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Werbung in Israel

Aus für Magermodels und Photoshop

Als erstes Land verabschiedet Israel ein Gesetz, das den Magerwahn stoppen soll. Models dürfen nur dann arbeiten, wenn ihr Body-Mass-Index über 18,5 liegt. Auch Bildbearbeitung mit Photoshop sind jetzt Grenzen gesetzt. Retuschen in Werbefotografien müssen ab sofort gekennzeichnet werden.

Foto: aboutpixel.de/Benjamin Thorn

Foto: aboutpixel.de/Benjamin Thorn

Traurige Leitfigur der israelischen Bewegung gegen den Magerwahn bei Models ist Hila Elmalich. Sie arbeitete erfolgreich als Model, nahm allerdings im Laufe der Zeit immer stärker ab. Im November 2007 starb sie mit einem Körpergewicht von 27 Kilogramm an den Folgen der Magersucht. Seither setzt sich ihr Vertrauter und Modelagent Adi Barkan gegen den Trend den Schlankseins im Modelbusiness ein. Einen Job bekommen bei ihm schon seit Jahren nur gesund aussehende junge Mädchen, die nicht zu dürr sind. Im Kampf gegen den Magertrend in der Werbefotografie hat er nun einen Etappensieg erreicht. Das israelische Parlament hat ein Gesetz verabschiedet, das Mädchen dazu verpflichtet, einen Body-Mass-Index von mindestens 18,5 vorzuweisen, natürlich ärztlich bescheinigt. Die Bestätigung darf außerdem nicht länger als drei Monate zurückliegen.

Israels Jugendliche fühlen sich zu dick

Der Body-Mass-Index errechnet sich aus dem Gewicht, geteilt durch die Körpergröße im Quadrat. Für ein 1,65 cm großes Model bedeutet das ein Mindestgewicht von 50,5 Kilogramm. Angelehnt ist der Mindest-BMI von 18,5 an die Norm der Weltgesundheitsorganisation. Dass Israel als erstes Land versucht, juristisch gegen das propagierte Schönheitsideal unterernährter Models vorzugehen, liegt vermutlich an der Zahl israelischer Jugendlicher, die sich zu dick fühlen. Im internationalen Vergleich liegen sie auf Platz eins. 30 Prozent aller israelischen Mädchen haben vor, eine Diät zu machen.

Bildbearbeitung verboten

Auch der Einsatz von Photoshop zur digitalen Retusche wird in Zukunft eingeschränkt. Die Bildbearbeitung der Models, um einen schmaleren Körper zu simulieren, ist künftig verboten. Jeder weitere Bildeingriff muss außerdem gekennzeichnet werden. Kritiker bemängeln allerdings die Umsetzbarkeit des Verbots. Nicht geklärt ist, ob bereits ein digital entfernter Leberfleck strafbar ist, da es einen Retuscheeingriff darstellt.

Christina Walzner

Quellen: Aus für Magermodels und Photoshop

www.welt.de
www.spiegel.de

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28. März 2012

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