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Webtipp: wefightcensorship.org

Plattform für zensierte Texte

Die traurige Top Five der Internetzensuren sind laut "Reporter ohne Grenzen" China, Iran, Vietnam, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate. Um dagegen etwas zu tun, gründete die Menschenrechtsorganisation die Plattform wefightcensorship.org. Darauf veröffentlichen sie Texte, die anderswo zensiert sind.

Zur Detailansicht Die Weltkarte zur Lage der Pressefreheit weltweit der Reporter ohne Grenzen. Weiß bedeutet "gute Lage", schwarz "sehr ernste Lage".

Die Weltkarte zur Lage der Pressefreheit weltweit der Reporter ohne Grenzen. Weiß bedeutet "gute Lage", schwarz "sehr ernste Lage".

Laut „Reporter ohne Grenzen" gibt es eine weltweit steigende Internetzensur und Repression gegen Blogger und Internetnutzer. Aktivisten und Journalisten werden überwacht mit wem sie sprechen und über welche Themen. Wenn das der Regierung nicht gefällt, werden sie unter Umständen verhaftet, gefoltert und verschwinden im schlimmsten Fall. Auf der Website wefightcensorship.org werden Artikel, Fotos oder Videos dieser Journalisten veröffentlicht. Zensierte Dokumente, die aufklären sollen. Wenn es sein muss, wird dabei der Autor anonymisiert. Kontextualisierte Anmerkungen der Reporter-ohne-Grenzen-Redaktion sorgen für ein besseres Verständnis der Zusammenhänge. Was wurde zensiert und warum? Die Seite gibt es seit Ende des Jahres 2012.

Das Geschäft mit der Überwachung

Matthias Spielkamp ist Vorstand von „Reporter ohne Grenzen" und berichtet in einem Interview im Deutschlandradio Kultur auch davon, dass sich hinter der Medienzensur ein lohnendes Geschäft für Software-Hersteller, auch aus Deutschland, verbirgt. „Ein prägnantes Beispiel ist der Hersteller Gamma, eine britisch-deutsche Firma", sagt Spielkamp. Mit ihr können Smartphones und Tablet-Computer überwacht werden. Andere Softwares können das ganze Netz nach bestimmten Schlüsselbegriffen überwachen. „Wir sagen, dass solche Technologien nicht in Länder exportiert werden sollten, in denen wir davon ausgehen müssen, dass die demokratischen Kontrollen einfach nicht funktionieren", fordert Spielkamp.

Anders als Wikileaks

Vor allem, wenn Texte anonym veröffentlicht werden, überprüfen „Reporter ohne Grenzen" die Seriosität der Geschichten. Das geschieht über deren internationales Sekretariat in Paris. Von hier aus wird auf den Pool der weltweit 30 Reporter-ohne-Grenzen-Rechercheure und -redakteure zurückgegriffen. „wefightcensorship.org ist ein Experiment für uns. Der Ansatz ist ein anderer als bei Wikileaks. Die Sachen, die bei uns veröffentlicht werden, sind geprüft und wir hoffen, dass wir damit auch zu einer sehr hohen Glaubwürdigkeit beitragen und dazu, dass das vielleicht auch ein bisschen mehr Einfluss gewinnt", sagt Matthias Spielkamp.

Online Survival Kit

Auf der Website wefightcensorship.org finden sich neben den zensierten Texten unter dem Reiter „Online Survival Kit" auch Tipps für Journalisten, die aus Überwachungsstaaten berichten. Wie kann Zensur technisch verhindert werden? Mit welchen Tools lässt es sich unerkannt im Internet surfen und chatten? Und wie können verschlüsselte E-Mails versendet werden?

Quellen:

www.wefightcensorship.org
www.reporter-ohne-grenzen.de

www.dradio.de

 

 

Katharina Großwendt

VERÖFFENTLICHT AM

21. März 2013

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