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Hochschule der Medien

Verlegerin Stephanie Mair-Huydts

Chefin des europäischen Reiseführermarkts

MairDumont ist der größte Tourismusverlag Europas. An seiner Spitze steht Stephanie Mair-Huydts. Von Kemnat aus steuert sie die Geschäfte im Print- und Digitalbereich. Die HdM-Redaktion sprach mit ihr über die Zukunft des Verlags und über einen perfekten Urlaubstag.

Europas erfolgreichste Verlegerin: die Stuttgarterin Stephanie Mair-Huydts.

Europas erfolgreichste Verlegerin: die Stuttgarterin Stephanie Mair-Huydts.

Stephanie Mair-Huydts bewegt sich gerne. Als Geschäftsführerin der MairDumont GmbH & Co. KG und auf Reisen. Die gebürtige Stuttgarterin, die am 23. April ihren 50. Geburtstag feierte, entdeckt eine neue Stadt gerne auf dem Fahrrad, beispielsweise bei einer Tour durch Bangkok. An einem perfekten Urlaubstag lernt sie außerdem ein spannendes Restaurant kennen, schläft in einem schnuckeligen Hotel und hat gemeinsam mit ihrem Mann viel Zeit zum Schlendern.

Das Geschäft mit dem Reisen

Seit Januar 2010 leitet sie die Verlagsgruppe, zu der neben den Reiseführermarken Baedeker, Marco Polo und DuMont auch der Kartenverlag Kompass, die Varta Führer und der Schweizer Verlag Hallwag Kümmerly + Frey gehören. Reiseliteratur ist im Moment das am stärksten zulegende Segment im Buchmarkt. Bei MairDumont steigen die Zahlen im Digital- und Printmarkt. Etwa zehn Prozent des Gesamterlöses von 105 Millionen Euro, den die Gruppe 2012 erwirtschaftete, entfielen auf digitale Produkte. Wichtigstes Produkt des Verlags ist nach wie vor ein Printprodukt: der Reiseführer Marco Polo, von dem vergangenes Jahr über 3 Millionen Exemplare verkauft wurden. Ein weiterer wachsender Bereich sind Straßen-, Fahrrad- und Freizeitkarten. Lediglich im kartographischen Bereich und bei Atlanten musste der Verlag in den letzten Jahren Abstriche machen.

Zusammen gedacht: print und digital

Auch 2023 sieht Mair-Huydts Printprodukte weit vorne in der Liste der Bestseller. Sie ist fest davon überzeugt, dass es eine Parallelität der digitalen Medien und der Printmedien gibt. Das eine werde durch das andere wunderbar ergänzt. „Das aktiv genutzte Internet gibt es seit etwa zehn Jahren. Bei unseren Marco-Polo-Reiseführern stehen beispielsweise die gleichen Informationen im Internet, wie in den gedruckten Ausgaben. Trotzdem haben wir bei den Printausgaben in keinster Weise einen Rückgang. Warum also sollte das Buch sterben?", sagt sie.

Gesamten Reisezyklus begleiten

Der Verlag will Reisende in ihrem gesamten Reisezyklus begleiten. „Das Informationsbedürfnis unserer Kunden steigt ständig und es ist multimedial. Sie wollen mehr Wissen, Digitales und aus Printmedien." Der beginnt mit einer ersten Inspiration. Mair-Huydts geht davon aus, dass Urlauber ihre ersten Ideen über gedruckte und digitale Reisemagazine und durch Stöbern im Netz entwickeln. Wenn sich die Pläne konkretisieren, seien Urlaubsplaner fast nur im Netz unterwegs, schauen sich dort um, was es gibt und buchen auch im Netz. Dann fängt die Reise an und sie greifen vermehrt auf Printmedien oder auf eine App zu. Das Netz sei wieder weniger entscheidend. Wenn sie dann von einer Reise zurückkommen, gingen sie wieder ins Netz, teilten dort ihre Erinnerungen und machten ein Fotobuch. „Vor 20 Jahren gab es Reisemagazine, das Fernsehen und Printreiseführer. Alle anderen Produkte sind dazu gekommen, da hat das eine nicht das andere ersetzt", ergänzt Stephanie Mair-Huydts.

To-Dos 2013

Drei Themen beschäftigen den Verlag und seine 420 Mitarbeiter 2013: Das Printgeschäft soll weiter vorangetrieben werden, zum Beispiel durch den Relaunch einzelner Serien. Im vergangenen Jahr war Marco Polo dran, in diesem Jahr ist es die Baedeker-Reihe. „Dazu gehört es, das Konzept zu modernisieren und neue Verkaufswege zu finden", erklärt Mair-Huydts. Zum zweiten treibt der Verlag die Digitalisierung voran. „Den Weg vom Printhaus zum Medienhaus gehen wir schon seit 15 Jahren, aber er ist noch längst nicht abgeschlossen." Außerdem stehen Auslandsgeschäfte auf der Agenda. „Letztes Jahr haben wir unsere Englandtochter gegründet und Marco Polo und digitale Produkte auf Englisch auf den Markt gebracht. Im Moment strecken wir unsere Fühler nach China aus."

Wunsch an HdM-Absolventen

Multimedialität hat für den Verlag einen hohen Stellenwert. Und so wünscht sich Mair-Huydts von ihren zukünftigen Angestellten, dass sie über den Tellerrand hinaus blicken können. „Es ist schade, wenn Hochschulabsolventen zu spezialisiert sind und nur in eine Richtung denken. Wir spielen unsere Marken multimedial und fragen uns: Was kann die App für das Buch und was kann das Buch für die App tun?", kommentiert sie.

Katharina Großwendt

VERÖFFENTLICHT AM

30. April 2013

WEITERFÜHRENDE LINKS

http://www.mairdumont.com

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