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Hochschule der Medien

Wetten, dass…

… drei Stunden ganz schön lang sein können?

Sichtlich nervös trat Markus Lanz am Samstag vor die neu gestaltete Kulisse des ZDF-Flaggschiffs und wurde von einem Publik begrüßt, das gar nicht mehr aufhören wollte zu klatschen. Jetzt ist die erste „Wetten dass…?“-Sendung Geschichte. Wie gelungen war das von allen erwartete TV-Event letzten Endes?


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Lanz moderierte sich unauffällig und mit ein paar müden Witzen, über die niemand so recht lachen wollte, durch einen belanglosen, viel zu langen Fernsehabend. Cindy aus Marzahn nervte unglaublich und man sah alte Bekannte aus Gottschalk-Zeiten wieder.

Eigentlich alles wie immer...

Wirklich alles? Nein! Die Talkgäste sind ab jetzt alle schon von Anfang an dabei, vermutlich um Markus Lanz eine Art Talkshow-Situation zu bieten, in der er sich auskennen und wohlfühlen sollte. Es mag an der Premiere liegen, aber einen entspannten und routinierten Eindruck machte er bei den kurzen Verhören seiner Gäste nicht.

Und die Wettkandidaten? Die bekamen auch mehr Raum in der Show. Das kann man wohl als die größte und gelungenste Änderung am Konzept der Sendung betrachten. Die geladenen Stars konnten die ganze Sendung über mit ihrem prominenten Wettpaten kommunizieren und durch Tippen auf den Ausgang einer Wette sogar Geld gewinnen.

Insgesamt wurde man aber das Gefühl nicht los, dass „Wetten dass...?" nicht mehr ganz in die heutige Zeit passt. Da nützt es auch wenig, ein paar Ideen aus dem Dunstkreis eines Stefan Raab zu übernehmen („Schlag den Lanz"-Challenge mit Bierkästen und eine fahrbare Sitzecke) - das Showkonzept wirkt angestaubt.

"Darüber wird noch zu reden sein"

Lanz wird nach seiner ersten Show wohl als der Moderator mit „Migränehintergrund" in die Fernsehgeschichte eingehen, der es schaffte, noch mehr zu überziehen als sein Vorgänger Thomas Gottschalk. Doch an dessen Charisma kam er nicht heran. Dafür wurde Gottschalks alte Garderobe aufgetragen, allerdings nicht von Lanz, sondern von der neuen Michelle Hunziker, Cindy aus Marzahn. Die symbolisierte in der Form ihrer Späße zudem die Tendenz zur Trivialisierung der Show - Glamour adé!

Auch mit seinen Gästen begab sich Lanz nicht gerade auf Neuland. Karl Lagerfeld war schon in der letzten Sendung Gottschalks zu Gast. Wenn Lanz aber mehr Routine (und bessere Gagschreiber) bekommt, dann kann das gute alte „Wetten dass...?" zumindest noch ein wenig als Alternative zu den "Kunstfurzern" und "Gesangstalenten" der Privaten (insbesondere RTL) am Samstagabend dienen.

Höhepunkt der Sendung - zumindest für Markus Lanz war die, wenn auch geklaute „Schlag den Lanz"-Wette, bei der er in einer Minute und mit einem Kasten Bier auf dem Rücken immerhin 30 Liegestütze schaffte, während sein Herausforderer aus dem Publikum nach gerade einmal drei zusammenbrach.

Bleibt nur noch die Frage, die alle Zuschauer an diesem Abend beschäftigte: Was reimt sich auf Lanz?

Florian Fahrbach

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Mirjam Müller

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VERÖFFENTLICHT AM

08. Oktober 2012

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