neues Recherchewerkzeug für Journalisten legt Verbindungen offen

Die Verbindungen zwischen Wirtschaft und Politik zu durchschauen, ist selbst für Fachjournalisten nicht ganz einfach. Die Plattform „Influence Network“ soll helfen, diese Verbindungen offenzulegen. Gemeinsam wollen Zeit Online, Transparency International, OBS Web und Owni ein Angebot schaffen, das die Recherche von internationalen Vernetzungen vereinfacht.

Influence Networks

Influence Networks

Die beteiligten Unternehmen und Institutionen legen dabei jedoch lediglich den Grundstein. Zum Leben erweckt wird das Angebot durch seine Mitglieder. Jeder angemeldete Nutzer hat die Möglichkeit, Verbindungen zwischen zwei Personen, beziehungsweise zwischen Personen und Institutionen einzugeben.

Glaubwürdigkeit auf dem Prüfstand

Um die Qualität der Angaben sicherzustellen, werden die aufgezeigten Verbindungen mit einem „Trustlevel“ versehen. Die Glaubwürdigkeitsskala reicht von eins bis fünf. So soll zwischen Gerüchten und Fakten unterschieden werden. Besonders vertrauenswürdige Quellen, etwa Journalisten, die den Anbietern bekannt sind, steigen mit einem hohen „Trustlevel“ ein. Unbekannte Quellen hingegen, müssen sich diesen Wert erst erarbeiten. Dies geschieht durch die Bewertung der Masse. Die einzelnen Verbindungen können von jedem Nutzer auf der Skala bewertet werden. Steigt der Glaubwürdigkeitswert einer Verbindung, so steigt automatisch auch der Glaubwürdigkeitswert der Quelle.

Verbindung von Informationen

Bisher finden sich in der Datenbank vor allem die Kontakte der Seite Freebase. Hier  sind bereits Informationen über zahlreiche Personen, Unternehmen und Verbände aufgelistet. Erstmals werden nun deren Verbindungen zueinander systematisch aufgezeigt. Aber auch die Informationen der deutschen Seite Lobbypedia sollen in die Seite einfließen.

Rechercheaufträge gezielt vergeben

Das Projekt steckt derzeit noch in den Kinderschuhen. Je mehr Personen sich daran beteiligen und je mehr Verbindungen dadurch eingegeben sind, desto größer ist die Wirkung. Wie nützlich solche Crowdsourcing-Plattformen sein können, zeigte jüngst das ‚GuttenPlag-Wiki‘, mit dessen Hilfe Plagiate in der Dissertation von Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg dokumentiert wurden. Das Netzwerk soll ähnlich genutzt werden können. Vergibt man Rechercheaufträge an eine breite Masse, können schnell und effizient Ergebnisse vorliegen.

Quelle: www.zeit.de 

Corinna Kübler

VERÖFFENTLICHT AM

04. Mai 2011

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