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ICANN öffnet Internet-Markt

Fast jede Domainendung möglich

Bisher gab es strenge Auflagen für die Verwendung von Domainendungen; abgesehen von Länderkürzeln wie .de standen nur ein knappes Dutzend weitere zur Auswahl. Künftig soll eine Internetseite nun auch auf .markenname enden können.

Verwalterin sogenannter generischer Top-Level-Domains (gTLD) wie .com ist die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN), eine amerikanische Non-Profit-Organisation. Diese gab nun bekannt, den Markt der Internetdomains zu öffnen: Zwischen Januar und April 2012 erhalten private und öffentliche Organisationen weltweit die Möglichkeit, eine eigene Domainendung zu beantragen. Zusätzliche, spätere Bewerbungsrunden sind geplant.

Größere Glaubwürdigkeit?

Laut ICANN soll es dann möglich sein, so gut wie jedes Wort als Endung einer Internetadresse einzusetzen. Jeff Ernst, Analytiker bei Forrester Research, prognostiziert dadurch die Stärkung von Marken im Netz (Huffington Post): Internetseiten sollen eindeutiger bestimmten Firmen oder Markenprodukten zuzuordnen sein, wenn hinter dem Punkt nicht ein com, sondern der Name des Unternehmens steht. Auch Betrüger sollen es zukünftig schwerer haben, denn die Anträge werden strengstens geprüft.

Eben diese Kontrollierbarkeit von echten und falschen Domains stellen andere dagegen in Frage. Alexander Dröge vom Markenverband sagt auf Welt-Online, dass eine Überprüfung von Markenrechtsverletzungen schwieriger werde, je mehr Möglichkeiten, das heißt Endungen es gäbe.

Kosten 185.000 US-Dollar

Etwa drei Jahre Verhandlungen gingen der Entscheidung voraus und trotz einer Öffnung der bislang sehr restriktiven Vergabepolitik von ICANN werden sich zukünftig wohl nur große Unternehmen eine eigene Domainendung leisten können. Allein der Antrag kostet 185.000 US-Dollar, so Spiegel-Online. Mit dieser Summe soll die Prüfung des Antrags finanziert werden. Bis zu 18 Monate kann dieser Prozess laut ICANN in Anspruch nehmen, zusätzliche Kosten sind dabei nicht ausgeschlossen. Darüber hinaus muss jeder Antragsteller eine Kaution von 5.000 US-Dollar hinterlegen.

Ob die Öffnung des Domainmarktes Konsumenten die Orientierung erleichtert und Unternehmensmarken stärken kann, wird sich zeigen. Allein die hohen Kosten werden einen vergleichbaren „Run" auf die neuen Endungen verhindern. Eine Pauschal-Reservierung bestimmter Endungen wie dies in der Vergangenheit der Fall war, wird es vermutlich nicht geben. Denn neben den hohen Gebühren erhalten die Käufer auch die Auflage, die Domains tatsächlich zu verwenden.

 

Mirjam Müller

info

Die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) hat ihren Sitz in Marina del Rey, Kalifornien, und ist eine private Stiftung. ICANN wurde 1998 von verschiedenen Interessenverbänden gegründet und verwaltet die generischen Top-Level-Domains. Sie besteht aus 21 Mitgliedern und wird von wechselnden Vorsitzenden geleitet. Domains auf nationaler Ebene (.de, .fr etc.) werden hingegen von den NICs (Network Information Center) betreut.

Quelle: www.wikipedia.de

 

 

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Die ersten Domainendungen, die es gab, waren .COM, .EDU, .GOV, .INT, .MIL, .NET, .ORG und .ARPA. Im Jahre 2000 wurden diese ergänzt durch die Endungen .AERO, .BIZ, .COOP, .INFO, .MUSEUM, .NAME und .PRO und vier Jahre später folgten .ASIA, .CAT, .JOBS, .MOBI, .POST, .TEL und .TRAVEL

Quelle: www.icann.org

 

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www.huffingtonpost.com
www.welt.de
www.spiegel.de
www.zdnet.com
http://domain.registrierungsstelle.de
www.icann.org

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VERÖFFENTLICHT AM

29. Juni 2011

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