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007 ist 50

„Nobody does it better...“

...und dies seit 1962. Keine Agenten-Filmreihe hat uns länger begleitet als die Figur des britischen Geheimagenten „007 James Bond“. Geboren als Romanfigur des Kalten Krieges und danach an die Zeitläufe adaptiert, hat Bond bislang 22 Mal die Welt gerettet. Ab November tut er es in „Skyfall“ zum 23ten Mal. Zum Geburtstag die Geschichte der berühmten Reihe.

Mit Sean Connery (q) British Quad Poster

„Mein Name ist Bond, James Bond...", dieser Satz wurde zum geflügelten, ironisierenden Wort für alle Männer, die sich als Helden fühlen und sich einem/er Gesprächspartner/in vorstellen. Dies hat einen guten Grund: Bond ist ein klassischer Held, wie es ihn heutzutage kaum noch gibt.

Ein Macho-Held wie aus dem Buche

In jeder Folge unbeirrbar, unbezwingbar, unverbesserlich und für die Fans wissentlich immer auf ein Happy End zusteuernd, kann sich jeder 16- oder 60-Jährige problemlos mit Bond identifizieren. Gut aussehend und mit den besten Geheimwaffen seiner Zeit ausgestattet, versehen mit dem eleganten Rüstzeug der Moderne, wie top sitzenden Anzügen oder praktisch eleganter Freizeitkleidung, edlen Accessoires (z.B. Omega-Uhren, Champagner Bollinger) und Fortbewegungsmitteln (z.B. Aston Martin, Bentley, Alfa Romeo, BMW), kenntnisreich und charmant, ist James Bond eine männliche Kult(ur)figur geworden. Sein Getränk: „Wodka Martini, geschüttelt, nicht gerührt", wird seither von allen Cocktail-Liebhabern so bestellt. Automatisch fühlt man sich damit wie Bond...

Girls, girls, girls

Mit George Lazenby (c) HdM

Diese Heldenfigur lässt auch jede 16- oder 60-Jährige Zuschauerin nach der Roman- und Filmfigur mit „Oh,...James" schmachten. Denn Bond hat trotz universellen Heldentums auch eine Schwäche, eine Achillesferse sozusagen, die aus einer Zeit stammt, als Männer noch Männer waren: die Frauen. Die schönsten von ihnen, häufig starke, auch emanzipierte Amazonen, begleiten ihn jede Folge, sind seine Gegenspielerinnen. Bemerkenswerte Auftritte hatten z.B. Ursula Andres, Karin Dor, Deborah Kerr, Jacqueline Bisset, Kim Basinger, Barbara Carrera, Sophie Marceau oder Halle Berry. Als seine Feindinnen werden sie letztlich immer doch seine Kollaboratricen, nicht gewalttätig erzwungen, sondern sich hingebend, verführt durch den charmanten Macho.

Sean Connery - unerreichter Ur-Bond

Kaum ein anderer Darsteller hat das Tier ‚Mann‘ im Bond so perfekt verkörpert wie Sean Connery. Insgesamt sieben Mal (1962-1967, 1971, 1983) spielte er hochpräsent den Doppelnull-Agenten mit Härte und Charme, wurde durch seine Mimik, seine Körperhaltung, seinen Gang und die Verkörperung des gebildeten Weltmannes zum Sinnbild für die Figur. Lange Zeit galt deshalb für ihn ‚Nobody does it better‘. Denn seine Nachfolger konnten sein Charisma kaum erreichen: George Lazenby (‚Im Geheimdienst ihrer Majestät‘, 1969) war ein optischer und schauspielerischer Flopp.

Mit Roger Moore (q) seeklogo.com

Roger Moore (1973-1985) ironisierte die Figur stark, gab ihr Eitelkeit, aber war kein echter Frauentyp; mangels Alternative schaffte er es dennoch, Bond sieben Mal zu verkörpern. Zwischen die Auftritte von Roger Moore hinein trat der überredete Altmeister Connery 1983 in ‚Sag niemals nie‘ nochmals in der Bond-Rolle gegen seinen Erben an, allerdings in einem nicht mit ‚007-Reihen-Logo‘-autorisierten Konkurrenz-Stück, das parallel zu ‚Octopussy‘ produziert wurde.

Vom aalglatten zum knallharten Bond

Timothy Dalton (1987-89) hatte die Rolle nur zweimal und blieb, mangels Identifikation mit der Figur, ohne Statur. Erst Pierce Brosnan (1995-2002) schuf ein wenig neuen Glamour, cool, intelligent, aber aalglatt gelackt und war vier Mal aktiv. Eine wirkliche Alternative zu Connery ist erst der aktuelle Bond, Daniel Craig (seit 2006), geworden. Er gibt der Figur eine entschlossene Härte wie sie in der gesamten Bond-Reihe bislang unbekannt war. Dazu hat er ein Charisma, das an den Ur-Bond herankommt. Er ist clever, schlagkräftig und raubeinig, eine Art ‚Bulle‘ im Geheimdienst‘, einer, der auch im Schichtdienst gegen Straßengangs bestehen könnte.

Mit Sean Connery (q) seeklogo.com

Gegenspieler des Zeitgeistes

Als Repräsentanten weltpolitischer Entwicklungen, als Figuren des anti-westlichen Zeitgeistes, als machtbesessene Bösewichte oder als terroristische Krankhirne, zeigten sich Bonds Gegenspieler. Und immer hochkarätig besetzt, beste Schauspielkunst darbietend, lieferten diese Bond infame, mächtige und abgründige Gegenwehr, zogen am Ende aber immer den Kürzeren. Sie machten die Bondreihe zu einem thrillerähnlichen Kino-Genuss. Unvergessen beispielsweise ‚Goldfinger‘ alias Gerd Fröbe im gleichnamigen Film, dessen bräsige Boshaftigkeit ihresgleichen sucht.

Unvergesslich auch Telly Savalas als hektischer ‚Blofeld‘, den Bond im ‚Geheimdienst Ihrer Majestät‘ fast nicht zu fassen bekommt oder der germanische Recke Curd Jürgens, der Bond im Charme kaum nachstand (‚Der Spion, der mich liebte‘). In der Zeit des Kalten Kriegs waren solche Figuren immer mit sowjetischen oder chinesischen staatlichen Stellen oder Geheimdiensten (KGB, Spectre, Smersh etc.) verbunden, die den Westen auszulöschen suchten.


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VERÖFFENTLICHT AM

15. Oktober 2012

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