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Hochschule der Medien

"Generation Media Startup"

HdM als Sprungbrett ins eigene Business

An diesem Freitag, den 7. Juni 2013, präsentieren sich 24 Startups der Hochschule der Medien (HdM) im Stuttgarter Rathaus bei der Leistungsschau „Generation Media Startup“. Mit dabei sind acht besonders innovative Jungunternehmer, die dank eines Exist-Stipendiums Zeit und Geld für die Entwicklung ihrer Ideen haben. Wir stellen sie als kleinen Vorgeschmack auf die Veranstaltung vor.

Das Team von "getUP Games": Georg Graf, Markus Wellmann und André Noller (v.l.n.r.)

"getUP Games"

Georg Graf, André Noller und Markus Wellmann haben im April 2013 in der Nobelstraße 5, schräg gegenüber des HdM-Campus, ihr Büro bezogen. Mit dabei hatten sie Laptops, Flipcharts, eine Kinect der XBox 360, viel Enthusiasmus und eine tolle Idee. Ihre Firma befindet sich noch in der Gründungsphase und soll „getUP Games" heißen. Unter diesem Label entwickeln sie gestengesteuerte Spiele. Diese Spiele verzichten auf alles, was ein Controller macht. Einzig mit ihrer Körpersilhouette gestalten die Spieler Formen wie Blöcke, Kreuze und Steine auf den Bildschirm, damit diese ans Ziel kommen. Der Prototyp basiert auf dem Spiel „Tetris". „Die Grenze ist die Darstellungsfähigkeit des eigenen Körpers", kommentiert der ehemalige E-Services-Student André Noller die Grundidee.

Im Moment entwickeln die drei einen Prototypen des Spiels.

Drei Indie-Entwickler

Diese Idee entwickelte der ehemalige Medieninformatikstudent Markus Wellmann während seines Studiums. Nach dem Abschluss wollte er das Projekt weiterverfolgen, am besten in einem Team. So traf der Programmierer auf Online-Medien-Alumnus Georg Graf, der sich nun um das Design kümmert, aber auch programmiert. André Noller vervollständigte das Team. Er behält den Gesamtüberblick, entwickelt ein stimmiges Konzept und ist für die Musik zuständig. Die drei Indie-Entwickler, wie sie sich selbst nennen, leben bisher noch von der Hand in den Mund. Sie entwickeln keine Spiele mit einem Produktionsvolumen von mehreren Millionen Euro. Sie müssen ständig Spiele produzieren, die sich von der Masse abgrenzen. „Wir könnten beispielsweise kein zweites FIFA-Fußballspiel entwickeln. Höchstens eines, das sich ganz anders spielt", sagt André Noller.

Das Exist-Stipendium

Hier liegen die Vorteile des Exist-Stipendiums, das Studenten unterstützt, die ihre Gründungsidee in einen Businessplan umsetzen möchten. Ohne Schulden aufnehmen zu müssen, können sie entwicklungs- und damit zeitintensive Ideen realisieren. Voraussetzung für die Förderung ist, dass es sich bei den Gründungsvorhaben um innovative, technologieorientierte oder wissensbasierte Projekte mit guten wirtschaftlichen Erfolgsaussichten handelt. Zudem erhalten die Jungunternehmer Rückhalt und Support von einem Mentor. Stefan Radicke ist Professor für Game Development, Software Engineering und Operating Systems an der HdM und hat dank seiner Berufserfahrung in der Gameindustrie immer einen wertvollen Tipp für die Jungs von "getUP Games" parat.

Das Team von "Edgit": Jonas Keeling, Jana Hoppe und Benjamin Gröner (v.l.n.r.)

"storeguide"

Auch Jonas Keeling, Benjamin Gröner und Jana Hoppe haben sich mit einem Exist-Stipendium selbstständig gemacht. Das Produkt, mit dem sie bald auf eigenen Beinen stehen wollen, heißt „storeguide". Mit der Software für Indoorortung über W-Lan-Signale können Einzelhändler ihre Kunden durch die Verkaufsflächen navigieren. Erster Testkunde ist ein Baumarkt in Steinheim. Kunden mit Smartphone können sich dort bald, beispielsweise über einen Barcode im Eingangsbereich, eine App herunterladen und sich damit etwa zum richtigen Regal für Blumenerde navigieren lassen. Daneben zeigt die Software dem Kunden Anzeigen- und Rabattaktionen.

Zu viel Zeit für die Warensuche

Jonas Keeling und Benjamin Gröner lernten sich während ihres Studiums der Medieninformatik kennen. Jana Hoppe, die Wirtschaftsinformatik studierte, arbeitete wiederum mit Jonas Keeling für das Fraunhofer-Institut, direkt neben der HdM. Zunächst hatten die drei die Idee, ihre Software für Indoorortung auf viele Anwendungsflächen wie Flughäfen oder Museen auszulegen. Studien haben gezeigt, dass Kunden ein Viertel der Zeit, die sie im Baumarkt verbringen, für die Suche brauchen. „Auch deshalb haben wir uns letztendlich für ein Pilotprojekt im Baumarkt entschieden", sagt Jana Hoppe. Geld verdienen möchten sie, indem der Einzelhandel eine monatliche Nutzungsgebühren der Software bezahlt, die cloudbasiert sein wird. In zehn Jahren wollen Keeling, Gröner und Hoppe mit "storeguide" Marktführer für Indoorortung im Einzelhandel sein.

HdM-Alumni David Maus von "pag.es"...

"pag.es"

"pag.es" ist die Firma von David Maus und Veljko Sekelj. Seit Juni 2012 arbeiten die Exist-Stipendiaten an einem innovativen Online-Publishing-System. Damit können touch-orientierte E-Books und Magazine mit HTML5 produziert und anschließend online, über App-Stores, auf Smartphones und Tablet-PCs verbreitet werden. Am Ende der Entwicklungsphase soll es so leicht zu bedienen sein, dass auch ohne besondere Vorkenntnisse und mit wenigen Klicks ein optisch ansprechendes Produkt entsteht.

...und sein Partner Veljko Sekeli

Zündung während des Studiums

Auch bei David Maus und Veljko Sekelj entstand die Idee zur Selbstständigkeit schon während ihres Masterstudiums der Elektronischen Medien an der HdM. Bei einer gemeinsamen Studienproduktion im zweiten Semester programmierten sie für die „Redaktion Zukunft", einem Newsroom der HdM, eine App für die automatisierte Darstellung von Texten und Bilder, so dass diese gut aussehen. Ihr heutiges Produkt ist ein Content-Management-System, das bedienbar ist wie eine App, das aber auch über einen Browser und damit an jedem Gerät funktioniert. Zielgruppe für die Software, die Daten ins perfekte Layout bringen soll, sind vorerst nur Business-Kunden wie Agenturen, Verlage und Firmen, die das Content-Management-System für ihr Corporate Publishing verwenden wollen wie beispielsweise für ihre Mitarbeiterzeitschrift. Interesse bekundete unter anderem der Axel-Springer-Verlag.

Der Traum von der eigenen Firma

Selbstständig wollten die beiden schon immer sein. Veljko gründete bereits eine eigene Agentur und kann sich kaum einen normalen Job als Angestellter vorstellen. Auch für David war schon immer klar, dass er seine eigenen Ideen auch in seiner eigenen Firma realisieren will. Und beide haben schon viel als Freelancer gearbeitet. Wie man einen Businessplan schreibt, haben sie sich überwiegend selbst beigebracht. Sehr hilfreich dabei waren Websites speziell für Gründer wie www.fuergruender.de", meint David Maus. Außerdem haben sie, als Teil ihres Exist-Stipendiums, 5.000 Euro für einen Businesscoach zur Verfügung, der bei kniffeligen Fragen hilft.

Katharina Großwendt

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