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Hochschule der Medien

Frank Elstner im Interview

„Die Medien wollen keine Trittbrettfahrer“

Im Werkstattgespräch an der HdM Stuttgart sprach Frank Elstner über die Medienlandschaft, aber auch über seine eigenen Marotten. Interviewt wurde er von zwei Nachwuchsmoderatorinnen des Qualifikationsprogramms Moderation.

Frank Elstner mit den beiden Moderatorinnen (Fotos: HdM Stuttgart / Dominic Fuchs)

Frank Elstner mit den beiden Moderatorinnen (Fotos: HdM Stuttgart / Dominic Fuchs)

Der Gast plauderte aus dem Nähkästchen

Der Gast plauderte aus dem Nähkästchen

Die Zuhörer waren gespannt

Die Zuhörer waren gespannt

Wieland Backes, Honorarprofessor der HdM, moderierte den Gast an

Wieland Backes, Honorarprofessor der HdM, moderierte den Gast an

Wie lautet die Rezeptur, um die erfolgreichste Show im deutschen Fernsehen zu erfinden? „Gehen Sie auf ein Hunderennen, gehen Sie wieder nach Hause und ein Jahr später kommt die Eingebung", war die Antwort von Frank Elstner, dem Erfinder der erfolgreichsten deutschen TV-Show „Wetten, dass..?". Ein Jahr nachdem er in England auf einem Hunderennen war, fragte er sich, warum im deutschen Fernsehen eigentlich nicht gewettet wird. Die Idee zu „Wetten, dass..?" war geboren.

Geeignete Nachfolger

Gespannt verfolgt er die Diskussion um die Nachfolge von Thomas Gottschalk. Er glaubt, dass der Unfall eines Kandidaten im vergangenen Jahr nicht der Grund für den geplanten Rückzug von Gottschalk sei. „Das ist eher ein privates Kalkül, was da dahintersteckt", so Elstner. Er meint damit, dass Gottschalk sich wohl zurückziehen will, weil er die 60 überschritten hat. Für Frank Elstner kein Argument. „Ich habe ihm gesagt: Mach weiter!" Aus der Nachfolge-Diskussion will sich Elstner raushalten: „Ich habe versprochen, dass ich da nie meinen Senf dazugeben werde." Er glaubt, dass es genügend qualifizierte Moderatoren gebe, die „Wetten, dass...?" moderieren könnten. Für ihn persönlich sei zum Beispiel Hape Kerkeling ein geeigneter Kandidat.

Ein Leben ohne das Fernsehen

Wann sein eigenes Ende im Showgeschäft kommt, weiß er noch nicht. „Die Grenze setzt der Zuschauer. Ich will so lange mitspielen wie möglich. Aber wenn die Zuschauer mich nicht mehr sehen wollen, dann höre ich auf." Er könne sich auch ein Leben ohne das Fernsehen vorstellen: „Sie müssten mich nur sehen, wenn ich auf einem Bauernhof auf Mallorca bin."

Den Papst als Gast

Trotz der großen Anzahl an Gästen, die Frank Elstner in seinen Shows hatte, gibt es immer noch eine Person, die er gerne mal treffen würde. Als er noch „Wetten, dass..?" moderierte, bekam er nach einer Audienz im Vatikan beim damaligen Kardinal Ratzinger - dem jetzigen Papst - das Angebot, den Papst zu einer Telefonschaltung live in die Sendung zu nehmen. Das hat Elstner damals abgelehnt, aus Angst, alle Promis wollten nur noch per Telefon zu „Wetten, dass..?" kommen. „Heute könnte ich mir in den Arsch beißen!", ärgert er sich.

Interesse, Fleiß, Vorbereitung und Distanz

Für die Studierenden hatte Frank Elstner auch noch einen Tipp, wie sie Erfolg haben können: „Interesse ist die wichtigste Voraussetzung. Sie müssen rechtzeitig erkennen, was Sie gerne machen. Fragen Sie sich das und wenn Sie keine Antwort haben, wechseln Sie das Studium oder den Beruf!" Menschen müssten eine Leidenschaft für ihren Beruf entwickeln. Für Moderatoren seien eine gute Vorbereitung und eine gute Recherche das A und O. „90 Prozent meines Erfolgs kommt durch Fleiß", schätzt der Showmaster. Einen Hang zum Selbstmitleid sollten sie nicht besitzen. „Beherzigen Sie Kritik von Menschen, die etwas von der Sache verstehen und es gut mit Ihnen meinen. Und wahren Sie eine Distanz zu den übrigen Kritikern."

Gute Zukunftsaussichten

Was die berufliche Zukunft von Medienstudenten angeht, ist Frank Elstner optimistisch: „Weil so viel in der Branche passiert, haben junge Medienschaffende noch nie so viele Chancen gehabt wie jetzt." Wichtig sei ein eigener USP. „Die Chancen, Spuren zu hinterlassen, sind groß, wenn man etwas Spezielles kann. Medien wollen keine Trittbrettfahrer."

Neben Elstners Einschätzungen der Medienbranche wollte die Moderatorinnen des Werkstattgesprächs auch Persönliches vom Showmaster wissen - und offenbarten, dass Frank Elstner ein echter „Vitamin C-Junky" ist: Er nimmt jeden Tag mehrere Gramm. „Man hat halt so seine Marotten", beichtete Elstner. Und weil Marotten ja auch menschlich machen, gab's für Frank Elstner zum Abschied von den beiden Moderatorinnen ein Körbchen voller Brausetabletten.

Über das Qualifikationsprogramm Moderation

Das Programm ist eine Kooperation der Hochschule der Medien Stuttgart, des Südwestrundfunks (SWR) und der Akademie für gesprochenes Wort. Jährlich werden 15 journalistische Nachwuchskräfte zu Moderatoren für elektronische Medien und vor Publikum ausgebildet. Renommierte Dozenten vermitteln in Praxis-Workshops, Studio-Trainings und Seminaren das Handwerkszeug für die Moderation in Radio, Fernsehen und bei Veranstaltungen. Gefördert wird das Programm von der Robert Bosch Stiftung, der Landesanstalt für Kommunikation (LfK) und der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg (MFG). Es beginnt jedes Jahr im Oktober, dauert zwölf Monate und kann berufsbegleitend absolviert werden. Die Bewerbungsphase für die kommende Ausbildungsrunde läuft noch bis zum 15. Juli 2011.

Bestandteil der Qualifizierung zum Moderator sind regelmäßige Werkstattgespräche. Die Nachwuchsmoderatoren haben hier die Chance, sich mit Profis aus dem Fernsehgeschäft auszutauschen. Zu Gast waren bereits der Sport-Kommentator Marcel Reif, Wissenschaftsmoderator Rangar Yogeshwar, RTL-Chefredakteur Peter Kloeppel und Clemens Bratzler, der im SWR „Zur Sachen Baden-Württemberg" und in der ARD „PlusMinus" moderiert.

 

Corinna Kramm

VERÖFFENTLICHT AM

04. Mai 2011

KONTAKT

Prof. Stephan Ferdinand

Medienwirtschaft

Telefon: 0711 8923-2256

E-Mail: ferdinand@hdm-stuttgart.de

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