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Hochschule der Medien

TV-Serien, Teil 5 von 6

Zwischen Herzschmerz und Rache

Ob Liebeskummer, Mordgelüste oder das Abdriften in die Kriminalität: Serienhelden zeigen Emotionen und haben mit inneren Konflikten zu kämpfen. Im fünften Teil unserer Serie werfen wir einen Blick auf das Genre Drama.

Einführung, steigende Handlung, Höhepunkt, fallende Handlung, Katastrophe: Das idealtypische aristotelische Drama folgt einem strikten Schema. Was in Büchern, Theaterstücken oder Filmen leichter umzusetzen ist, fällt beim Aufbau einer TV-Serie schon schwerer. Die Einheit der Handlung, der Zeit und des Ortes können nicht immer stringent eingehalten werden. Durch die Verteilung der Geschichte auf die unzähligen Episoden stehen die Drehbuchschreiber stets vor der Herausforderung, die einzelnen Folgen dramaturgisch spannend aufzubauen, mit jeweils einer kleinen Katastrophe oder Lösung am Ende. Der Zuschauer muss jedoch trotzdem animiert werden, bei der nächsten Ausgabe wieder einzuschalten.

Beliebt waren TV-Serien im Drama-Bereich in der Fernsehgeschichte schon immer. Auffällig ist jedoch eine zunehmende Beliebtheit dramatischer Stoffe ab den 2000er-Jahren. Vor allem amerikanische Serien finden seither den Weg auf die deutsche Mattscheibe. Höhere Produktionskosten erlauben im Gegensatz zu deutschen Produktionen oft eindrucksvollere Spezialeffekte und eine detailreiche Ausstattung der Settings.

Emergency Room - Die Notaufnahme

© Warner Home Video

Der Stoff für die erfolgreiche amerikanische Serie "Emergency Room" war zuerst als Film geplant. Geschrieben hat das Drehbuch Michael Crichton, der während der Entstehung der Geschichte 1969 selbst Medizinstudent war. Er bot seine Idee diversen Produktionsfirmen an, fand aber erst 20 Jahre später in Steven Spielberg einen Interessenten. Weil dieser aber zeitgleich an "Jurassic Park" arbeitete, geriet das Drehbuch wieder in Vergessenheit. 1993 entstand die Idee, den geplanten Film in eine Fernsehserie umzumünzen - der Beginn einer Erfolgsgeschichte. Insgesamt wurden bis heute 13 Staffeln abgedreht. Spielplatz der Serie ist eine Notaufnahme in Chicago. Schwestern und Ärzte kümmern sich um die Notfälle und Verletzungen der Patienten. Die Serie besticht im Vergleich zu anderen Arztserien vor allem durch die realistische Darstellung von Krankenhausabläufen. "Emergency Room" wurde 117-mal für den Emmy nominiert, 22-mal gewann die Serie den Preis.

Auf der Suche nach dem Richtigen

© Paramount Home Entertainment

Die vier New Yorker Freundinnen Carrie, Samatha, Charlotte und Miranda haben in ihren Klatsch-Treffen immer ein besonders heißes Thema: Männer. Gemeinsam philosophieren sie über ihre sexuellen Erlebnisse, Liebschaften, Wünsche und Gedanken. Für Männer kaum vorstellbar, zieht diese amerikanische Serie, basierend auf dem Roman von Candace Bushnell und produziert von Darran Star, Frauen von 1998 bis 2004 magisch vor den Fernseher sowie 2008 und 2010 in die Kinos. Sechs Episoden lang - das waren sage und schreibe 94 Folgen - wird dem Zuschauer von der schuhfanatischen Protagonistin Carrie (Sarah Jessica Parker) in ihrer Kolumne erzählt, was sie und ihre Freundinnen gerade bewegt. Kunsthändlerin Charlotte sehnt sich nach einer Familie mit liebendem Ehemann und eigenen Kindern, PR-Beraterin Samantha pfeift auf feste Bindungen und ist nur auf Spaß im Bett aus, Juristin Miranda will jemanden, der ihr das Wasser reichen kann und Carrie, die sucht nach der großen Liebe im Big Apple und muss dabei so manchen Frosch küssen. Alle vier lösen auf unterschiedliche Art und Weise ihre Probleme, stehen füreinander ein, diskutieren, streiten und versöhnen sich wieder. Und am Ende, findet jede ihr persönliches Glück. Was für ein Serien-Märchen!

Verzweifelte Hausfrauen

© Touchstone

Im Oktober 2004 startete die Produktion der Fernsehserie "Desperate Housewives", welche bis Mai dieses Jahres von den ABC Studios produziert wurde. Seit April 2005 ist die Dramedy-Serie in Österreich, Deutschland und der Schweiz zu sehen. Die verzweifelten Hausfrauen Susan, Lynette, Bree und Gabrielle leben in der Wisteria Lane in enger Nachbarschaft. Die Handlung beginnt mit dem Selbstmord der Fünften im Bunde, Mary Alice. Nach ihrem Tod schildert sie als Erzählerin die Handlung jeder Episode. Außerdem kam Edie als verhasste und intrigante Nachbarin in die Straße, verstarb dann aber im Verlauf der Serie. Die fünfte Hausfrau im Bunde wurde dann Renee. Jede in der Serie hütet das ein oder andere, kleinere oder größere, dreckige Geheimnis oder hat eine Leiche im Keller. Die Erlebnisse der fünf Freundinnen werden stets um ein Geheimnis herum erzählt, welches zum Ende der jeweiligen Staffel aufgelöst wird. Dies sorgt für außerordentlich Spannung und Sucht beim Zuschauer. Desperate Houswives ist eine ebenso innovative wie massentaugliche Kombination und gehörte in den USA zum erfolgreichsten Neustart. Nach acht Staffeln und 180 Episoden endet die Serie in diesem Jahr mit einem zweistündigen Serienfinale - zurzeit mittwochs, 20:15 Uhr auf Pro 7 zu sehen.

Liebeswirrwarr in der Klinik

© Touchstone

2005 wurde die erste Folge "Grey's Anatomy" im amerikanischen Sender ABC ausgestrahlt. Hauptperson der Serie ist die Assistenzärztin Meredith Grey. Zusammen mit vier weiteren Assistenzärzten erlebt sie die Herausforderungen des Klinikalltags direkt nach dem Studium. Erkennungsmerkmal der Serie ist das Stilmittel einer Offstimme, die über das Leben und die Gedanken der Figuren sinniert. Meist wird der Kommentar von der Hauptperson Grey gesprochen. Inhaltlich dreht sich die Geschichte nur oberflächlich um medizinische Eingriffe, eigentlich geht es um das Liebes- und Privatleben der jungen Ärzte. Die insgesamt acht Staffeln wurden von Anfang an gut angenommen. Bereits die erste Staffel hatte eine durchschnittliche Einschaltquote von 18,5 Millionen Zuschauern pro Episode. Die quotenstärkste Folge lief nach dem Super Bowl 2006 und erreichte über 38 Millionen. Auch über einige Auszeichnungen konnte sich die Serie freuen, unter anderem über mehrere Emmys und Golden Globes.


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11. September 2012

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