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Hochschule der Medien

Wertschätzung + Kommentar

Steve Jobs 1955 – 2011

Die Medien loben ihn als einen der größten Erfinder unserer Zeit, als genialen Visionär, der die mediale Welt umgekrempelt hat. Der Spiegel nennt ihn einen der praktischen Philosophen, der Design-Ikonen geschaffen, die Musikindustrie umgekrempelt und die Telefonie revolutioniert hat.

Nachruftext und Foto: www.apple.com

Nachruftext und Foto: www.apple.com

Doch Jobs war nicht nur genialer Erfinder und Visionär. Er war auch eine Unternehmerpersönlichkeit, wie es selten welche gibt. Mit seinen „i-Produkten" und Macs hat er die MINT-Branche vor allem als Firmenlenker umgekrempelt, ehemalige Marktführer durch technologische, aber vor allem ästhetische Definitionen und Standards verdrängt oder in die Enge getrieben und die Kommunikationsbranche in den 90er Jahren in eine Kontroverse um die Funktionalitäten von Mac und Dos-Rechnern geführt. Jobs hat Apple zudem durch seine Persönlichkeit und einen kreativen Stab an Marketingmitarbeitern zu einem renommierten Weltunternehmen gemacht.

Kaum ein Unternehmen dieser Größenordung und Weltbedeutung war jedoch auch so mit dem Wohl und Wehe seines Chefs verbunden. Seine Funktion im Betrieb war dabei nicht immer unumstritten und jedes seiner Worte oder jede seiner Aktionen wurde mit einem Auf und Ab des Aktienkurses quittiert und Apple ging es nicht immer nur gut.

Jobs war eine epochale Persönlichkeit, die durchaus mit den Großen traditioneller Industriebranchen wie Daimler, Krupp oder Ford auf eine Stufe gestellt werden kann, denn er hat unser Verhalten und unsere Wahrnehmung der Welt beeinflusst. Er starb Mittwoch Nacht nach einem langen Krebsleiden.

 

kommentiert

Steve Jobs ist tot.

Die erste Frage: Um wie viel fällt der Kurs der Apple-Aktie? Die zweite Frage: War das der Grund für die enttäuschende Vorstellung des iPhones 4 S? Jede andere Company hätte in mein iPad ein CD-Laufwerk eingebaut. Seine Company nicht. Weshalb? Wir wissen es nicht. Dies könnte man Genie nennen, aber nur wenn es gut geht. Und gut gehts, wenn es sich verkauft wie warme Semmeln. Wie alle guten Amerikaner, die auf Gott vertrauen, hat er mit seinen Ideen die Welt erobert. Seit Th. A. Edison, der nicht nur die Glühbirne erfunden hat, sondern mit seinen Ideen auch den Grundstein zu General Electric gelegt hat, hatte keiner mehr einen so fulminanten Lauf an Inspiration, Durchsetzungskraft und Geschäftssinn. Steve Jobs stand für das NEUE. Egal ob Top oder Flopp. Es musste ein neues Produkt sein. Technisch perfekt war es selten. Stylisch war es immer. Was die Welt und seine Anhänger daraus machten, war seiner Ansicht nach deren Sache. Seine Apple-Company ist mit dem Glauben an das Neue die Nummer eins unter den börsennotierten Unternehmen für diese Welt geworden. Jetzt darf sich das Genie ausruhen. Nicht auf profanen Dollars, sondern entrückt in seinem eigenen Mythos, dem des Mannes, der eine neue Welt erschuf.

Axel Schirle

 

Franco Rota

Kommentare geben nicht die offizielle Haltung der Hochschule wieder, sondern nur die Meinung oder Einschätzung des kennzeichnenden Autors. Im Falle der HdM-Website sollen sie außerdem zur Diskussion über ein aktuelles Medienthema im Zeitgeschehen anregen

VERÖFFENTLICHT AM

06. Oktober 2011

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