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Jubiläum der taz-Satireseite

20 Jahre nichts als „die Wahrheit“

„Die Wahrheit", die Satire- und Humorseite der taz, feierte am 3. September den 20. Geburtstag. Zwar entsprachen nicht immer alle Behauptungen dieser Seite der Wahrheit, doch gerade das sorgte für Aufsehen.

Quelle: Sreenshot taz.de

Quelle: Sreenshot taz.de

Täglich findet der taz-Leser auf der letzten Seite satirische Inhalte. Die Satire- und Humorseite nennt sich doppeldeutig „die Wahrheit". Sie sorgt seit 1991 für reichlich Gesprächsstoff und hat längst Kultstatus erreicht.

Der Start war damals nicht ganz leicht: einige taz-Redakteure waren nicht von dem Zusatznutzen einer Satire- und Humorseite überzeugt. Doch dies änderte sich, als die ersten Analysen ergaben, dass „die Wahrheit" nach der ersten Seite die meistge-lesene der Tageszeitung war. Entworfen hatte die „Wahrheit-Seite" die Gestalterin Françoise Cactus. Später kamen der Cartoonist ©Tom alias Thomas Körner mit dem Cartoon „touché" dazu, der kleine Wetterfrosch und der Irland-Korrespondent Ralf Sotschenk. Er schreibt jeden Montag über die Eigenheiten und Absurditäten der Iren in seiner Kolumne.

Das Erfolgsrezept der „Wahrheit"

Der taz-Homepage (http://www.taz.de/1/wahrheit/selbstdarstellung/) kann man die drei provokanten und zugleich überspitzten Grundsätze der „Wahrheit" entnehmen:

• Warum sachlich, wenn es persönlich geht.

• Warum recherchieren, wenn man schreiben kann.

• Warum beweisen, wenn man behaupten kann.

Daher behauptet die „Wahrheit-Redaktion" in ihrer Selbstdarstellung:

Deshalb weiß die Wahrheit immer, wie weit man zu weit gehen kann.

Auf den ersten Blick scheinen diese Grundsätze nur schwer mit den Grundprinzipien eines objektiven Journalismus vereinbar zu sein. Doch durch den satirischen Anstrich gelingt es der taz spielerisch die Grenzen neu auszuloten: Satire darf überspitzen und Vermutungen aufstellen. Dies scheint das Erfolgsgeheimnis der Macher zu sein und das 20-jährige Bestehen gibt ihnen Recht. Einige „Wahrheit-Autoren" haben ihre Kolumnen bereits in Büchern publiziert, Thomas Körner wurde zu einem preisgekrönten Cartoonisten und Ralf Sotscheck zu einem gefeierten Buchautor.

Skandale

Seit Erscheinen der Satire-Seite fühlen sich diverse Stars und Sternchen in einem schlechten Licht dargestellt. Ein Highlight war die Behauptung des taz-Redakteurs Gerhard Henschel, dass Kai Diekmann, Chefredakteur der Bild-Zeitung, sich seinen Penis in Miami mit Hilfe von Leichenteilen verlängert haben soll und dies auch noch missglückt sei. Herr Diekmann reichte daraufhin eine Unterlassungsklage ein und forderte 30.000 Euro Schadensersatz. Ebenso viel Aufsehen erregte der Kurzkommentar vom 14. Februar 2001 mit dem Titel „Mullahs immer klüger". Dieser endete mit einem Kurzreim „Allah ist groß, Allah ist mächtig, er hat einen Arsch von drei Meter sechzig." Daraufhin wurde die taz-Redaktion mit zahlreichen Protesten und Klagen überhäuft. Auf der Homepage nahmen 1248 Personen zu diesem Text Stellung. Im April 2007 klagte beispielsweise auch Bushido dagegen, dass der Wahrheits-Redakteur Michael Ringel ihn einen „furzlangweiligen Kacker" und eine „Dumpfbacke" nannte.

20 Jahr-Feier

Anlässlich des Jubiläums druckte die taz vergangenen Samstag noch einmal die erste Ausgabe der Satireseite von 1991 ab. Im Herbst wird dann gefeiert: Am 19. November findet ein Bühnenfest mit dem Namen „20 Jahre Wahrheit" in Berlin-Neukölln statt, als große Party mit Musik, Lesungen und vielen Gästen. An diesem Tag werden auch in der taz zwölf Seiten „Wahrheit" veröffentlicht werden, auch die Schlagzeile soll an diesem Tag von der „Wahrheits-Redaktion" erstellt werden.

 

Nadine Steinhübel

Quellen: 20 Jahre nichts als die "Wahrheit"

www.sueddeutsche.de

http://www.taz.de/1/wahrheit/selbstdarstellung/

www.presseportal.de

http://www.vorbote.de/Satire/2041.html

http://www.taz.de/!57238/

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07. September 2011

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