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Hochschule der Medien

Verfasste Studierendenschaft

Mehr Selbstbestimmung für Studenten

Seit dem 1. September 2013 gibt es auch an der Hochschule der Medien wieder eine Verfasste Studierendenschaft. Für die Studenten heißt das: mehr Rechte, mehr Entscheidungsfreiheiten, aber auch mehr Verpflichtungen. Gerade hat die erste und konstituierende Sitzung stattgefunden.

Zur Detailansicht Gestern wurde in der ersten VS-Sitzung der neue Vorstand gewählt und die neue Marketingstrategie vorgestellt, Quelle: VS der HdM Stuttgart.

Gestern wurde in der ersten VS-Sitzung der neue Vorstand gewählt und die neue Marketingstrategie vorgestellt, Quelle: VS der HdM Stuttgart.

Den Allgemeinen und den Unabhängigen Studierendenausschuss – besser bekannt als AStA und UStA – gibt es nicht mehr: Seit diesem Monat ersetzt sie die Verfasste Studierendenschaft (VS). Über 30 Jahre dauerte dieser Schritt, denn eine VS gab es bereits einmal, bis sie in den 1970er Jahren von der CDU und der FDP abgeschafft wurde. Mehrere Studentengenerationen protestierten, denn der AStA durfte sich weder politisch äußern noch hatte er eigenes Geld zur Verfügung und auch der UStA konnte nicht als gesetzlicher Vertreter der Studenten agieren.

Im Juli 2012 beschloss die rot-grüne Landesregierung die Wiedereinführung der VS. Am 1. September 2013 fand jetzt die erste konstituierende Sitzung der VS an der Hochschule der Medien statt. Die 30 Studenten und Studentinnen, die im Mai 2013 gewählt wurden, haben einen Vorstand ernannt und die Positionen im Studentenrat verteilt. Der siebenköpfige Vorstand wird sich in Zukunft um das politische Tagesgeschäft kümmern. "Wir haben auch unsere neue Marketingstrategie vorgestellt. Das Geschehen der VS und die verschiedenen studentischen Gruppen sollen in Zukunft besser nach außen kommuniziert werden", sagt Katrin Kubon, Mediapublishing-Studentin und Vorstandsmitglied.

"Gemeinsam ist man stärker"

Für die VS ändert sich aber nicht nur die Satzung. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts ist sie auch rechtsfähig und kann eigenständig Verträge abschließen. Zudem hat sie ein politisches Mandat und kann sich für die Belange der Studenten einsetzen. Autonomie erlangt die VS auch bei den Finanzen, über die sie nun selbst entscheidet, das heißt aber auch, dass sie von allen Studenten einen Semesterbeitrag erheben kann. Für die Studenten ist die VS eine Pflichtmitgliedschaft. "Gemeinsam ist man stärker", lautet das Prinzip.

"Die Chancen der VS liegen in der besseren Vernetzung. Alle Räte und Gremien sind jetzt in einem Studentenrat zusammengefasst", sagt Malte Vollmershausen, der bereits im AStA der HdM Mitglied war. Eine bessere Kommunikation untereinander sei auch notwendig. "Bislang saßen wir eher in Abnick-Gremien, jetzt kennen sich die Studentenvertreter untereinander, können sich absprechen und trauen sich auch, kritisch zu hinterfragen", so der Student der Audiovisuellen Medien. Weiter sagt er: "Dies ist besonders wichtig in jenen Studiengängen, wie zum Beispiel in den Druckstudiengängen, bei denen sich die Bewerberzahlen ändern. Wir können jetzt unter anderem Stellenverschiebungen mit beeinflussen und somit besser darauf achten, ob alles im Sinne der Studierenden läuft."

"Werdet politisch"

Doch zunächst müssen in dem neuen studentischen Sprachrohr alle Formalien geklärt und beispielsweise eine Gebührenordnung erstellt werden. "Einen Studentenbeitrag wird die VS erst ab dem Sommersemester 2014 einführen. Bei der Höhe des Beitrags orientieren wir uns an anderen, wie der Universität Stuttgart, die 9 Euro erhebt." Auch gibt es Überlegungen, ein bundeslandweites Semesterticket einzuführen. Über den Preis könnte die VS dann direkt mit den Verkehrsbetrieben verhandeln. Auch will die VS eine Halbtagsstelle schaffen, sodass für die Studenten ein fester Ansprechpartner bereitsteht. Die bisherigen Angebote des AStA und UStA könnten damit außerdem ausgebaut werden, zum Beispiel mit Zusatzkursen in Physik oder Informatik.

Die Bitte des 21-Jährigen an die Kommilitonen: "Werdet politisch, kommt zu uns, dann können wir die neuen Möglichkeiten nutzen." Und auch HdM-Rektor Prof. Dr. Alexander W. Roos freut sich auf die Zusammenarbeit mit der VS: "Die bisherige Zusammenarbeit mit dem AStA und UStA war einfach super, sachlich und in allen Punkten gut. Ich hoffe, es wird mit der VS genauso."

Franziska Böhl

VERÖFFENTLICHT AM

02. September 2013

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