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Das Gedächtnis der Nation

Das Internetportal „Gedächtnis der Nation“ ist eine historische Quelle mit Aussagekraft: Zeitzeugen schildern ihre Erlebnisse vom Ersten Weltkrieg bis zur Gegenwart. Erinnerungen bleiben erhalten und Geschichte wird lebendig.

www.gedaechtnis-der-nation.de

www.gedaechtnis-der-nation.de

Viele Zeitzeugen des 20. Jahrhunderts haben nur noch wenige Jahre zu leben. Mit ihnen stirbt ein Teil der deutschen Geschichte. „Eine Nation, die ihr Gedächtnis verliert, ist verloren", so Kulturstaatsminister Bernd Neumann. Höchste Zeit also für eine multimediale Online-Plattform wie das „Gedächtnis der Nation" (GdN). Auf der gleichnamigen Website werden systematisch Erinnerungen von vielen tausenden Zeitzeugen gesammelt. Dadurch werden diese Informationen für die Nachwelt konserviert. Initiatoren von „GdN" sind ZDF-Chefhistoriker Guido Knopp und der Leiter des Hauptstadtbüros des Magazins „stern", Hans-Ulrich Jörges. Bundespräsident Christian Wulff ist Schirmherr und spricht von einem Projekt von „nationalem Rang".

Geschichte erlebbar machen

Ziel des Projekts ist es, die Geschichte durch persönliche Erinnerungen erlebbar zu machen. Guido Knopp sagte über das Projekt: „History ist kalt, analytisch. Memory ist warm, emotional". Beides gehöre laut ihm zusammen und solle das kollektive Gedächtnis nach und nach anwachsen lassen. Durch die multimediale und häufig sehr persönliche Aufmachung der Inhalte wird Vergangenes erlebbar gemacht. Vorbild für „GdN" ist die Shoah-Foundation. Diese wurde 1994 von Hollywood-Regisseur Steven Spielberg ins Leben gerufen und umfasst 50.000 Zeitzeugenberichte über den Holocaust.

Neuere Geschichte und Finanzkrise

Zum Start wurde die Website „Gedächtnis der Nation" mit 1800 Interviews aus dem ZDF-Archiv bestückt. Darunter auch 40 wichtige Persönlichkeiten wie Altbundeskanzler Helmut Schmidt. Zusätzlich wurden 100 Kurzfilme exklusiv produziert. Diese beleuchten bedeutende Ereignisse und Themen der jüngeren deutschen Geschichte: Von der Gründung der Weimarer Republik über die Naziherrschaft, die „deutsch-deutsche Parallelgeschichte" bis hin zur aktuellen Finanzkrise. Zurzeit liegen rund 6000 Zeitzeugenberichte im Archiv von „GdN". Diese werden nach und nach online gestellt.

Interview-Omnibus auf Suche

Das Portal sucht kontinuierlich nach weiteren Zeitzeugen. In den nächsten Jahren sollen tausende Interviews folgen. Seit dem 7. Oktober 2011 ist der sogenannte Jahrhundertbus, ein mobiles Fernsehstudio, unterwegs. Dieser Bus macht in vielen deutschen Städten und europäischen Nachbarländern Halt. Zeitzeugen haben so die Möglichkeit, ihre Erlebnisse vor laufender Kamera mitzuteilen. Die Videos werden zunächst von der Redaktion überprüft, um Missbrauch zu verhindern und danach frei geschaltet. Mitinitiator Hans-Ulrich Jörges versichert, dass propagandistische Hetze, egozentrische Ergüsse und politische Beeinflussung nicht online gestellt werden.

Kommunikationsportal für die Bildung

Für das „GdN"-Online-Portal fungiert zudem Google als Sponsor: Das Unternehmen stellt die technischen Möglichkeiten der Website sowie einen eigenen YouTube-Kanal bereit. Dieser Mitmachkanal heißt „Unsere Geschichte". Zeitzeugen können hier ihre Erinnerungen selbst aufzeichnen und hochladen. Vor der Veröffentlichung werden auch diese Videos überprüft. Google-Europa-Chef Philipp Schindler erklärt, dass dieses „digitale Museum der Erinnerung" von der Datenmenge her das größte Videoprojekt von Google weltweit sei.

Durch die innovative Kommunikationsform kann insbesondere die jüngere Generation für das Thema Geschichte begeistert werden. Peter Lautzas vom Verband deutscher Geschichtslehrer sagt gegenüber der ZEIT: „So langsam beginnen Historiker, die Tragweite des Internets zu erkennen". Das Projekt soll für Bildungseinrichtungen und Schulen vorbereitet und für die 10.000 deutschen Schulen mit einer Sekundarstufe I benutzt werden.

Nadine Steinhübel

Quellen: Das Gedächtnis der Nation

www.stern.de
www.focus.de
www.zeit.de
www.gedaechtnis-der-nation.de

 

VERÖFFENTLICHT AM

20. Oktober 2011

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